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Übermaß der barmherzigen Liebe

Hochzeit-zu-kana2Am 2. Sonntag im Jahreskreis hören wir im Evangelium den Bericht über die Hochzeit von Kana. Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, dass der Herr sein öffentliches Wirken auf einer Hochzeit begonnen und dort Wasser in Wein gewandelt hat. Jesus will uns hier zeigen, wozu er als der Sohn Gottes in die Welt gekommen ist und was er uns bringen will.

Die Hochzeit, zu der Jesus und seine Mutter eingeladen waren, könnten wir verstehen als ein Zeichen für das Glück des Menschen, das er in der Liebe findet. Ganz angenommen und geliebt sein, aber zugleich sich hingeben können für andere, das macht den Menschen glücklich. Das kommt in einer Hochzeit zum Ausdruck. Darum können wir den Wein, als ein Symbol für die Liebe betrachten.

Wie es aber um diese Liebe und das Glück des Menschen in dieser Welt wirklich bestellt ist, das zeig uns die peinliche Situation, dass während der Hochzeit der Wein ausgeht. Das ist ein Zeichen für den unerlösten Zustand des Menschen. Wir sind in dieser Welt wie abgeschnitten von der Quelle der Liebe, die ja Gott selber ist. Und das ist der Zustand, den wir Erbsünde nennen. Sie ist die Wurzel für so viele Übel. Jede Sünde, die wir Gott und den Menschen gegenüber begehen, jede Übertretung der Gebote Gottes müssen wir immer auch als einen Mangel an Liebe sehen. Der Durst nach Liebe ist überall groß. Aber der Wein unserer menschlichen Liebe reicht nicht aus, den Durst zu stillen.

Wer hat diese schmerzliche Situation als erstes bemerkt? Es war Maria, die von Anfang an voll der Gnade und Liebe war, die niemals diesen Mangel an sich hatte. Sie ist die Unbefleckte Empfängnis und von Gott vollkommen Erlöste. Maria kennt nun den, der gekommen ist, um uns aus unserer Not zu befreien. Sie kennt die menschgewordene Liebe Gottes, ihren Sohn. Jesus ist der wahre Bräutigam auf dieser Hochzeit, der seiner Braut, der Kirche, und damit jeder einzelne Seele die wahre Erfüllung und Seligkeit schenken kann. Und deshalb bringt Maria durch ihren mächtigen Glauben diese Quelle der Liebe zum Fließen. “Was er euch sagt das tut.” Es war eine große Menge! 600 Liter Wasser wandelte der Herr zu köstlichem Wein; ein Zeichen für das Übermaß seines Erbarmens und seiner Liebe, die er uns schenken will. Aber es ist zu bedenken: Jesus hat nicht einfach die leeren Weinkrüge wieder gefüllt, sondern dieser köstliche Wein findet sich nur in Krügen, die zur Reinigung bestimmt waren. Das heißt: Mit diesem Übermaß des Erbarmes und der Liebe werden nur jene erfüllt, die ihr Herz reinigen, die umkehren von ihren Sünden und Buße tun.