{"id":1297,"date":"2009-12-22T22:30:17","date_gmt":"2009-12-22T21:30:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=1297"},"modified":"2012-11-03T22:20:16","modified_gmt":"2012-11-03T21:20:16","slug":"herbergssuche-einmal-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=1297","title":{"rendered":"Herbergssuche einmal anders"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krippe03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1298\" title=\"krippe03\" src=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krippe03.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"296\" \/><\/a>In einer kleinen Berggemeinde geh\u00f6rte die allj\u00e4hrliche Weihnachtsauff\u00fchrung der Sch\u00fcler der damals noch einklassigen Volksschule zur festen Dorftradition. Der Wirt des Gasthauses &#8222;Leuen&#8220; stellte immer seinen Saal zur Verf\u00fcgung. Der Lehrer Gottlieb Egglmann inszenierte mit seinen 30 Sch\u00fclern die Weihnachtsgeschichte. Bei der Rollenverteilung war es f\u00fcr den Lehrer nicht schwierig, jemanden f\u00fcr Josef und Maria, die Engel, die Hirten usw. zu finden. Aber die Rolle des Wirtes, der Maria und Josef bei der Herbergssuche unbarmherzig wegjagen sollte, wollte niemand gerne spielen.<\/p>\n<p>So musste schlie\u00dflich Roberto, der Sohn eines italienischen Gastarbeiterehepaares, welches im Restaurant &#8222;Leuen\u201c seit Jahren in der K\u00fcche arbeitete, die Rolle \u00fcbernehmen. Er musste. Erstens, weil er noch nicht so gut deutsch sprach, und zweitens schien er mit seinem dunklen, gekrausten Haar und den dunklen Augen am ehesten einem B\u00f6sewicht zu gleichen. Das war auf alle F\u00e4lle die Meinung der halben Klasse.<\/p>\n<p>Der kleine Roberto lernte seine Rolle schnell und gut. Lautstark schmetterte er bei den Proben sein &#8222;Nein, von mir bekommt ihr kein Zimmer! Gesindel, verschwindet!\u201c von der B\u00fchne. Aber: Wie hasste er doch seine Rolle.<\/p>\n<p>Endlich war es soweit, der gro\u00dfe Tag stand vor der T\u00fcr. Der kleine Saal war zum Bersten voll. Mit leuchtenden Augen standen die Kinder in ihren selbstgemachten Kost\u00fcmen da. Vor allem Maria strahlte. Mit ihren Zapfenlocken war sie wundersch\u00f6n anzusehen. Und wie sie spielten! Der Lehrer Egglmann wurde immer gr\u00f6\u00dfer und stolzer, denn was seine Kinder auf der B\u00fchne boten, war schlicht erstaunlich.<br \/>\nNun folgte der zweite Akt beim Gastwirt, bei Roberto. Er stand da mit grimmigem Blick und h\u00f6rte das Klagen Marias. &#8222;Ach Wirt, habe Erbarmen, ich friere! Lass mich in dein Haus!&#8220; Es war zum Steinerweichen! Roberto schaute immer grimmiger drein und setzte an, um seinen hundertmal ge\u00fcbten Satz in den Saal zu schmettern.<\/p>\n<p>Doch pl\u00f6tzlich verschwand der dunkle Schatten von seinem Gesicht. Ja, es begann f\u00f6rmlich zu leuchten. Und Roberto sagte mit fester Stimme: &#8222;Kommt nur herein. Ich gebe euch mein bestes Zimmer. Und zu essen bekommt ihr auch, soviel ihr wollt.&#8220; Und er ergriff Maria zart bei der Schulter und wollte sie durch die Kulissent\u00fcr in das Gasthaus f\u00fchren. &#8222;Spinnst du?\u201c, rief Maria deutlich h\u00f6rbar.<\/p>\n<p>Peinliche Sekunden vergingen, ehe der Lehrer, der vor Schrecken fast vom Stuhl gefallen war, endlich &#8222;Vorhang, Vorhang!&#8216; schrie. Der Vorhang wurde gezogen, die Weihnachtsauff\u00fchrung war vorzeitig beendet. Aber sie hat viele zum Nachdenken gebracht und man hat im Dorf noch lange dar\u00fcber geredet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer kleinen Berggemeinde geh\u00f6rte die allj\u00e4hrliche Weihnachtsauff\u00fchrung der Sch\u00fcler der damals noch einklassigen Volksschule zur festen Dorftradition. Der Wirt <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=1297\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1298,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[77],"tags":[],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-26 10:53:38","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1297"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1297"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1297\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1298"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1297"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1297"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1297"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}