Lebensrettende Sterbehilfe

Ein Familienvater erzählte:
“Gestern Abend kamen mein Frau und ich auf das sensible Thema ‘Sterbehilfe’ zu sprechen. Am Ende habe ich zu ihr gesagt: ‘Wenn es mit mir einmal so weit ist, dass mein Leben nur noch von Maschinen abhängt und ich von Flüssigkeiten aus einer Flasche ernährt werde, dann lass mich nicht im Stich. Sorg dafür, dass die Maschinen abgeschaltet werden, die mich am Leben erhalten!’ Da ist meine Frau aufgestanden, hat den Fernseher und den Computer abgedreht und mein Bier weggeschüttet. So was!”
Das ist erlaubte Sterbehilfe.

Quelle: “Nachdenkseite

Verderbliche Eigenliebe

Über die verderbliche Eigenliebe, mit der der Mensch ganz von sich eingenommen ist und sich selber damit zugrunde richtet, gibt es einen alten griechischen Mythos:

Narzissos, der Sohn eines Flussgottes und einer Wassernymphe, war hübsch und von allen umworben, aber er wies alle, die ihn verehrten, zurück. Als er sich einmal am stillen Teich einer Wasserquelle niederließ, verliebte er sich in sein eigenes Spiegelbild, das er im Wasser sah. Narzissos erkannte nicht, dass es sein eigenes Bild war. Er wollte dieses Bild umarmen und er ertrank dabei.

Von diesem griechischen Mythos kommt auch das Wort “Narzissmus”, mit dem in der Psychologie diese krankhafte Verliebtheit in sich selbst bezeichnet wird. Eine kleine Fabel stellt diese Fehlhaltung auch sehr treffend dar:

Ein Pfau und ein Huhn gingen zum Standesbeamten, um sich trauen zu lassen. Als er das ungleiche Paar sah, fragte er skeptisch: “Meint ihr, dass das mit eurer Ehe wohl gut gehen wird?” Darauf sagte der Pfau ganz stolz: “Das geht sicher gut, denn meine Frau und ich – wir lieben MICH so sehr!”

Aber mit dieser Einstellung kann es nicht gut gehen. Der hl. Augustinus hat einmal gesagt, dass jeder Geist, der aus der Ordnung Gottes fällt, sich selbst zur Strafe werden muss. Die Strafe für den, der nur sich selber sucht, ist, dass er sich selber findet (vgl. Gómez Davila), aber damit unglücklich wird, denn die Seele verwelkt. Erst wenn wir nicht mehr für uns selber leben, sondern uns für Gott und unsere Mitmenschen hingeben, finden wir die Erfüllung und werden glücklich.

Rettung aus der Tiefe – das Wunder von Chile

Im vergangenen Jahr hat die Gottesmutter Maria uns ein wunderbares Zeichen gegeben, dass sie alles tut, um uns zu helfen in der Not unserer Zeit. Es geht um das Wunder von Chile, die Rettung der 33 Bergleute, die in etwa 700 Meter Tiefe eingeschlossen waren.

Die Bergleute konnten in dieser Bedrängnis nur durch den Glauben und das Gebet überleben und standhalten. Sie hatten in einer von ihnen eingerichteten Kapelle regelmäßig den Rosenkranz gebetet. Als man sie entdeckt hatte, haben sie “von oben” zuerst ein Kreuz und Statuen der Muttergottes und von Heiligen erbeten. Der Heilige Vater hatte ihnen eigens Rosenkränze zukommen lassen, die von ihm persönlich gesegnet waren. Die Befreiten dankten Gott für ihre wunderbare Rettung vor laufender Kamera.

Fast 1 Milliarde Menschen hat dieses Ereignis an den Fernsehgeräten verfolgt. Warum waren sie so tief bewegt? Was sie da gesehen haben, spiegelt eigentlich die Situation des heutigen Menschen wider: Wir haben zwar einen noch nie dagewesenen materiellen Wohlstand erreicht, doch spüren die Menschen im Innersten ihrer Seele, dass sie wie in einem tiefen, dunklen Loch gefangen sind, aus dem es in rein menschlicher Hinsicht kein Entrinnen mehr gibt. Die unersättliche Gier nach dem Geld und materiellen Güter zerstört immer mehr unsere Gesellschaft.

Bei diesem Wunder von Chile aber konnten die Menschen sehe, dass Maria uns Hoffnung gibt. Es war ganz auffällig: Alle entscheidender Schritte der Rettungsaktion geschahen an einem Muttergottes-Feiertage: Maria hat gezeigt, dass sie ihre Hand darüber hielt.

Am 5. August geschah das Unglück! Das war das Fest Maria Schnee.
Am 22. August, Fest Maria Königin, hat man das erste Lebenszeichen von den Eingeschlossenen registrierte.
Am 31. August, dem Fest Unserer Lieben Frau vom Loskauf der Gefangenen begannen die Bohrungen für den Rettungsschacht.
Und am 13. Oktober, einem Fatima-Tag, geschah die Rettung aller.
Es ist auch interessant: Am 11. Sept., diesem Unglückstag, der an die böswillige Zerstörung des World Trade Centers 2001 erinnert, wurden von Metalldieben wichtige Teile des Bohrers gestohlen, so dass sie erst mit großen Verzögerungen und Schwierigkeiten weiterbohren konnten.

Das ist ein Zeichen, dass der Teufel immer mitmischt, und unsere ewige Rettung verhindern möchte. Der Sprecher der Bergleute hat gesagt: “Gott und Teufel haben um mich gekämpft – Gott hat gewonnen”. Maria hat uns als unsere Mutter durch die Rettung dieser Bergleute gezeigt: Sie wird sie alles tun, damit wir die Erlösung von ihrem Sohn erlangen, gleich wie tief auch das Loch ist, in das wir in dieser Welt eingeschlossen sind.

Aber wir müssen Beten, uns ganz an sie als unsere Mutter wenden, mit aller Kraft und allem Vertrauen. Sie ist unsere gute Mutter, die ihre Kinder nicht allein lässt.

Wie man sich vor den Löwen schützt

Im ersten Petrusbrief (5,8f) heißt es: “Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens!“ Wer in der Kraft des Glaubens auf die Kirche hört und den Weisungen des Evangeliums gehorcht, der ist in Sicherheit vor diesem Löwen, der heute so viele Menschen zu verschlingen droht. Es ist wichtig, dass wir wirklich auf die Kirche hören und Christus gehorchen. Ein Beispiel aus dem Tierreich kann uns zeigen, wie uns dieser Gehorsam schützt.

Joan Silk von der University of California untersuchte 16 Jahre lang das Verhalten einer Pavianherde am Kilimandscharo und gelangte zu folgendem Ergebnis: Selbst bei Pavianen hat sich also die “Erkenntnis” durchgesetzt, dass man ohne Zusammenhalt und Gehorsam nicht überleben kann.

Ein Beispiel: Wenn Paviane eine baumlose Wegstrecke durchqueren müssen, haben sie keine Möglichkeit, sich vor hungrigen Löwen auf Bäumen in Sicherheit zu bringen. Was tun? Schlagartig herrscht Disziplin in dem sonst chaotisch erscheinenden Haufen und strikter Gehorsam gegenüber einem Oberbefehlshaber. Dieser befiehlt: “Stopp! ” und die Horde stoppt, dort wo die letzten Bäume sind. Dann macht er sich allein auf den Weg und erforscht das gefährliche Gebiet, bis er genau weiß, wo die Löwen sind. Dann ist plötzlich Marschordnung in der Horde und zwar: Weibchen, Junge und Schwache in die Mitte. Starke Männchen mit starken Zähnen ringsum. Dann führt der Oberbefehlshaber seine Untergebenen in strenger Disziplin und Gehorsam in einem großen Bogen um die Löwen herum, bis die nächsten Bäume erreicht sind. Erst dort beginnt dann wieder das (für menschliche Augen) gewohnte Chaos. Wer ist nun aber dieser geheimnisvolle Oberbefehlshaber? Es ist immer ein ganz altes Männchen, das in einer Rauferei mit einem jüngeren Männchen haushoch unterliegen würde. Aber wo keine Bäume sind, gehorchen die Jungen sogar gerne.

Stellvertretendes Bittgebet

Bevor Maria im Jahre 1917 den drei Kindern in Fatima erschien, hatten die Kinder in den Jahren 1915 und 1916 schon drei Engelerscheinungen, durch die sie auf das Kommen Mariens und ihre Botschaft der Sühne und Bekehrung vorbereitet wurden.

Auf dem Feld erschien ihnen ein Engel, der sie zum Gebet aufforderte. Eines der Gebete lautet: “Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an und ich liebe Dich. Ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die an Dich nicht glauben, Dich nicht anbeten, auf Dich nicht hoffen und Dich nicht lieben.”

Der Engel macht uns deutlich, dass diejenigen, die an Gott glauben, Mitverantwortung tragen für jene, die diesen Glauben nicht haben. Wir sollen sie mit unseren Gebeten mittragen und stellvertretend Gott um Verzeihung bitten, damit sie den Weg zum Vater findet.

Marie hat bei ihren Erschienungen die Kinder noch öfter zum sühnenden und stellvertretenden Beten und Opfern aufgefordert und gesagt: “Viele gehen verloren, weil niemand für sie betet.” Das heißt aber auch, viele werden gerettet, wenn wir für die beten.

Das ewige Heil unserer Mitmenschen darf uns deshalb nicht gleichgültig sein.

Audrey Stevenson – Ich gehe, aber ich gehe für einen Seminaristen!

In den 70er Jahren gründete der französische Priester Pater Thevenin eine Gebetsbewegung, die “Theresianische Mission”, durch die vor allem Kinder und Familien  Menschen bestärkt werden, für geistliche Berufungen zu beten und ihr Leben aufzuopfern. Pater Thevenin berichte über das außergewöhnliche Beispiel des Mädchens Audrey Stevenson, die 1991 mit acht Jahren an Leukämie starb und in der Aufopferung ihres Leben für geistliche Berufungen ein beeindruckendes Beispiel gab.

Audrey verbrachte als Zweitälteste mit zwei Brüdern und zwei Schwestern eine glückliche Kindheit. Ihre Eltern waren durch den Familienkongress 1986 zu einem tieferen Glauben gekommen. Lillian, die Mutter der Familie, lernte P. Thevenin kennen, und übernahm die Leitung einer Gruppe der „Theresianischen Mission”, zu der auch die kleine Audrey gehörte. Sobald Audrey mit ihren vier Jahren verstand, dass es bei den Treffen um das Beten für Priesterberufungen geht, war sie die Erste, die das Gebet zu “Maria, Mutter der Priester” auswendig konnte. Dieses Gebet entzündete in ihrer Kinderseele einen stets wachsenden Eifer, für geistliche Berufungen zu beten.

Anfang August 1990 wurde bei der siebenjährigen Audrey plötzlich Leukämie festgestellt. P. Thevenin, der Audrey im Krankenhaus besuchte, erklärte ihr, dass sie jetzt nicht deshalb krank sei oder leide, weil sie für Berufungen und Priester gebetet habe, da ja viele andere Kinder auch eine Krankheit tragen, obwohl sie nicht beten. Vielmehr habe ihr Jesus das Kranksein anvertraut und bitte sie, es durch die Liebe in ein kostbares Geschenk an Ihn zu verwandeln. Dies verstand das innerlich reife Mädchen sehr gut. Und als ihr die Mutter wenig später erklärte: “Audrey, wir werden jetzt alles tun, was die Ärzte sagen”, entgegnete sie ruhig: “Mami, wir werden das tun, was Jesus im Evangelium sagt. Wir werden einen Tag nach dem anderen leben.”

Diese kindliche Seelenhaltung des täglichen Vertrauens half Audrey während der letzten zwölf Lebensmonate sehr, um ihr frohes Wesen und den inneren Frieden trotz der Angst vor der Chemotherapie und anderen Behandlungen bewahren zu können. Während der schmerzhaften wöchentlichen Rückenmarkspunktionen dachte sie an Jesus in der Wüste und wiederholte sie zum Erstaunen der Ärzte immer wieder langsam die Worte: “… für die Ordensschwestern in Bordeaux, die keine Berufungen haben, für die Seminaristen, für die Berufung von Onkel Mick … ” Onkel Mick war der Bruder ihrer Mutter, der zuerst Priester werden wollte, aber das Seminar wieder verlassen hatte. Später wurde Onkel Mick doch noch Priester und bekannte: “Audrey hat meine Berufung gerettet.”

Dieses Andere-Beschenken war typisch für Audrey. Nach einer Knochenmarkstransplantation z. B., als die Ärzte ihren Zustand falsch einschätzten und sie drängten, doch ein wenig zu gehen, gehorchte sie unter gewaltiger Anstrengung und sagte, in Anspielung auf die Kleine hl. Theresia, die, erschöpft durch die Tuberkulose, jeden Schritt für einen mutlosen Missionar getan hatte: „Okay, Mami, ich gehe, aber ich gehe für einen Seminaristen!”

Als die Ärzte für Audrey medizinisch nichts mehr tun konnten, holten die Eltern ihre todkranke Tochter im Mai 1991 nach Hause. Am 22. August 1991, am Fest Maria Königin, starb sie. Aus den Liebesopfer der kleine Audrey gingen schöne Früchte hervor: Zwei ihrer Geschwister und ein Cousin ergriffen die geistliche Berufung.

Quelle: Triumph des Herzens

Wer sich Jesus Christus ergibt, ist kein Verlierer

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist der Christkönigssonntag. Jesus Christus ist als König in diese Welt gekommen, um das Reich Gottes aufzurichten. Er will die Menschen in seine Macht bringen, damit sie seinen Gesetzen gehorchen und ihm folgen. Jesus sagt: “Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht hinaus in die ganze Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.”

Aber nun ist die Frage: Welche Macht verwendet er, um seine Herrschaft auszubreiten? Hier stoßen wir auf etwas menschlich Widersprüchliches, auf das unfassbare Geheimnis seiner Macht.

Er, der wirklich alle Macht und Freiheit besitzt, um über die Menschen zu herrschen, da er selber Gott ist, hat während seines öffentlichen Wirkens nur einige armselige Fischer um sich gesammelt. Und der Tag, an dem er sich öffentlich als König bekannt hat, und an dem er auch von der Welt als König anerkannt wurde, war der Karfreitag, als er gefesselt vor Pilatus stand. Er hat allen Spott mit sich geschehen lassen bis ans Kreuz. Und doch sagt Jesus: “Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen.” Und gerade vom Kreuz her, an dem der Herr menschlich gesehen ganz ohnmächtig hängt, sehen wir, mit welcher Macht er die Menschen doch an sich zieht, nämlich durch die Macht der Wahrheit und Liebe.
Wie Jesus die Herzen der Menschen mit seiner Liebe besiegt und an sich zieht, darüber gibt es viele wunderbare Zeugnisse:

Ein Pfarre berichtete, dass in seinem Ort eine junge Frau wohnte, die mit 25 Jahren von einer unheilbaren Krankheit befallen wurde, die eine körperliche Lähmung mit sich brachte. Der schlimmste Tag war für sie, als sie erfahren musste, dass es für sie keine ärztliche Hilfe mehr gab. Sie hat geweint und war am Boden zerstört. Am meisten quälte sie der Gedanke: “Ich werde immer hilfsbedürftig sein.” Nach einem monatelangen Kampf in Auflehnung, Verzweiflung und Hadern mit Gott trat eine entscheidende Veränderung ein. Als der Pfarrer sie wieder einmal besuchte, merkte er, dass sie anders war. Sie sagte: “Ich habe mich endlich ergeben, ich kämpfe nicht mehr, ich habe mich vertrauensvoll in die Hände Jesu übergeben.” Von da an hatte sie den Frieden des Herzens, den sie trotz aller Mühen und Leiden nicht mehr verlor.

Christus breitet seine Königsherrschaft mit der Macht der Wahrheit und Liebe aus. Aber wer sich vor der Macht der Wahrheit beugt, der wird nicht unterdrückt, sonder vielmehr frei. Wer sich von der Macht der Liebe bezwingen lässt, der ist kein Verlierer, sonder er wird zum Sieger, der alle Mächte des Bösen überwindet.

Der hl. Petrus sagt: “Beugt euch in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist.”

Christus als verherrlichten König am Kreuz in der Kapuzinerkirche – von Rudolf Gruber aus Wil, Schweiz, aus dem Jahr 1972

Seelen retten!

Das ewige Heil unserer Mitmenschen darf uns als Christen nicht gleichgültig sein. Im geheimnisvollen Leib der Kirche sind wir miteinander verbunden. Durch unser Gebet und Opfer können wir einander helfen, den Weg zu Gott zu finden.

Die hl. Theresia von Lisieux erzählt in ihrer Lebensbeschreibung “Geschichte einer Seele”, was sie getan hat, um Seelen zu retten. Theresia verspürte eine große Sehnsucht in ihrer Seele, Menschen für Gott zu retten. Sie schrieb: “Ständig klang das Wort des sterbenden Heilandes: ‘Mich dürstet’ (Joh 19, 29) in meiner Seele wider und entfachte darin einen nie zuvor gekannten glühenden Seeleneifer. Die Sünder wollte ich um jeden Preis der ewigen Verdammnis entreißen.”

Eines Tages erfuhr Theresia von einem Verbrecher, der zum Tode verurteilt worden und völlig unbußfertig war, so dass die Gefahr bestand, dass er ewig verloren sein könnte. Theresia bat deshalb Gott von ganzem Herzen, dass Gott diesen Mann doch retten möge. “Mein Gott”, schrieb sie, “ich bin überzeugt, dass du dem unglücklichen Verbrecher Pranzini verzeihen wirst. Auch wenn er nicht beichten und kein Zeichen der Reue geben sollte, will ich es dennoch glauben. So groß ist mein Vertrauen auf deine unendliche Barmherzigkeit. Da es aber mein erster Sünder ist, bitte ich dich zu meinem Troste um ein Zeichen seiner Reue.”

Am Tag nach der Hinrichtung erfuhr sie aus der Zeitung, dass er kurz vor seiner Hinrichtung auf dem Schafott noch das Kreuz ergriffen und dreimal geküsst habe. Das war für Theresia das erbetene Zeichen. Ihre Sehnsucht, Seelen zu retten, wuchs von Tag zu Tag.

Ja zum Kind

Der weltweit gefeierte Sänger Andrea Bocelli gibt in einem berührenden Lied Zeugnis vom Mut und der Stärke seiner Mutter, die ihn trotz festgestellter Behinderung nicht abtreiben ließ.

Nach einer Operation während der Schwangerschaft hatten die Ärzte der Mutter zu Abtreibung geraten. Aber sie hat ja zu ihrem Kind gesagt.
Andrea Bocelli wurde am 22. September 1958 mit einer genetisch vererbten Sehschwäche geboren. Im Alter von 12 Jahren erblindet er gänzlich.

Trotzdem studiert er Jus, erlernt verschiedene Instrumente und entdeckt sein Gesangstalent. Er wirkt in Theaterstücken und Opern mit. Seit Jahren füllt er Stadien mit tausenden von Menschen, die von seiner Stimmgewalt und Ausstrahlung angezogen werden.

Als zweifacher Vater setzt er sich auch in der USamerikanischen Initiative “I am Whole Life” für das Recht auf Leben für alle ein.

Gott hat mit jedem Menschen einen wunderbaren Plan. Wie traurig ist es, dass so viele Menschen heute nicht das Licht der Welt erblicken dürfen.

Chiara Badano wollte nahe bei Jesus sein

Am 25. September 2010 hat der Heilige Vater die aus Italien stammende Chiara Badono seliggesprochen, die mit 18 Jahren an Knochenkrebs gestorben war. Durch ihr Leben und ihren Leidensweg ist Chiara zu einer Heiligkeit gelangt, die für uns alle, aber besonders für junge Menschen, vorbildlich ist.

Chiara wurde am 27.10.1971 geboren. Sie war das einzige Kind ihrer Eltern, auf das sie 11 Jahre gewartet hatten. Ihre Familie lebte aus dem christlichen Glauben. Als Chiara 11 Jahre war, schlossen sich ihre Eltern der Fokolar-Bewegung an. In den Jugendgruppen der Fokolar-Bewegung entfaltete Chiara ihren Glauben. Sie strahlte eine optimistische, lebensbejahende Fröhlichkeit aus. Sie liebte die Musik, spielte Tennis, ging gern schwimmen und in die Berge. Sie hatte viele Freunde, und als sie gefragt wurde, ob sie mit ihnen über Gott spricht, antwortete sie: “Ich muss ihnen nicht von Jesus erzählen, ich muss ihnen Jesus schenken durch mein Leben, mein Verhalten.” Mit 17 Jahren trat eine Wende in ihr Leben, als sie erfuhr, dass sie Knochenkrebs hatte. Bald war sie gelähmt, hatte viele Schmerzen zu erleiden und alle medizinischen Maßnahmen brachten ihr keine Hilfe. Aber in diesen Leiden gelangte Chiara zu einer außergewöhnlichen Vereinigung mit Christus, die für alle, die mit ihr zu tun hatten, ein beeindruckendes Glaubenszeugnis war.

Ergreifend sind ihre Worte über ihre Einstellung zum Leiden: “Wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich wieder laufen möchte, würde ich sagen nein, denn so, wie ich jetzt bin, bin ich näher bei Jesus.” Und doch: Wie gerne hatte sie gelebt! “Ich hatte so viele Pläne… Ich spüre, dass Gott mich zu mehr ruft, zu etwas Größerem. Mich interessiert nur der Wille Gottes… Jetzt fühle ich mich als Teil eines wunderbaren Plans, der sich mir nach und nach enthüllt.” Etwas später sagte sie: “Ich vertraue fest auf Gottes Liebe und opfere meine Schmerzen auf, auch in den schwierigsten Momenten… Jetzt gibt es nichts Gesundes mehr in mir, aber ich habe noch das Herz, mit dem ich immer lieben kann… Die Nacht war schrecklich, aber ich habe keinen Moment vergeudet, denn ich habe alles Jesus geschenkt.”

Die Schmerzen waren für sie oft fast unerträglich. Doch sie wollte kein Morphium oder hochdosierte Schmerzmittel. “Sonst habe ich keinen klaren Kopf. Und ich kann Jesus nur den Schmerz schenken. Etwas anderes habe ich nicht mehr.” Einmal sagte sie: “Ich bitte Jesus nicht mehr darum, mich zu sich in den Himmel zu holen; sonst sieht es so aus, als wollte ich nicht mehr leiden.” Was für eine Liebe! Wenn die Schmerzen übergroß wurden, suchen ihre Augen ein kleines Bild des gekreuzigten Jesus, das die Mutter für sie aufgestellt hatte.

Als es dem Ende zuging, sagte Chiara zu ihrer Mutter: “Weißt du, Mama, ich kann keinen Lauf mehr machen, aber trotzdem möchte ich den Jugendlichen wie bei den Olympischen Spielen die Fackel übergeben. Sie haben nur ein Leben, und es lohnt sich, es gut zu leben.” Chiara sprach ihrer Mutter immer wieder Mut zu: “Wenn ich in die Kirche getragen werde, musst du singen, denn ich werde mit dir singen. Und du musst auf Papa acht geben, dass er nicht anfängt zu weinen… Ciao, Mama; sei glücklich, denn ich bin es”. Das waren ihre letzten Worte, als sie am Rosenkranzfest, 7. Okt. 1990 starb.