{"id":2352,"date":"2011-09-07T19:59:43","date_gmt":"2011-09-07T18:59:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=2352"},"modified":"2017-06-30T16:33:30","modified_gmt":"2017-06-30T15:33:30","slug":"carl-lampert-alles-steht-in-gottes-hand-auf-ihn-vertraue-ich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=2352","title":{"rendered":"Carl Lampert &#8211; Alles steht in Gottes Hand, auf ihn vertraue ich"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/lampert.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2353\" title=\"lampert\" src=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/lampert.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/lampert.jpg 200w, https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/lampert-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><em>Der 13. November 2011 ist f\u00fcr unsere Di\u00f6zese ein gro\u00dfer Tag. Provikar Dr. Carl Lampert wird als M\u00e4rtyrer des Glaubens seliggesprochen. Die Feier der Seligsprechung wird in Dornbirn in der Pfarrkirche St. Martin um 16.30 sein. Carl Lampert war ein gro\u00dfer Glaubenszeuge in einer schwierigen Zeit und er wird uns durch sein Beispiel und seine F\u00fcrsprache helfen, dass auch wir in den Verwirrungen unserer Zeit treu den Weg des katholischen Glaubens gehen. <\/em><\/p>\n<p>Carl Lampert stammt aus G\u00f6fis, wo er am 9. Januar 1894 als j\u00fcngstes von sieben Kindern zur Welt kam. Seine Familie lebte in einfachen Verh\u00e4ltnissen. Nach der Matura trat er 1914 in das Priesterseminar in Brixen ein. Dort fiel der Student aus Vorarlberg vor allem durch sein feines Wesen, seine freundliche Art und sein elegantes \u00c4u\u00dferliches auf. Am 12. Mai 1918 empfing er die Priesterweihe.<\/p>\n<p>Seine erste Dienststelle trat Carl Lampert als Kaplan in Dornbirn-Markt an. Hier suchte er vor allem in vielen Vereinen den Kontakt zu den Jugendlichen, die er auch in verschiedenen Schulen unterrichtete. 1930 wurde er vom Bischof zum Studium des Kirchenrechts nach Rom gesandt. Die Zeit in Rom war f\u00fcr ihn, wie er sp\u00e4ter sagte, die gl\u00fccklichste Zeit. 1939 &#8211; w\u00e4hrend der Herrschaft der Nationalsozialisten &#8211; wurde Dr. Carl Lampert zum Provikar der neuen errichteten Administratur Innsbruck-Feldkirch ernannt. Mit gro\u00dfem Verantwortungsbewusstein setzte er sich f\u00fcr kirchliche Anliegen ein.<\/p>\n<p>Der Innsbrucker Gauleiter Franz Hofer hatte sehr bald erkannt, dass er in Lampert den gef\u00e4hrlichsten kircheninternen Gegner hatte, den er beseitigen wollte. Provikar Lampert trat sehr mutig und entschieden gegen kirchenfeindliche Handlungen der \u00f6rtlichen nationalsozialistischen Gauleitung auf und verteidigte die Rechte der Kirche. Mehrmals wurde er daf\u00fcr in Gestapo-Haft genommen. Der Fall des Pfarrers von G\u00f6tzens, Otto Neururer, der am 30. Mai 1940 in Buchenwald ermordet wurde, brachte ihn schlie\u00dflich selbst ins Konzentrationslager. Provikar Lampert hatte eine Todesanzeige f\u00fcr Pfarrer Neururer verfasst, die den Nationalsozialisten nicht passte.<\/p>\n<p>Der Leidensweg Carl Lamperts f\u00fchrte ihn ab 25. August 1940 durch die Konzentrationslager Dachau, Sachsenhausen-Oranienburg und wiederum Dachau. Dort wurde er am 1. August 1941 entlassen, erhielt aber in Tirol \u201eGauverbot\u201c und musste sich fortan im Gau Pommern\/Mecklenburg aufhalten. Dahinter steckte ein ausgekl\u00fcgelter Plan, Lampert mittels eines Spitzels der Spionage zu \u00fcberf\u00fchren und sein Todesurteil vorzubereiten. Dieser Spitzel schleuste sich als \u201eIng. Hagen\u201c ein und sammelte fortan das Material f\u00fcr den Prozess. Sein L\u00fcgenprotokoll war Grundlage der Anklage gegen Provikar Carl Lampert und f\u00fchrte zu einem dreimaligen Todesurteil, das schlie\u00dflich am 13. November 1944 vollstreckt wurde. Er wurde mit dem Fallbeil enthauptet. Seine letzen Worte unmittelbar vor der Hinrichtung waren &#8222;Jesus, Maria&#8220;.<\/p>\n<p>Provikar Lampert musste in den Gef\u00e4ngnissen Schlimmes durchmachen, aber er war bis zuletzt getragen von einem tiefen Gottvertrauen. An seinen Bruder Julius schrieb er im Sept. 1944: &#8222;Nun ist mein Trost und meine St\u00e4rke Matth\u00e4us 5,11: &#8218;Selig seid ihr, wenn euch die Menschen schm\u00e4hen und verfolgen und alles B\u00f6se f\u00e4lschlich wider euch aussagen um meinetwillen. . . .&#8216; Wie lange ich noch lebend zu erreichen bin, wei\u00df ich nicht, es kann auch schnell gehen. Alles steht in Gottes Hand, auf ihn vertraue ich, seinen Willen erf\u00fcllen will ich und bin bereit &#8211; auch zum Letzten! Nun ist alles noch ein Wettlauf der Zeit mit dem Tode &#8211; und &#8218;irgend eine Erl\u00f6sung naht!'&#8220;<\/p>\n<h2>Mein letzter Atemzug sei ein inniger Dank<\/h2>\n<p>Am 8. April 1943 verfasste Dr. Lampert in Stettin sein Testament. Auch sein Letzter Wille beginnt damit, dass er Gott dankt f\u00fcr all die Liebe, die er in seinem Leben sp\u00fcren konnte:<\/p>\n<p>\u201eMein irdisches Leben \u00fcbergebe ich meinem Gott und Sch\u00f6pfer, wann und wie immer er es von mir fordern wird, meiner unsterblichen Seele m\u00f6ge er durch Christi Erl\u00f6sungstat ein barmherziger Richter und Vater sein. Mein letzter Atemzug noch sei ein inniger Dank an den hl. dreieinigen Gott, f\u00fcr alle Gaben und Wohltaten meines ganzen Lebens, namentlich aber f\u00fcr das gro\u00dfe Geschenk eines katholischen Elternhauses und der Auserw\u00e4hlung zum Kinde Gottes und Berufung zum Priestertum &#8211; Christ und Priester zu sein, war mein h\u00f6chstes Gl\u00fcck, es leider nur so menschlich-armselig gewesen zu sein, mein tiefstes Leid &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Zwei Wochen vor seinem Tod schrieb Provikar Lampert an seinen Freund Alfons Rigger; es war der Vorabend zum Christk\u00f6nigssonntag, und er formulierte noch einmal sehr eindringlich seine gl\u00e4ubige Zuversicht:<\/p>\n<p>\u201eDoch es hat keinen Sinn, sich \u00fcber die Existenz des Teufels zu unterhalten, wo er so reichlich zu erleben ist! Noch mag er triumphieren, niemals aber wird er siegen! &#8211; Christk\u00f6nigstag heute, wie leuchtet sein Reich auf im Dunkel dieser entsetzlichen Zeit &#8230; immer mehr wollen wir ihm zugeh\u00f6ren, immer tiefer und treuer, damit wir seines Reiches gl\u00fcckselige Herrlichkeit einst miteinander bei ihm genie\u00dfen d\u00fcrfen&#8230;&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 13. November 2011 ist f\u00fcr unsere Di\u00f6zese ein gro\u00dfer Tag. 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