Hl. Anna Schäffer – Christus ist die Sonne meines Lebens

Am 21. Okt. 2012 wurde Anna Schäffer von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen und damit der ganzen Kirche als Vorbild und Fürsprecherin geschenkt.

Anna Schäffer aus Mindelstetten bei Regensburg wollte als Jugendliche in einen Missionsorden eintreten. Bei ihrer Erstkommunion schenkte sie Jesus ihr Leben. Da sie aus einfachen Verhältnissen stammte, versuchte sie die nötige Aussteuer für die Aufnahme ins Kloster als Dienstmagd zu verdienen. In dieser Stellung erlitt sie mit 18 Jahren einen schweren Unfall mit unheilbaren Verbrennungen an den Beinen. Für ihr ganzes weiteres leben war sie an das Bett gefesselt und hatte unsägliche Schmerzen zu ertragen. Die Ärzte haben 30 Operationen mit Hautverpflanzungen an ihr vorgenommen; zum Teil versagt die Narkose. Die Wunden heilten nicht mehr bis zu ihrem Tod nach 25 Jahren Bettlägerigkeit. Zu dem schweren Siechtum gesellte sich auch bittere Armut. Sie haderte zunächst mit ihrem Schicksal, verstand ihre Situation dann aber als einen liebevollen Ruf des Gekreuzigten in seine Nachfolge. Sie faßte den Entschluss, ihr Leben und Leiden Gott als Sühneopfer darzubringen und entwickelte einen erstaunlichen Gebets-, Buß- und Sühneeifer. Der Ortspfarrer Karl Rieger war ihr ein guter Seelenführer und brachte ihr täglich die hl. Kommunion. Selbstverständlich leistete er ihr, wie auch andere im Dorf, materielle Hilfe.

So wurde ihr das Krankenlager zur Klosterzelle und das Leiden zum Missionsdienst. Gestärkt durch die tägliche Kommunion wurde sie zu einer unermüdlichen Fürsprecherin im Gebet und zu einem Spiegel der Liebe Gottes für viele Ratsuchende. “Ihr Apostolat des Betens und des Leidens, des Opferns und des Sühnens sei den Gläubigen in ihrer Heimat ein leuchtendes Vorbild,” sagte Papst Benedikt XVI. bei der Heiligsprechung.

Anna Schäffer hat Sühne als christliche Pflicht empfunden und folgendes Gebet hinterlassen: „Heiligstes Herz Jesu, schenk mir recht viele Seelen, die sich vor Verzweiflung kaum mehr helfen können“. Sie betet für jene, die der Gnade am meisten bedürfen. Zu Maria, der Schmerzensmutter, gewandt, spricht sie: „Verleihe uns stets einen brennenden Durst, am Heil der unsterblichen Seelen zu arbeiten, für sie zu beten und zu leiden!“ Die heilige Anna Schäffer ist aber vor allem Wegweiserin zum Sakrament der Eucharistie. Aus der Kraft dieser göttlichen Speise ertrug sie ihr schweres Schicksal gläubig und gottergeben wie sie in ihrem letzten Brief bekennt: “Meine größte Stärke ist die heilige Kommunion”.

 

Gefährliche Klippen

Viele Menschen verlassen sich in Fragen des ewigen Heiles auf ihre eigenen Meinungen, Erfahrungen und Gefühle. Sie sind der Auffassung, dass sowieso alle in den Himmel kommen. Gott ist gut, und sie werden böse, wenn man von der Hölle redet. Aber in Fragen des Heiles dürfen wir uns nicht auf gute Gefühle verlassen, sondern müssen uns an den Worten Jesu im Glauben orientieren. Er ist der Sieger über den Tod und hat uns gezeigt, wo die gefährlichen Klippen sind, an denen wir mit unserem Lebensschifflein zerschellen und untergehen können. Wenn wir nicht auf ihn hören, könnte es uns im Blick auf unser Heil so ergehen, wie es einem alten englischen Kapitän mit seinem Schiff zu Beginn des 19. Jahrhunderts ergangen ist.

Er erhielt den Auftrag, Nachforschungen anzustellen, ob an einer bestimmten Stelle im Mittelmeer tatsächlich, wie man vermutete, ein gefährliches, verborgenes Riff sei. Der Kapitän segelte ganz nahe an die bezeichnete Stelle, fand aber nichts und erklärte die Annahme als Irrtum. Einer seiner Offiziere glaubte nicht recht an diesen Befund. Er wurde bald darauf erster Offizier auf einem anderen Schiff und fand Gelegenheit, noch einmal an die fragliche Stelle zu segeln. Wirklich fand er ein Riff und meldete seine Entdeckung dem Seeamt in London. Die Stelle wurde auf der Karte eingezeichnet. Sein ehemaliger Kapitän war darüber sehr erbost. Jetzt stehe er als Lügner da, aber er wolle es dem Grünschnabel zeigen. Bald darauf fuhr er wiederum zu der als gefährlich bezeichneten Stelle. Schon glaubte er darüber weg zu sein und schimpfte höhnisch auf den jungen Offizier. Da gab es auf einmal einen furchtbaren Krach, das Schiff saß fest, und schon begann es zu sinken. Die Mannschaft konnte sich noch retten, der Kapitän aber, der wie wahnsinnig auf Deck herumlief, versank mit seinem Schiff in den Fluten.

Gemeinsam auf dem Weg, das Leben neu aufzubauen

Die aus Italien stammende Schwester Elvira Petrozzi hat 1983 die Gemeinschaft “Cenacolo” gegründet. Sie hat gesehen, dass in unserer Gesellschaft immer mehr junge Menschen den Drogen und dem Alkohol verfallen und wollte es nicht hinnehmen, dass es für sie keine wirkliche Hilfe gab. “Der Ruf Gottes lässt dich Werke vollbringen und an Dinge glauben, die du selbst nie gedacht noch dir vorgestellt hättest,” sagt sie über ihren Weg.

Am 16. Juli 1983 eröffnete sie, unter einfachsten Bedingungen, das erste Haus in Saluzzo, etwa 60 km südlich von Turin. Inzwischen sind es 60 Niederlassungen in verschiedensten Ländern geworden, in denen jungen Menschen mit Drogenproblemen geholfen wird, wieder neue Perspektiven für ihr Leben zu finden. Dies geschieht unter anderem durch das Vertrauen in die heilende Kraft des Evangeliums, den Weg in die christliche Gemeinschaft, das Gebet und die Arbeit. Mit dem Namen “Cenacolo”, den Mutter Elvira der Gemeinschaft gab, meint sie den Abendmahlssaal als einen Ort, “wo die Apostel sich in sich verkrochen und Angst hatten nach Jesu Tod – genauso geht es den Drogenabhängigen heute: sie sind schüchtern, ängstlich und stumm. Doch dann kommt mit Maria der Heilige Geist, der sie in mutige Zeugen verwandelt.”

Von welcher Kraft des Glaubens und der Liebe Mutter Elvira immer beseelt war, um den junge Leuten zu helfen, wirklich ein neues Leben zu beginnen, das zeigt eine Begebenheit aus der Anfangszeit. Es war der Tag, an dem sie verstanden hatte, dass sie auch die Zigaretten abschaffen müsse. Sie berichtet:

“Es waren inzwischen ein paar Jahre vergangen, und ich war an dem Punkt angelangt, an dem mir dieser Gedanke gekommen ist: ‘Ich bin diesen jungen Leuten nicht treu! Sie wollen sich von den Drogen befreien, und ich lasse sie mit Tabak in der Tasche rumlaufen.’ Da spürte ich dieses ‘Treiben’ in mir, und ich konnte nicht mehr widerstehen. Also habe ich mich eines Abends, als wir in der Kapelle waren, vor sie hingekniet und ihnen gesagt: ‘Jungs, ich möchte euch um Verzeihung bitten: Ihr seid hierhergekommen, um von den Drogen befreit zu werden. Und ich hatte Angst, dass ihr weggehen würdet, und habe euch das Rauchen erlaubt. Doch ab heute Abend wird in der Gemeinschaft nicht mehr geraucht! Dann habe ich ‘den Schlimmsten’ zu mir gerufen, der immer um jeden Preis seine Zigaretten haben wollte und schon alles Mögliche angestellt hatte. Ihm habe ich gesagt: ‘Hole bitte eine Plastiktüte.’ Alle Jungs saßen da, und er ging durch die Runde und jeder warf die Zigaretten, die er in der Tasche stecken hatte, in die Tüte. Dann habe ich gesagt: ‘Wenn jemand von euch gehen will und das zu Recht, der klopfe im Büro an und wir geben ihm genug Geld, um nach Hause zu kommen. Wenn er dann akzeptiert hat, dass hier nicht mehr geraucht wird, kann er jederzeit zurückkommen, ohne vorher ein Gespräch führen zu müssen.’ Nun, wir haben ein großes Feuer gemacht, doch keiner hat sich vom Fleck gerührt, und niemand ist weggegangen. Alle haben diese Regel sofort akzeptiert! Da sieht man wieder meine Ängste! Denn auch ich habe in diesem Moment gelitten, denn ich wusste, dass sie an ‘dieser Kippe’ hingen. Da habe ich verstanden, dass es nicht stimmt, dass die jungen Leute faul, ängstlich und gleichgültig sind! All das stimmt nicht! Sie sind fähig zu kämpfen, bereit zu leiden und Opfer zu bringen! Die jungen Leute sind die schönste ‘Klasse’ der Welt, mit denen es mir wahrhaftig gut geht. Ich kann aus Erfahrung sprechen, denn ich habe mir die Hände und das Gesicht, das Leben und den Ruf mit ihren Problemen ‘beschmutzt’, und nun kann ich über sie mit Unbefangenheit und Aufrichtigkeit sprechen. Sie wissen, dass mich nicht die Drogen interessieren, sondern das Leben! Heute spreche ich darüber, weil sie meine Lehrer waren und ich weiter von ihnen lernen möchte.”

Quelle: http://www.cenacolo.info

Mein neues Leben

In Kleinfrauenhaid in Burgenland befindet sich ein Niederlassung der Gemeinschaft Cenacolo. Ein junger Mann berichtet, wie er dort ein neues Leben beginnen konnte:

Mein Name ist Johannes, ich bin 35 Jahre alt, seit 2005 glücklich verheiratet mit meiner Frau Cristiana. Wir haben drei wundervolle, lebendige Kinder,  für die ich Gott danke. Mein neues Leben begann 1999 in Kleinfrauenhaid, nachdem ich zuvor sieben Jahre lang alle möglichen Drogen konsumiert hatte und in einen Kreislauf von Abhängigkeit, Lügen, Stehlen und Einsamkeit geraten war. Als die Situation zu Hause unerträglich wurde, hat Gott meinen Eltern den Mut gegeben, mich vor die Wahl zu stellen: entweder in den Cenacolo einzutreten oder die Familie zu verlassen. Die Entschlossenheit meiner Eltern war der erste Schritt zu meiner Rettung. Die ersten Monate in der Gemeinschaft waren sehr schwer für mich. Auf die gewohnten Dinge des Alltags zu verzichten, war unvorstellbar. Doch schon nach kurzer Zeit hat Gott mir die Augen geöffnet und ich war in der Lage, seine Liebe zu mir zu erkennen. Das wiedergefundene Gebet, mein Schutzengel (Begleiter in der Gemeinschaft) und die Offenheit der Brüder haben mir geholfen, mich zu öffnen und den Ballast meines Lebens in Gottes Hände zu legen. So wurde es mir möglich, meine Eltern und Geschwister um Verzeihung zu bitten und eine tiefe Versöhnung in der Familie zu erfahren. … Ich werde diese Erfahrungen mein Leben lang wie einen Schatz bewahren.

Quelle: http://www.cenacolo.info

Unter dem Schutz der Gottsmutter Maria

Vom Gründer der Gemeinschaft der “Marianisten” P. Josef Chaminade, einem großen Marienverehrer, wird berichtet, dass er während der französischen Revolution in Paris von der Polizei verfolgt wurde, weil er wegen seiner Glaubenstreue den Eid auf die Verfassung nicht abgelegt hatte.

Eines Tages wurde er auf der Straße von der Revolutionspolizei erkannt und sie wollten ihn festnehmen. Aber er lief davon. Als er auf seiner Flucht an einem Haus vorbeikam, in dem Freunde wohnten, ging er hinein und mischte sich unter die Familie, die um den Kamin versammelt war. Der Priester setzte sich neben ein kleines Kind und nahm am Familiengespräch teil. Die Polizisten stürmen herein, und durchsuchten alles, konnten ihn aber nicht finden, obwohl er mitten unter den Leuten saß. Sobald die Polizei weg war, fragte man sich, warum die Polizei Pater Chaminade nicht gesehen hatte. Da sagte das kleine Kind, das neben Pater Chaminade gesessen war: “Sie konnten den Herrn Pater doch nicht sehen, denn die schöne, in Weiß gekleidete Dame, die gleichzeitig mit ihnen hereingekommen ist, stand immer vor ihm, um ihn zu verstecken.” Durch die fürsorgliche Obhut der Gottesmutter Maria konnte Pater Chaminade mehrmals dem Tod entkommen.

Gerade in unserer Zeit brauchen wir diesen Schutz der Mariens. Die Angriffe des Bösen sind so vielfältig. Weihen wir uns immer neu ihrem unbefleckten Herzen.

Herr, ich möchte wieder sehen können

Im Evangelium wird uns berichtet, dass Jesus auf dem Weg nach Jericho den blinden Bartimäus geheilt hat. “Herr, ich möchte wieder sehen können”, war sein großer Wunsch. Und Jesus sagte zu ihm: “Dein Glaube hat dir geholfen.” “Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg” (Mt 10,52). Durch die Begegnung mit Jesus sind ihm nicht nur die äußeren Augen geöffnet worden, sondern vor allem die inneren Augen des Glaubens, die Augen seines Herzens, so dass er Jesus als Jünger nachfolgte.

Als wir das Sakrament der Taufe empfangen haben, wurden uns die inneren Augen des Glaubens geöffnet. Durch die Gnade des Glaubens ist unser Leben hell geworden. Wir dürfen durch den katholischen Glauben den wahren Sinn unseres Lebens erkennen und wir wissen, was wir tun sollen, um das ewige Leben zu erlangen.

Kardinal Meisner erzählte einmal von einer Begegnung nach einem Gottesdienst in der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin: Eine blinde Frau ließ sich von ihren Begleitern an den Altar führen. Sie betastete den Altar liebevoll und ehrfürchtig und sagte: “Vor 60 Jahren habe ich hier die erste heilige Kommunion empfangen. Hier ging mir jenes Licht auf, das mein dunkles Leben erhellt hat.”

Wir können es gar nicht genug schätzen und dafür dankbar sein, dass wir durch Jesus Christus diese innere Heilung von der geistigen Blindheit empfangen haben. “Es gibt keinen größeren Reichtum, keinen kostbareren Schatz, kein reicheres Vermögen auf dieser Erde als den katholischen Glauben”, sagt der hl. Augustinus.

Aber wir erleben es heute, dass in vielen Menschen, die zwar getauft sind, dieses innere Licht des Glaubens erloschen ist. Sie lassen sich blenden vom Glanz dieser Welt. Es greift eine Finsternis und Blindheit des Geistes um sich, durch die man die Unterscheidungsgabe verliert: Was gut ist, wird für schlecht gehalten. Das Böse wird als gut dargestellt. Wahrheit und Lüge werden vertauscht. Die wahren Werte und der wahre Sinn des Lebens werden von vielen nicht mehr erkannt. Ja, sogar wir als gläubige Menschen, die sich bemühen Christus nachzufolgen, werden immer wieder erfahren, dass es eine innere Dunkelheit geben kann, in der unser Glaube auf die Probe gestellt wird.

Hier kann uns das Beispiel des Bartimäus zeigen, was für uns wichtig ist, damit wir wieder Licht empfangen und damit auch andere wieder sehend werden können.

Das Entscheidende, das Bartimäus getan hat: Er hat unermüdlich nach Jesus gerufen: “Jesus, hab Erbarmen mit mir!” und dann die Bitte ausgesprochen: “Herr, ich möchte wieder sehen können!” Dieses Rufen nach dem Herrn ist nichts anderes als das Gebet aus tiefstem Herzen. Jeder, der aufrichtig zu Jesus Christus betet, wird von Gott Licht und Hilfe empfangen. Der hl. Augustinus sagt:

“Glauben aber heißt: glauben, was du noch nicht siehst; und der Lohn dieses Glaubens ist: sehen, was du glaubst.”

Streben nach der Liebe des Schöpfers

Wie das Schiff unentwegt nach dem Kompass fährt, ob ihm die Winde günstig sind oder nicht, ob der Kurs nach Süd oder West oder Ost oder Nord geht: So soll auch in unserer Seele ein ruhiger unbeirrbarer Zeiger sein. Mag sie traurig sein oder froh, in Frieden oder Bitterkeit, in Dunkel oder Klarheit, in Verlassenheit, in Stumpfheit oder Erregung, in Sommerglut oder frischer Morgenkühle: immer muss das Herz unserer Seele, immer muss das Wollen unseres Willens entschieden hingerichtet sein und entschieden hinstreben zu der Liebe des ewigen Schöpfers, der auch unser Erlöser, der unser höchstes und einziges Gut ist.

Erlaube nie deinen Wünschen, und seien sie noch so klein, dass sie dein Herz beunruhigen! Denn wenn erst kleine Wünsche den Boden für eine Unordnung gelockert haben, so kommen bald größere und große hinterdrein. Wenn du eine Unruhe kommen fühlst, so empfiehl dich Gott und nimm dir vor, nichts von dem zu tun, wozu dich die innere Unruhe drängt, bis deine Seele wieder still geworden ist. Und wenn eine Entscheidung sich nicht gut verschieben lässt, so halte mit sanftem, aber festem Willen deine Wünsche am Zügel, um nicht fortgerissen zu werden zu dem, was die Begierde dir eingibt, sondern damit du selbst die Herrschaft behältst nach dem Urteil der Vernunft!

Hl. Franz von Sales (Gedenktag am 24. Jän.)

Gott ist immer für mich da

Bei der Olympiade in London 2012 hat die 17jährige Amerikanerin Missy Franklin im Schwimmen drei Goldmedaillen errungen und einen neuen Weltrekord in 200 m Rückenschwimmen aufgestellt. Über ihre enorme Leistung hinaus ist bewundernswert an Missy, wie sie sich in einem Interview zum katholischen Glauben bekannte:

“Bei meinen Eltern war Religion nie ein Thema, und so wuchs ich fern vom Glauben an Gott auf. Gelegentlich gingen wir schon in die Kirche, aber ich fühlte mich dort unwohl, weil ich die Liturgie nicht kannte und nie wusste, was man wann macht.” Dies änderte sich, als Missy in die katholische “Regis Jesuit High School” kam. “Es war eigenartig, aber als ich das erste Mal durch die Eingangstür trat, spürte ich einen unbegreiflichen Frieden. Ich wusste: Hier bin ich richtig. Seit diesem Moment war es klar für mich, dass Gott mit mir ist. Und jeden Tag der letzten drei Jahre hat sich mein Glaube vertieft. Ich liebe es, in die Schulkapelle zu gehen und einfach Zeit mit Gott zu verbringen. Auch die Gespräche mit meinen Mitschülern über Jesus und die Bibel haben mein Leben komplett verändert. Es ist mir sehr wichtig, einen festen Glauben zu haben. Gott ist immer für mich da. Und ich rede mit ihm vor, während und nach meinen Trainingseinheiten und Wettkämpfen. Ich bitte um Führung für mein Leben. Ich danke ihm für das Talent, das er mir gegeben hat. Und ich habe ihm versprochen, dass ich für andere Athleten ein gutes Vorbild sein werde”.

Geh in die Kirche – jemand braucht dich dort

Gott kümmert sich in seiner liebenden Vorsehung um jeden einzelnen Menschen in seinen Nöten und Leiden, aber er tut es auch immer wieder durch Menschen, die er durch den Heiligen Geist dazu drängt, mit ihm mitzuwirken, das heißt, dass sie zur rechten Zeit und am rechten Ort das Gute tun, das er ihnen zeigt. Im Buch: “Das ganz normale Wunder – 100 Glaubenszeugnisse von katholischen Priestern” schildert José Antonio González Montoto aus Spanien, ein solch wunderbares Erlebnis der Führung Gottes, wie wir sie auf verschiedene Weise selber immer wieder erfahren können.

“Dank der Gnade Gottes bin ich nun schon seit 42 Jahren Priester. Früher war ich als Pfarrer in der Kirche San Nicola in Avilés tätig. Eines Abends befand ich mich dort im Pfarrbüro, um einige Taufurkunden vorzubereiten. Plötzlich hatte ich eine Eingebung, einem Zuruf gleich, der aus meinem Inneren kam: “Geh in die Kirche. Jemand braucht dich dort.” Ich ließ die gerade angefangene Arbeit liegen und begab mich ins Gotteshaus. Normalerweise nehme ich den kürzesten Weg über den Hof und gehe durch den Hintereingang. Dieses Mal jedoch ging ich durch den Haupteingang, und so kam es zu jener außergewöhnlichen Begegnung.
Nach Betreten der Kirche machte ich vor dem Allerheiligsten eine Kniebeuge und ging bis zum Ende des Kirchenschiffs, wo sich mein Beichtstuhl befand. Ich bemerkte einen jungen Mann, der allem Anschein nach ebenfalls gerade gekommen war. Er sah mich vorübergehen, stand auf, kam auf mich zu und eröffnete mir ohne längere Umschweife: “Padre, ich wollte mich umbringen. Da die Kirchentür offen stand, bin ich eingetreten. Als ich sah, dass ein junger Priester kam, hoffte ich, dass er mich vielleicht anhören würde. Nun bin ich hier. Bitte helfen Sie mir…!“

Bei dieser Begegnung füllten sich meine Augen mit Tränen, weil der Herr mir eingegeben hatte, alles stehen und liegen zu lassen und dabei auch noch den längeren Weg zu wählen. Ich sagte dem Jungen, dass Gott selbst ihn hierher geführt hatte, damit er die Kraft bekäme, zu glauben. Denn Gott liebe ihn und das Leben sei zu wichtig, als dass man es in einem Moment der Verwirrung wegwerfen dürfe. Mein neuer Freund verließ die Kirche tatsächlich getröstet und froh.

Allein Gottes Gnade war es zu verdanken, dass ich den Ruf gehört hatte und dem Jungen in dieser Lebenskrise durch meine Anteilnahme und mein Zuhören beistehen konnte. Das war sicher einer der wichtigsten Momente meines priesterlichen Lebens, ein Geschenk des barmherzigen Gottes für eines seiner Kinder, das in Not und Schwierigkeiten geraten war.

Quelle: www.zenit.org

Dorothy Day – eine Heilige für unsere Zeit

Die US-Bischofskonferenz beschloss am 13. November, den Seligsprechungsprozess von Dorothy Day († 1980) zu unterstützen. Day gehörte ursprünglich zur Episkopalkirche. In der Jugend verfiel sie ganz dem Kommunismus, ließ ein Kind abtreiben und versuchte, sich umzubringen. Als sie wieder ein Kind erwartete, drängte sie der Vater des Kindes zur Abtreibung. Doch Day brachte ihr Kind zur Welt, ließ es katholisch taufen und wurde selber aus tiefster Überzeugung katholisch. Am Fest der Unschuldigen Kinder, am 28. Dez. 1927, wurde sie getauft und in die katholische Kirche aufgenommen. “Das war etwas, was ich einfach tun musste“, sagte sie. Später wurde sie Benediktiner-Oblatin.

Sie widmete ihr Leben den Armen. Sie lebte selber in freiwilliger Armut, war Mitgründerin des Catholic Worker Movement (katholischen Arbeiterbewegung), sie gründet Heime für Arme, Obdachlose und Frauen in Not, betrieb eine katholische Zeitung. Sie war auch wegen ihres Einsatzes für die Rechte der Arbeiter im Gefängnis. Die Abtreibung verurteilte sie immer als “andauernden Genozid”. Sie gibt uns ein Beispiel für das Engagement der Kirche sowohl im Bereich der Würde des menschlichen Lebens wie auch der sozialen Gerechtigkeit.

Kardinal O’Connor sagte in einer Ansprache, dass ihr Leben ein Vorbild für alle Menschen des 3. Jahrtausends ist, besonders aber für Frauen, die eine Abtreibung hinter sich haben oder an eine Abtreibung denken. Dorothy Day ließ eine Abtreibung durchführen vor ihrer Bekehrung. Jeden Tag ihres Lebens bereute sie ihre Tat. Nach ihrer Bekehrung wurde sie zu einer kraftvollen Verteidigerin des menschlichen Lebens. Die Bekehrung des Denkens und des Herzens, die sie erlebte, spricht Bände zu all den Frauen von heute … sie bezeugt das Erbarmen Gottes, da eine Frau, die eine derart schwere Sünde begangen hatte, nach ihrer Bekehrung eine solche Einheit mit Gott zu finden vermochte. Sie zeigt, dass Wandlung möglich ist: weg vom Akt roher Gewalt gegen unschuldiges Leben im Schoße der Mutter hin zu einer Gesinnung gänzlicher Heiligkeit. “Kurz gesagt”, so der Kardinal, “ich stehe dafür ein, dass ihre Abtreibung ihren Seligsprechungsprozess nicht verunmöglichen, sondern intensivieren sollte … Mit großer Freude verkünde ich, dass der Heilige Stuhl gewährt, das Seligsprechungsverfahren und die Kanonisation von Dorothy Day zu eröffnen.”