Maria Knotenlöserin

Maria wird heute von vielen Gläubigen als die Knotenlöserin verehrt. Diese Anrufung geht auf den hl. Irenäus zurück. Er sagt: “Und so geschah es, dass der Knoten von Evas Ungehorsam gelöst wurde durch den Gehorsam Marias. Was die Jungfrau Eva durch Unglauben gebunden hat, das hat die Jungfrau Maria durch Glauben gelöst.” Das Original des Gnadenbildes Maria Knotenlöserin befindet sich in der Wallfahrtskirche St. Peter am Perlach in Augsburg. Die Entstehungsgeschichte dieses Bildes offenbart uns die Gnademacht Marias: Wolfgang Langenmantel (+1637) stand kurz vor der Trennung von seiner Frau Sophia Rentz (+1649) und besuchte deshalb den Pater Jakob Rem SJ in Ingolstadt. Pater Rem betete vor einem Bildnis Mariens und sprach: “In diesem religiösen Akt erhebe ich das Band der Ehe, löse alle Knoten und glätte es.” Danach war wieder Friede zwischen den Eheleuten eingekehrt, es kam nicht zur Trennung, und ein Enkel der Familie hat später zur Erinnerung das Bild der Knotenlöserin in Auftrag gegeben.

So hat Maria die Knotenlöserin gerade in verworrenen Familiensituationen immer wieder geholfen. Hier das Zeugnis einer Mutter aus dem Jahr 2006: “Durch eine Freundin erhielt ich die Novene ‘Maria die Knotenlöserin’, und ich war von den Meditationen und schönen Gebeten überwältigt. Das Büchlein erreichte uns einen Tag, nachdem es leidvolle und schmerzliche Unstimmigkeiten mit unseren Kindern gegeben hatte …

Am Ende der Novene wurde mir eine Gnade geschenkt, auf die ich 11 Jahre gewartet hatte. Meine Tochter, die seit 11 Jahren nichts mehr von sich hatte hören lassen und die sich bisher jeglichem Schritt zur Versöhnung widersetzte, rief mich am neunten Tag der Novene an und bat mich um Verzeihung! Ich bin glücklich. Das war einer der schönsten Tage in meinem Leben.”

 

Ich werde alle an mich ziehen

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist der Christkönigssonntag. Jesus Christus ist als König in diese Welt gekommen, um das Reich Gottes aufzurichten. Er will die Menschen in seine Macht bringen, damit sie seinen Gesetzen gehorchen und ihm folgen. Jesus sagt: “Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht hinaus in die ganze Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.”

Aber nun ist die Frage: Welche Macht verwendet er, um seine Herrschaft auszubreiten? Hier stoßen wir auf etwas menschlich Widersprüchliches, auf das unfassbare Geheimnis seiner Macht.

Er, der wirklich alle Macht und Freiheit besitzt, um über die Menschen zu herrschen, da er selber Gott ist, hat während seines öffentlichen Wirkens nur einige armselige Fischer um sich gesammelt. Und der Tag, an dem er sich öffentlich als König bekannt hat, und an dem er auch von der Welt als König anerkannt wurde, war der Karfreitag, als er gefesselt und mit Dornen gekrönt vor Pilatus stand. Er hat allen Spott mit sich geschehen lassen bis ans Kreuz. Und doch sagt Jesus: “Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen.” Und gerade vom Kreuz her, an dem der Herr menschlich gesehen ganz ohnmächtig hängt, sehen wir, mit welcher Macht er die Menschen doch an sich zieht, nämlich durch die Macht der Wahrheit und Liebe. Gott regiert also die Welt nicht mit Gewalt, sondern mit seiner Autorität.

Wie Jesus die Herzen der Menschen mit seiner Liebe besiegt und an sich zieht, darüber gibt es viele wunderbare Zeugnisse: Ein Pfarrer berichtete, dass in seinem Ort eine junge Frau wohnte, die mit 25 Jahren von einer unheilbaren Krankheit befallen wurde, die eine körperliche Lähmung mit sich brachte. Der schlimmste Tag war für sie, als sie erfahren musste, dass es für sie keine ärztliche Hilfe mehr gab. Sie hat geweint und war am Boden zerstört. Am meisten quälte sie der Gedanke: “Ich werde immer hilfsbedürftig sein.” Nach einem monatelangen Kampf in Auflehnung, Verzweiflung und Hadern mit Gott trat eine entscheidende Veränderung ein. Als der Pfarrer sie wieder einmal besuchte, merkte er, dass sie anders war. Sie sagte: “Ich habe mich endlich ergeben, ich kämpfe nicht mehr, ich habe mich vertrauensvoll in die Hände Jesu übergeben.” Von da an hatte sie den Frieden des Herzens, den sie trotz aller Mühen und Leiden nicht mehr verlor.

Christus breitet seine Herrschaft mit der Macht der Liebe und Wahrheit aus. Aber wer sich vor der Macht der Wahrheit beugt, der wird nicht unterdrückt, sondern vielmehr frei. Wer sich von der Macht der Liebe bezwingen lässt, der ist kein Verlierer, sonder er wird zum Sieger, der alle Mächte des Bösen überwindet. Der hl. Petrus sagt: “Beugt euch in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist.”

 

Warum ist Gott Mensch geworden?

Warum ist Gott Mensch geworden? Was war der Grund, dass er sich so zu seinen Geschöpfen erniedrigt hat? Eine treffende Erklärung gibt uns der hl. Bernhard von Clairvaux. Er sagt:

“Gerade deshalb ist der Sohn Gottes auf die Erde herabgestiegen, um uns den Weg zur wahren Größe und Gottähnlichkeit zu zeigen. Er sah, dass die Engel gefallen waren, weil sie in stolzer Selbstüberhebung Gott gleich sein wollten. Er sah, dass die Stammeltern, Adam und Eva, sündigten, weil ihnen der Teufel zuflüsterte, sie würden sein wie Gott. Da sprach der Sohn Gottes: Nun will ich selber kommen und mich in jener Weise offenbaren, dass einem jeden, der mir gleich sein will, diese Nachahmung zum Heile gereiche und nicht zum Verderben. Preisen wir deshalb die Güte und Erbarmung, durch die Gott unserem sehnlichen Verlangen nach Ähnlichkeit mit ihm entgegengekommen ist, so dass wir jetzt in Wahrheit sein können wie Gott, und dies nicht mehr Hochmut und Bosheit ist, sondern tiefste Demut und höchste Heiligkeit.”

 

Die Wahrheit suchen

Der Philosoph Valentin Tomberg (1900-1973), der auf seiner Suche nach der Wahrheit zum katholischen Glauben fand, beschreibt seine Erfahrung in folgender Weise:

“Der Weg des Hermetismus (=Thomberg versteht darunter das aufrichtige Suchen nach Wahrheit und Weisheit), so einsam und intim er auch ist, umfasst authentische Erfahrungen, aus denen folgt, dass die römischkatholische Kirche in der Tat ein Verwahrer der christlichen geistlichen Wahrheit ist, und je mehr man auf dem Weg der freien Erforschung dieser Wahrheit voranschreitet, desto mehr nähert man sich der Kirche. Früher oder später erfährt man unweigerlich, dass die spirituelle Realität  mit einer erstaunlichen Genauigkeit  dem entspricht, was die Kirche lehrt: dass es Schutzengel gibt; dass es Heilige gibt, die aktiv an unserem Leben teilnehmen; dass die Heilige Jungfrau Maria real ist und dass sie fast genau so ist, wie sie von der Kirche verstanden, verehrt und dargestellt wird; dass die Sakramente wirksam sind und dass es sieben  und nicht zwei, drei oder gar acht  davon gibt; dass die drei heiligen Gelübde  Gehorsam, Keuschheit und Armut  in der Tat das Wesen aller authentischen Spiritualität ausmachen; dass das Gebet ein mächtiges Mittel der Nächstenliebe ist, sowohl im Jenseits als auch hier unten; dass die kirchliche Hierarchie die himmlische hierarchische Ordnung widerspiegelt; dass der Heilige Stuhl und das Papsttum ein Geheimnis göttlichen Wirkens darstellen; dass Hölle, Fegefeuer und Himmel Realitäten sind; dass schließlich der Meister selbst  obwohl er alle liebt, Christen aller Konfessionen wie auch alle Nichtchristen  seiner Kirche treu bleibt, da er dort immer präsent ist, da er die Gläubigen dort besucht und seine Jünger dort unterweist. Der Meister ist dort immer auffindbar und zugänglich.”

Für den aufrichtigen Sucher der Wahrheit erfüllt sich immer, was der Herr gesagt hat:  “Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme”(Joh18,37).

 

Das Samenkorn des Glaubens

Juan Carlos, der jetzt als Pfarrer in Venezuela wirkt, erzählt aus seiner priesterlichen Erfahrung: »Es war ungefähr ein Jahr nach meiner Priesterweihe, als ich ein scheinbar alltägliches, doch wertvolles Erlebnis hatte. Eines Tages brach ich auf, um ein weit entferntes Dorf von Eingeborenen zu besuchen. Das Leben der dort ansässigen Menschen ist normalerweise karg und ihr Glaube nicht sehr tief. Bei meiner Visite erklärte ich ihnen, wie wichtig und notwendig es sei, gute Freunde zu besuchen. Dabei fügte ich hinzu, dass es auf der Welt keinen besseren Freund als Gott gäbe. Wir sollten ihn oft in seinem Haus besuchen. Prompt sagte einer der Männer dort mit überzeugter Stimme zu mir: “Padre, ich will in die Kirche gehen.” Er kam mit mir und wir sprachen über Gott. Von diesem Moment an betete er jeden Tag für seine Familie, die sehr arm war und nichts zu essen hatte.

Unter großen Opfern versuchte ich im Laufe des Jahres, den Leuten zu helfen. Ich schickte ihnen immer so viel, wie ich nur konnte. An Weihnachten erkundigte ich mich nach ihnen. Als ich erfuhr, dass der Mann krank war, beschloss ich, ihn aufzusuchen. Ich brachte ihm etwas zu essen mit und fragte ihn nach seinem Befinden. Er antwortete: “Ich bin glücklich.” Dann fügte er hinzu: “Mein großer Freund besucht mich jeden Tag, dabei bringt er uns immer gute Gaben. So braucht meine Familie, auch wenn ich krank bin, nicht mehr zu hungern. Danke, dass Sie mich mit diesem Freund bekannt gemacht haben.” Mir fehlten die Worte. Eine alltägliche Handlung in meinem priesterlichen Wirken hatte dazu beigetragen, dass im Herzen dieses Mannes ein felsenfester und einfacher Glaube entstanden war – er war sich sicher, dass “Er” es höchstpersönlich war, der ihm täglich Essen schickte. Darüber freute ich mich ungemein. Dank sei Gott für den Glauben dieses Mannes, der ihm Kraft schenkte, der Zukunft positiv ins Auge zu sehen.«

 

Bis zum Äußersten standhaft bleiben

Rund 200 Millionen Christen in 172 Ländern werden gegenwärtig weltweit stark diskriminiert und verfolgt. Sie leben in ständiger Gefahr, gefoltert und ermordet zu werden. Als religiöse Minderheit werden sie besonders in mehrheitlich islamisch- oder kommunistisch-regierten Staaten verfolgt. Islamische Terrororganisationen – wie z.B. “Islamischer Staat” im Irak und Syrien oder “Boko Haram” in Nigeria sowie die “Taliban” in Afghanistan und Pakistan – sehen im Christentum einen Irrglauben, der aus ihrem Einflussbereich mit allen Mitteln vertrieben werden soll. Ein Beispiel aus Pakistan:

Der 18 Jahre alte Akash Bashir aus der Gemeinde St. John in Lahor, Pakistan, hatte bei den Salesianern in Lahor die Schule absolviert und meldete sich für die Gruppe der Freiwilligen, die vor der Kirche für die Sicherheit der Gottesdienste sorgten. Er war sich im Klaren, dass immer etwas passieren konnte. Seine Eltern bezeugten, dass Akash eine Ahnung davon hatte, dass er einmal als Märtyrer für Christus sterben werde. Seine Mutter bat ihn einmal, nicht mehr vor dem Kirchentor zu stehen. Er antwortete, er wolle den Menschen Sicherheit geben und sich nicht um sein eigenes Leben kümmern. Am Sonntag, 15. März 2015 hatte er Dienst vor dem Eingang der Johanneskirche, in der etwa 2500 Menschen zur heiligen Messe versammelt waren. Während seines Dienstes erhielt er die Nachricht, dass die “Christus-Kirche”, eine 500 Meter entfernte anglikanische Kirche, von mehreren bewaffneten Männern angegriffen worden war. Akash versuchte, den Bereich vor der Johanneskirche zu sichern, als er einen Mann auf das Gebäude zulaufen sah – einen Terroristen, der auf ein weiteres Gemetzel aus war. Akash stellte sich ihm entgegen und versuchte, ihn zu blockieren. Der Mann bedrohte Akash und erklärte, er habe eine Bombe bei sich, aber Akash ließ sich nicht einschüchtern. Er hielt den Terroristen fest, um ihn am Betreten der Kirche zu hindern. Der Terrorist sprengte sich selbst in die Luft und verursachte etwa zwanzig Todesopfer, darunter auch Akash selbst. Die Opfer wären noch viel mehr gewesen, wenn es dem Terroristen gelungen wäre, in die Kirche einzudringen. Durch seinen Mut und die Hingabe seines Lebens hatte Akash vielen Menschen das Leben gerettet.

“Es war ein Akt der Liebe”, sagt eine junge Frau, die mit ihm befreundet war. “Akash war ein junger Katholik wie ich. Auch er erlebte Belästigungen, Drohungen, Diskriminierungen, nur weil er Jesus nachfolgte. Wie das Martyrium vieler anderer Katholiken in Pakistan ist uns der Tod von Akash ein Ansporn, um bis zum Äußersten standhaft zu bleiben.” “Akasch ging vor uns her und zeigte uns den Weg zum ewigen Leben. Durch sein Opfer begannen so viele Menschen, der Kirche zu dienen.”

Euer Lohn im Himmel wird groß sein

Das kommunistische Nordkorea gilt als der gefährlichste Ort für Christen. Staatsbürger müssen der Herrscherfamilie Kim und dem Regime gegenüber Ergebenheit zeigen. Vermutete Untreue – hierzu zählt auch das Bekenntnis zum christlichen Glauben – wird schwer bestraft. Überläufer schilderten, dass sich zwischen 50.000 und 70.000 Christen in Arbeitslagern befinden. Eine Schätzung besagt, dass 75% der Christen an den Folgen der harten Behandlung im Lager sterben. Es gibt Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren, Zwangsarbeit, Folter, Verfolgung, Tod durch Verhungern, Vergewaltigung, Zwangsabtreibung und sexuelle Gewalt. Gläubige wurden “an einem Kreuz über dem Feuer aufgehängt, unter einer Straßenwalze zerquetscht, von Brücken geworfen, totgetrampelt”, berichtet Missio. Jesus hat verheißen: “Euer Lohn im Himmel wird groß sein” (Mt 5,12).

 

Sel. Carlo Acutis – Die Eucharistie ist meine Autobahn zum Himmel

Am 10. Okt. 2020 wurde in Assisi Carlo Acutis von Papst Franziskus selig gesprochen. Der sel. Carlo Acutis ist am 12. Oktober 2006 mit 15 Jahren in Monza gestorben und in Assisi begraben. Gott hat an seinem Leichnam ein besonderes Zeichen gewirkt; er ist unverwest (siehe Bild), denn der sel. Carlo hat uns und besonders der Jugend ein außergewöhnliches Zeugnis gegeben, dass es auch heute möglich ist, den Weg der Heiligkeit zu gehen.

Carlo wurde am 3. Mai 1991 in London geboren. In ihm finden wir die Züge eines Jugendlichen unserer Tage. Er war aus gutem Haus, freundlich, gut erzogen; seine Hobbys waren Photographie, Computer, Informatik; er war bei seinen Mitschülern sehr beliebt und hilfsbereit. Er liebte die Tiere. Aber aus all dem leuchtet seine innige Beziehung zu Jesus Christus in der Eucharistie hervor. Denn von Kindheit an wollte er jeden Tag die heilige Messe mitfeiern und den Rosenkranz vor dem Tabernakel beten. Schon als Kind war seine Sehnsucht nach der hl. Kommunion so groß, dass sein Pfarrer ihm erlaubte, früher als üblich die hl. Kommunion zu empfangen. “Carlo war dabei wie verwandelt: Sein Blick war klar, sein Lächeln umwerfend. Er zeigte eine Tiefe und Reife, die ungewöhnlich war”, berichtet eine Ordensfrau über die Erstkommunion.

In einem längeren Interview mit der Zeitung “National catholic Register” erzählt die Mutter von Carlo am 27.2.2020 über sein Leben: “Carlo hat besondere Gnaden erhalten. Ich war nicht besonders fromm, aber Carlo wollte schon als Kind immer in die Kirche gehen. Er wollte immer hineingehen und Jesus besuchen, ihn grüßen.” “Carlo hat mich Gott näher gebracht. Er stellte Fragen, auf die ich keine Antwort wusste – vor allem aufgrund meiner mangelnden Katechismuskenntnisse. So begann ich, mehr über meinen Glauben zu lernen, und das war aufgrund von Carlo. Viele weitere Menschen können dies bezeugen: Menschen, die sich durch sein Beispiel und durch seine Worte bekehrt haben. Er lebte wirklich das, was er sagte. Er war ein Zeuge.”

“Er hatte einige Unvollkommenheiten. Er war in vielerlei Hinsicht ein normaler Junge. Er war also nicht perfekt, aber er hatte einen sehr starken Willen – und mit diesem Willen verbesserte er sich in vielerlei Hinsicht. Er sagte immer: ‘Was macht es schon aus, wenn man tausend Schlachten gewinnen kann, wenn man gegen seine eigenen korrupten Leidenschaften nicht gewinnen kann? Das spielt keine Rolle. Der wahre Kampf ist der mit uns selbst.'”

Die Mutter erzählte auch, dass Carlo eine Vision seines Großvaters hatte, der ihn bat, für ihn zu beten, da er im Fegefeuer sei. “Von da an begann Carlo für alle armen Seelen im Fegefeuer zu beten. Immer, immer, immer betete er für diese Seelen und versuchte, Ablässe für sie zu gewinnen. Er sagte immer, dass wir für die armen Seelen im Fegefeuer beten müssen, dass wir sie nicht vergessen dürfen und dass sie uns sehr helfen werden.”
“Bevor er starb, sagte er zu mir: ‘Mama, ich würde dieses Krankenhaus gerne verlassen, aber ich weiß, dass ich das nicht lebend tun werde. Aber ich werde dir Zeichen geben, dass ich bei Gott bin.’ Carlo war sich bewusst, dass sein Leben vollendet war. Er sagte: ‘Ich sterbe glücklich, denn ich habe mein Leben nicht damit verbracht, meine Zeit mit Dingen zu vergeuden, die Gott nicht gefallen haben.'”

“Wenn ich den Tod meines Sohnes nur auf irdische Weise betrachtet hätte, hätte niemand mich trösten können. Carlo hat mich gelehrt, ihn mit den Augen des Glaubens zu sehen.”

 

Sel. Carlo Acutis – Der Weg zur Heiligkeit

Auf einer seiner Websites hatte der sel. Carlo Acutis auch einige Grundsätze veröffentlicht, mit denen man die Heiligkeit erreicht. Er schrieb:

“1) Du musst die Heiligkeit aus ganzem Herzen wünschen, und wenn diese Sehnsucht noch nicht in deinem Herzen erwacht ist, musst du den Herrn inständig darum bitten.

2) Geh jeden Tag zur hl. Messe und empfange die hl. Kommunion.

3) Erinnere dich daran, jeden Tag den Rosenkranz zu beten.

4) Lies jeden Tag einen Abschnitt der Heiligen Schrift.

5) Wenn es möglich ist, halte einige Momente eucharistische Anbetung vor dem Altar, wo Jesus wirklich gegenwärtig ist. Du siehst, wie wunderbar du in der Heiligkeit wachsen kannst.

7) Geh jede Woche zur heiligen Beichte, bekenne auch die lässlichen Sünden.

8) Lege Fürbitte ein bei Jesus und Maria und schenke ihnen Blumen (Opfer und gute Taten), um anderen zu helfen.

9) Bitte deinen Schutzengel, dir beständig zu helfen, damit er dein bester Freund wird.” Diese Anweisungen hat er selber konsequent befolgt und anderen geraten.

Es sind auch noch weiter Aussprüche von ihm berichtet: “Die Gottesmutter ist die einzige Frau meines Lebens.” “Die Bekehrung ist nichts anderes als den Blick vom Boden in die Höhe zu richten, es genügt eine einfache Bewegung der Augen.”

“Warum beschäftigen sich die Menschen so sehr mit der Schönheit ihres eigenen Körpers anstatt mit der Schönheit ihrer eigenen Seele?”

“Je öfter wir die Eucharistie empfangen und je mehr wir Jesus ähnlich werden, um so mehr werden wir schon auf dieser Erde das Paradies verkosten.”

 

Weihnachtswunder in Russland

Während des zweiten Weltkriegs, in dem sich Russland und Deutschland gegenüber standen, betrat Karl, ein deutscher Sanitätssoldat, der sich sehnlichst wünschte, eine heilige Messe mitzufeiern, am Abend des Epiphaniefestes (dem Weihnachtsfest der Othodoxen Kirche) eine kleine Kapelle mitten im Wald an der russischen Front. Dort traf er auf einen Popen und seine Frau, die gerade die hl. Liturgie feiern wollten. In gebrochenem Russisch stellte Karl sich vor: “Ich bin ein Franziskanerbruder. Darf ich die Messe dienen ?” “Kommen Sie”, antwortete der Pope.

Die drei Teilnehmer waren tief bewegt: die Wirren eines abscheulichen Krieges hatten in der Eucharistiefeier Orthodoxe und Katholiken, Russen und Deutsche zusammengeführt! Die ganze Zärtlichkeit des Himmels strömte in drei Herzen, die eins wurden in Christus. Gegen Ende der Messe umstellten plötzlich Soldaten der Roten Armee, die Karls Spuren ausfindig gemacht hatten, das Blockhaus und fordern den Popen auf: “Liefern Sie ihn aus. Sonst schießen wir!” Ungerührt legte der Pope eine Hand auf die Schulter des Deutschen und erklärte: “Das ist ein Franziskanerbruder; ein Starez!” (Die Starzen sind Einsiedler, die in den russischen Wäldern ein Leben des Gebets und der Buße führen).

Die Urinstinkte des “Heiligen Russland” erwachten im Herz der Soldaten Stalins, die im reinsten Atheismus aufgewachsen waren. Beim Wort “Starez” senkten sich achtungsvoll ihre Gewehre. “Der Starez ist gekommen, um mit mir zu beten, ich bitte euch, ihn heil und gesund zurück an die deutschen Linien zu bringen.” Mit einem Kopfnicken gehorchte der Unteroffizier, und der junge Ordensmann wurde zurückgeführt, bis er in Sichtweite seiner Soldaten war. Das alles geschah bei Orel, 250 km südlich von Moskau. Karl wurde Missionar in Japan: er hat diesen 6. Jänner nie vergessen, an dem er mit dem “Heiligen Russland” in Berührung kam.