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Gott zeigte uns unsere Berufung als Ehepaar

Claudia und Gioacchino Bruni aus San Benedetto del Tronto in Italien sind 33 Jahre verheiratet. Ihre Ehe verlief völlig anders, als sie es sich seinerzeit vorgestellt hatten. Aber heute bezeugen sie: “Wenn ihr Jesus erlaubt, in eure Ehe einzutreten, wird Er mit euch Wunder wirken.”

Claudia und Giacchino lernten sich bei einem Glaubenskurs in der Pfarrei kennen. Nach drei Jahren heirateten sie. Er war 24 und sie 23 Jahre alt. Für beide war der Glaube sehr wichtig. Giacchino: “Wir dachten, das erste Jahr unserer Ehe sollte einmal ganz uns beiden gehören, danach wollten wir natürlich gerne Kinder haben.” Claudia: “Aber schon nach zwei Monaten drängte uns unsere Liebe, den Wunsch nach Kindern nicht mehr aufzuschieben. Wir wollten so schnell wie möglich die Frucht unserer Liebe sehen. … Doch es kam kein Kind! Wir hofften, ein Jahr, zwei Jahre. Dann fiel ich in eine ernsthafte Krise. Das erste Mal in meinem Leben stand ich vor der Situation, etwas, was ich unbedingt wollte, nicht erreichen zu können.”

Claudia hörte begeistert von der Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung und vereinbarte einen Termin. Aber Giacchino sagte: “Claudia, bist du sicher, dass DAS der Wille Gottes ist? Haben wir Ihm nicht versprochen, Seinen Willen in unserer Ehe verwirklichen zu wollen?” Claudia: “Diese Worte trafen mich wie ein Blitz, und es fiel mir wie Schuppen von den Augen: Ich kam mir wie der hl. Paulus bei seiner Bekehrung vor, und mir blieb nichts anderes übrig, als unter Tränen einzugestehen, dass ich nicht allmächtig bin, ja, dass ich ohne Gott nichts bin.”

Giacchino: “Von da an beteten wir viel tiefer, und unsere Liebe bekam eine neue Dimension. Wir strebten nicht mehr danach, unbedingt ein Kind zu haben, sondern wir versuchten einander zu helfen, den Willen Gottes zu erkennen und anzunehmen. Wir dachten darüber nach, ob wir vielleicht ein Pflegekind aufnehmen sollten. … 1990 war es dann so weit. Nach drei Jahren kinderloser Ehe wurde uns die sechsjährige Emilie anvertraut. Emilie war für uns eine riesige Freude, aber auch eine große Herausforderung.”

Sie suchten nach einer Hilfe und lernten auf diese Weise die kirchlich anerkannte Gemeinschaft “Johannes XXIII.” kennen, die vom Priester Don Benzi gegründet wurde und sich im Geist des Evangeliums um die Letzten und Ausgestoßenen kümmert mit dem Ziel, “jenen, die keine Familie haben, eine Familie zu schenken”. Nach einem Jahr nahmen sie Silvio in Pflege, einen sechsjährigen geistig und körperlich behinderten Jungen. Das war für sie keine leichte Entscheidung. Claudia: “Nach einiger Zeit dachten wir darüber nach, ob es für Silvio nicht gut wäre, zusammen mit einem anderen Kind aufzuwachsen. … Und wäre Silvio bereit, unsere Liebe mit einem anderen Kind zu teilen? Als wir mit ihm darüber sprachen, war er sofort begeistert und sagte ganz spontan: ‘Ja, wenn er Marco heißt!’

Vier Wochen später kam ein Anruf mit der Frage, ob wir bereit wären, ein Kind aufzunehmen, das bereits mit sechs Monaten als Zwilling geboren wurde und aufgrund einer Hirnblutung blind und schwerbehindert war; es werde sicher nicht sprechen können und habe eine Lebenserwartung von maximal einem Jahr.

Am Ende sagte der Sozialarbeiter noch, wir sollten es uns doch überlegen, wir könnten Marco jederzeit im Krankenhaus besuchen. ‘Wie bitte? Marco?’ – ‘Ja, der Kleine heißt Marco.'”

Giacchino: “Als wir den Namen erfuhren, wussten wir, dass Jesus uns dieses Kind anvertrauen wollte. Der erste Krankenhausbesuch war sehr schwer. Wir konnten das Kind fast nicht anschauen, so entstellt war es mit all den Kanülen. … Aber wir wollten Jesus keine Absage erteilen. Heute ist Marco 21 Jahre alt. Nach 20 Operationen, die wir mit ihm durchgestanden haben, kann er gut sehen, und seine Lähmungserscheinungen sind größtenteils geheilt. Wir haben Silvio und Marco so sehr ins Herz geschlossen, dass sie durch Adoption unsere eigenen Kinder wurden. … Gott zeigte uns unsere Berufung als Ehepaar.” Durch weitere wunderbare Zeichen der Vorsehung geführt gründeten sie ein “Familienheim – Casa Famiglia”, in dem sie sich ganz der Sorge um diese “Verlas-senen” widmeten.

Giacchino: “Im Laufe der letzten 20 Jahre durften wir insgesamt 60 Personen für einen unterschiedlichen Zeitraum ein Heim schenken. Das Kleinste unter ihnen war 15 Tage alt, als es zu uns kam, wurde aber bald von einer Familie adoptiert. Die älteste Person war Oma Pierina, die mit 86 Jahren bei uns einzog und zehn Monate blieb, bis ihr Sohn sie zu sich nehmen konnte.”
Claudia: “Nie hat uns die Vorsehung im Stich gelassen, weder materiell noch spirituell, wenn wir den Willen Gottes tun wollten. Wir dürfen eine überaus erfüllte Ehe, Vater- und Mutterschaft leben. Unser großes Leiden der Kinderlosigkeit wurde uns zur Gnade, denn es hat uns die Augen für unsere wahre Berufung geöffnet. Dafür können wir Gott nur danken!”

Quelle: vgl. Triumph des Herzens