{"id":1961,"date":"2004-09-09T11:04:30","date_gmt":"2004-09-09T10:04:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=1961"},"modified":"2026-05-04T08:57:56","modified_gmt":"2026-05-04T07:57:56","slug":"kaiser-karl-von-osterreich-1887-1922-von-menschen-erniedrigt-von-gott-erhoht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=1961","title":{"rendered":"Kaiser Karl von \u00d6sterreich 1887 &#8211; 1922 &#8211; Von Menschen erniedrigt, von Gott erh\u00f6ht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seligsprechung &#8211; auch Frucht des Gebetes in der Kapuzinerkirche<\/strong><\/p>\n<p><em>Durch viele Jahre wurde in der in der Kapuzinerkirche meist im August die sogenannte Kaisermesse gefeiert, eine Gedenkmesse zur Erlangung der Seligsprechung Kaiser Karls, zu der immer viele Gl\u00e4ubige gekommen sind. Die internationale Kaiser-Karl-Gebetsliege hatte jedes Jahr dazu eingeladen. Kaiser Karl wurde bis heute von viele verkannt, verleumdet und abgelehnt. Aber die Ergebnisse der internationalen Historikerkommission haben das von Forschung und Journalisten bisher gezeigte Bild des Kaisers in vielem als verf\u00e4lscht entlarvt. Seine Seligsprechung bringt die Wahrheit zum leuchten. Im Folgenden ein kurzes Lebensbild: <\/em><\/p>\n<p>Erzherzog Karl Franz Joseph wurde am 17. August 1887 geboren. Er erh\u00e4lt eine solide katholische Erziehung: betont werden Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein, Fr\u00f6mmigkeit, Friedensliebe, Vers\u00f6hnungsbereitschaft. In der Erziehungstradition des Hauses \u00d6sterreich spielt die Verehrung der Eucharistie eine bestimmende Rolle. Sein Leben ist von Kindheit an gepr\u00e4gt von einer tiefen Liebe zur Eucharistie. Neben dem Unterricht durch Privatlehrer besucht er das Schottengymnasium in Wien. Anschlie\u00dfend schl\u00e4gt er die Offizierslaufbahn ein und erh\u00e4lt eine universit\u00e4re Ausbildung in Jus, Geschichte und \u00d6konomie. Kaiser Karl war ein &#8222;offener Kopf&#8220;, \u00fcberdurchschnittlich intelligent und mit einem fabelhaften Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n<p>1911 heiratet Karl Prinzessin Zita von Bourbon-Parma, eine Liebesheirat. Seiner Braut sagt Karl am Vorabend der Hochzeit: &#8222;Jetzt m\u00fcssen wir uns gegenseitig in den Himmel helfen&#8220;.<\/p>\n<p>Mit der Ermordung des Thronfolgers Franz Ferdinand 1914 in Sarajewo wird Karl Thronfolger. In die Entscheidung \u00fcber die Kriegserkl\u00e4rung wurde er dennoch nicht eingebunden. Ab 1915 wird Karl von Kaiser Franz Joseph in die Amtsgesch\u00e4fte eingef\u00fchrt und an der Front eingesetzt. Er ist der einzige der damals Regierenden, der den Krieg aus n\u00e4chster Anschauung kannte.<br \/>\nAm 21. November 1916 stirbt Kaiser Franz Joseph. Bei seiner Thronbesteigung (mit 29 Jahren) erl\u00e4sst Kaiser Karl ein Manifest, dessen wichtigster Satz lautet: &#8222;Ich will alles tun, um die Schrecknisse und Opfer des Krieges in ehester Frist zu bannen und die schwer vermissten Segnungen des Friedens meinen V\u00f6lkern zur\u00fcckzugewinnen.&#8220;<\/p>\n<p>Aber alle seine Friedensversuche scheitern letztlich an den milit\u00e4rischen falschen Ideen der deutschen F\u00fchrung, einen Frieden durch Sieg zu erreichen, und durch das Ziel bestimmter politischer Kr\u00e4fte, den Krieg solange zu f\u00fchren, bis die Monarchien gest\u00fcrzt seien.<\/p>\n<p>Als die Monarchie zu Ende geht, ruft Kaiser Karl zur Bildung von Nationalr\u00e4ten auf, um einen friedlichen \u00dcbergang in die neuen Staaten zu erm\u00f6glichen. Nach dem Zerfall der Monarchie verzichtet er auf seinen Anteil an den Regierungsgesch\u00e4ften, dankt aber nicht ab. Er legt seine Aufgabe nicht einfach ab, da er sie als ihm von Gott \u00fcbertragen versteht.<\/p>\n<p>Nach seiner Landesverweisung aus \u00d6sterreich und zwei Restaurationsversuchen in Ungarn, wo er abbricht, bevor es zum B\u00fcrgerkrieg kommt, wird er ins Exil nach Madeira verbannt, wo er v\u00f6llig mittellos mit seiner Familie in einem feuchten Sommerhaus wohnt. Auf eine f\u00fcrstliche Abfindung aus Wien f\u00fcr seine Abdankung geht er nicht ein. Entkr\u00e4ftet stirbt er am 1. April 1922 an einer Lungenentz\u00fcndung.<\/p>\n<p>Kardinal Jos\u00e9 Saraiva Martins, der Pr\u00e4fekt der Heiligsprechungskongregation, die das Leben und Wirken des Monarchen jahrzehntelang gepr\u00fcft hat, urteilte 2003: \u201cEr suchte den Frieden, half den Armen, f\u00fchrte mit Entschiedenheit ein geistliches Leben. Der Glaube bestimmte sein Leben von Jugend an und vor allem w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges sowie im Exil auf der Insel Madeira.\u201d Kaiser Karl war ein \u201cvorbildlicher Christ, Ehemann, Familienvater und Herrscher\u201d.<br \/>\nDer politisch unverd\u00e4chtige franz\u00f6sische Schriftsteller Anatol France schrieb 1918: &#8222;Unter den Staatsm\u00e4nnern unserer Zeit hat sich ein einziger ehrlicher, kluger und gerechter Mann gefunden, Kaiser Karl von \u00d6sterreich. Unsere Demokratien haben weder Herz noch Verstand f\u00fcr die armen blutenden V\u00f6lker. Ja, ein Herrscher wie dieser h\u00e4tte auch uns verstanden.&#8220;<\/p>\n<blockquote><p>Mein ganzes Streben geht stets dahin, so klar wie nur m\u00f6glich in allem den Willen Gottes zu erkennen und zu erf\u00fcllen, und zwar so vollkommen wie nur m\u00f6glich. Gott hat mir die Gnade geschenkt, dass es hier auf Erden nichts mehr gibt, das ich ihm nicht zu opfern bereit w\u00e4re aus Liebe zu ihm und f\u00fcr das Wohl der heiligen Kirche. Kaiser Karl<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seligsprechung &#8211; auch Frucht des Gebetes in der Kapuzinerkirche Durch viele Jahre wurde in der in der Kapuzinerkirche meist im <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=1961\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-23 20:12:14","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1961"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1961"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1961\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7693,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1961\/revisions\/7693"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1961"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1961"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1961"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}