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Sie verharrten einmütig im Gebet

Von der Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten heißt es in der Apostelgeschichte: “Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu und mit seinen Brüdern” (Apg 1,14). Es war die erste Pfingstnovene, die die Kirche gebetet hat. Es war ein äußerst fruchtbares und wirkungsvolles Gebet, das den Lauf der Welt gänzlich verändert hat.

Der Heilige Geist ist an Pfingsten auf sie herabgekommen. Und schon am Pfingsttag haben sich auf die Predigt des Petrus hin tausende zum Glauben an Christus bekehrt. Und von da an hat sich die Kirche unaufhörlich ausgebreitet. Das Gebet der Jünger im Abendmahlssaal war nicht vergeblich. Es hat wahrhaft Großes bewirkt. Es hat die Welt verändert.

Wenn wir an unser Leben denken und den Lauf unserer Zeit, dann kommt uns vielleicht die Frage, ob der Heilige Geist auch heute solche Dinge bewirket, wie sie am Anfang der Kirche geschehen sind. Und es war für uns vielleicht fraglich, ob das Beten überhaupt etwas nützt, und ob man durch das Gebet etwas im Lauf der Welt verändern kann.

Aber wenn wir den Sinn und die Wirkung des Betens tiefer verstehen wollen, kann uns das Vorbild der Kirche im Abendmahlssaal helfen. Hier müssten wir einige Dinge betrachten.

1) Als erstes fällt uns auf, dass durch das Gebet die Welt nicht zuerst draußen verändert wurde, sondern drinnen im Herzen der Jünger, dort hat der Heilige Geist zuerst gewirkt. Wir möchten oft gerne haben, dass Gott die Menschen, die Situationen, die Welt ändert, aber wir selber möchten so bleiben wie wir sind. Der Heilige Geist möchte  aber bei uns selber anfangen, wenn wir ihn wirken lassen.

2) Diese Änderung der Welt ist aber nicht ein Werk das wir alleine schaffen. Deshalb war damals im Obergemach von Jerusalem auch die ganze junge Kirche versammelt und betete gemeinsam. Der heilige Lukas sagt sogar noch mehr: sie beteten “einmütig”. Das heißt, sie hatten untereinander alle Differenzen und Unstimmigkeiten ausgeräumt. Ohne die Gemeinschaft der Kirche, ohne die Einmütigkeit im Glauben und in der Liebe, wirkt der Heilige Geist nicht. Am Pfingsttag traten sie an die Öffentlichkeit als Menschen, die ganz von der Gnade Christi ergriffen sind, die aber auch untereinander eins geworden sind und so legen sie Zeugnis ab für das Gnadenwirken Gottes.

3) Und ein Drittes müssen wir beachten, damit das Gebet um den Heiligen Geist reiche Frucht bringt. Es ist die Einheit mit Maria. Die junge Kirche hat die Einheit mit ihr gesucht, weil sie dem Herrn und dem Wirken des Heiligsten Geistes am nächsten war und weil ihre Fürbitte die größte Macht bei Gott hat.

Das Gebet hat damals die Herzen der Jünger verändert und damit den Lauf der Welt. Auch unser Gebet um den Heiligen Geist wird nicht fruchtlos bleiben.