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Die Wahrheit im Widerspruch

Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. Mk 1,11

Am 4. Sonntag im Jahreskreis (B) wird uns im Evangelium berichtet, wie Jesus in Kafarnaum in der Synagoge predigte. Es heißt: “Die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat.”

Aber es offenbart sich noch etwas Wichtiges an dieser Stellen. Es heißt, dass ein von einem unreinen Geist besessene Mann zu schreien begann, als er Jesus sah und hörte. Und als Jesus diesem Geist befahl, den Mann zu verlassen, da verließ er ihn unter lautem Geschrei.
Wenn im Evangelium von Dämonen die Rede ist, können wir uns oft wenig darunter vorstellen. In einer anderen Bibelübersetzung wurde das Wort Dämon sehr treffen mit dem Wort “Abergeist” übersetzt, oder man könnte auch Widerspruchsgeist sagen. Diese Dämonen als “Abergeister” suchen mit allen Mitteln die Menschen im Geiste, im Denken, in den Vorstellungen zu beeinflussen, damit sie nicht zum wahren Glauben an Gott finden und nicht den Willen Gottes tut, sondern in der Lüge, im Schein, in der Selbsttäuschung gefangen bleiben und sich mit einem irdischen Scheinglück zufrieden geben, das letztlich ihr Verderben ist.

Aber dort, wo Jesus auftritt und die Wahrheit durch sein göttliches Wort verkündet, werden die Dämonen aufgescheucht, die sich bis jetzt verborgen gehalten haben und müssen sich durch Geschrei bemerkbar machen. Genau dieser Aufschrei der Abergeister ist aber ein Zeichen für die Wahrheit und die Vollmacht Christi. Und das geht auch in der Geschichte der Kirche so weiter. Immer wenn die Kirche mit Vollmacht die Wahrheit verkündet und gegen der vorherrschenden Zeitgeist spricht, dann machen sich diese Geister bemerkbar – heute oft durch einen sogenannten “Aufschrei” in den Medien.

Denken wir z.B. zurück an Papst Paul VI. mit seine Enzyklika “Humane Vitae” oder an die Reden von Papst Benedikt XVI. in Regensburg, in der er nur mit einem Satz die Wahrheit über den Islam andeutete und sagte, dass Religion mit Gewalt nicht vereinbar sei. Da ging ein Aufschrei durch die Medien, kritische Kommentare wurden verbreitet und es herrschte große Aufregung. Die “Abergeister” haben sich gemeldet. Aber dies geschieht nicht nur im großen Stil, sondern das kann auch jeder Priester erfahren, wenn er in Treue zum Evangelium die Wahrheit verkündet.

Ein Priester hat erzählte, dass er im Zusammenhang mit diesem Sonntagsevangelium in der Predigt von der Existenz und dem Wirken des Teufels gesprochen hat. Nach einigen Tagen hat er wegen dieser Predigt einen Brief mit bösen Beschimpfungen erhalten. Das war wieder der Aufschrei eines solchen Abergeistes. Wenn heute die Verkünder des Evangeliums meist keinen Widerspruch erregen, sondern nur gut ankommen in der Welt, muss man sich auch fragen, ob die Wahrheit noch verkündet wird.