Eucharistisches Wunder – es ist der Leib Christi

Im kleinen Ort Sokólka im Erzbistum Bialystok in Polen hat sich vor einigen Monaten ein eucharistisches Wunder ereignet. Während der Spendung der hl. Kommunion war eine konsekrierte hl. Hostie zu Boden gefallen. Der Priester hat sie – da er sie nicht konsumierte – in ein dafür vorgesehenes Gefäß mit Wasser gegeben, damit sich die Brotsgestalt auflöse. Dies ist von der Kirche für solche Fälle vorgesehen. Nach einigen Wochen stellte der Pfarrer aber fest, dass sich das Wasser rot gefärbt hatte. Und es zeige sich, dass sich die hl. Hostie in ein fleischliches Gewebe gewandelt hatte. In zwei unabhängigen ärztlichen Untersuchungen wurde festgestellt, das es sich um ein Stück aus einem menschlichen Herzen handelt, dass im Todeskampf liegt.

Die weitere genaue Prüfung der Umstände ergab, dass kein Betrug dahinter sein konnte. Die Untersuchungskommission betonte in einer abschließenden Stellungnahme. “Das Ereignis in Sokólka steht nicht im Widerspruch zur Lehre der Kirche, eher wird diese dadurch bestätigt. Die Kirche bekennt, dass sich nach den Konsekrationsworten durch die Macht des Heiligen Geistes das Brot in den Leib Christi und der Wein in sein Blut verwandeln. Das Ereignis stellt auch einen Aufruf dar, dass die Eucharistiespender mit Glauben und Aufmerksamkeit den Leib des Herrn verteilen und die Gläubigen ihn mit Ehrfurcht empfangen.”

Dann geh und handle genauso!

Eines der wichtigen Gleichnisse, die Jesus, der Herr, erzählt hat, ist die Geschichte vom Barmherzigen Samariter. Sie ist die Antwort auf die Frage: „Wer ist mein Nächster?“ Der Gesetzeslehrer wollte sich mit dieser Frage rechtfertigen, da ihm der Anspruch des Gebotes: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ zu radikal erschien.

Das Gleichnis vom Mann der von den Räubern niedergeschlagen wird, und der erst Hilfe durch einen Samariter findet, nachdem ein Priester und ein Levit an ihm gleichgültig vorbeigegangen waren, ist nicht bloß ein Anweisungen für unser Verhalten gegenüber den Schwächsten und Leidenden, sondern es gibt uns zuerst ein wunderbares Bild dafür, was Gott selbst an uns getan hat.

Der Mann, der am Wegrand liegt, ist der Mensch, das sind wir. Durch die List des Teufels sind wir in Sünde gefallen, wurden niedergeschlagen und ausgeplündert und können uns nicht aus eigener Kraft erheben.

Der barmherzige Samariter, der sich dem Halbtoten zuneigt, ist Jesus Christus, der Sohn Gottes selbst. Sein Mitleid mit uns Menschen hat ihn auf die Erde geführt. Er ist gekommen, um zu heilen, was durch die Sünde im Menschen verwundet ist.

Und was tut er? Er gießt Wein und Öl auf die Wunden. Der Wein ist das Zeichen für das Opfer Christi, das Blut, das zur Vergebung der Sünden vergossen hat. Und das Öl bedeutet die Salbung des Heiligen Geistes, die uns zu Kindern Gottes macht. Mit „Wein“ und „Öl“ heilt der Herr die Wunden der Seele.
Noch etwas anderes tut Christus mit uns Menschen. Er bringt uns in die „Herberge“, d.h. in die Kirche. Sie ist das „Sanatorium“ die „Heilanstalt“, in der Christus für uns sorgt bis zur gänzlichen Heilung von unseren Verwundungen .

Das Gleichnis gibt uns ein wunderbares Bild des Erbarmen Gottes. Doch nun ergeht der Aufruf an uns: „Geh, und handle genauso!“ oder wie Jesus an anderer Stelle sagt: „Wie ich euch geliebt habt, so sollt auch ihr einander lieben.” Ganz unmittelbar stehen auch wir vor der Frage: Wer ist mein Nächster, an dem ich diese heilende, helfende Liebe weiterschenken soll?

Es stellt sich immer die Frage, wie wir mit den Schwächen und Fehlern, mit den Verwundungen, Sorgen und Nöten unserer unmittelbaren Mitmenschen umgehen. Und da wird es vor allem uns Güte, Freundlichkeit und Geduld sein, die persönliche Opferbereitschaft und die dienende Liebe, die wie Öl und Wein auf die Wunden unserer Mitmenschen sind. „Die Liebe deckt viele Sünden zu“, sagt der heilige Paulus.
Viele Menschen, denen wir heute begegnen, mit denen wir zu tun haben, liegen geistlich gesehen sozusagen halbtot am Wegrand, fern vom Glauben, fern von der Kirche und von den Geboten Gottes, oft sind sie sogar bewusstlos, d.h. sie wissen gar nicht in welchen Zustand sie vor Gott sind. Und nur zu leicht sind wir versucht, daran vorbeizugehen und so zu handeln, wie es Maria von Ebner-Eschenbach einmal beschrieben hat: „Man kann nicht allen helfen, sagt der Engherzige und hilft keinem.“

Der Herr lädt uns ein, wie der barmherzige Samariter, d.h. wie er selbst zu sein: „Geh und handle genauso!“

Rücksicht auf die Schwächeren

Am 4. Oktober ist der Gedenktag des hl. Franz von Assisi, dem Gründer aller franziskanischen Gemeinschaften. Eine Begebenheit aus seinem Leben zeigt uns seine Rücksichtnahme auf die Schwächeren, die ein Zeichen echter christlicher Liebe ist. Diese Haltung brauchen wir heute um so mehr, da im großen Leistungsdruck der Gesellschaft die Schwächeren auf der Strecke bleiben.

Als der heilige Franz mit seinen Brüdern in Rivotorto weilte, hörte er um Mitternacht laute Schreie: „Ich sterbe, ich sterbe!“ Alle erwachten und Franziskus stand auf und fragte den Bruder warum er glaube, dass sterben müsse. „Ich sterbe vor Hunger!“, sage er. Denn voll Glaubenseifer hielten die Brüder mit Franziskus oft ein strenges Fasten. Sofort ließ der hl. Franz den Tisch decken und aß selber mit, damit der andere sich nicht zu schämen brauchte. Er bat auch die anderen Brüder; sich an den Tisch zu setzen. Als alle beisammen waren, sagte er: „Jeder soll auf seine Natur achten. Und wenn einer von euch mit weniger Nahrung auskommt als der andere, so soll derjenige, der mehr braucht, sich nicht gewaltsam nach dem Maß der anderen richten, sondern seinem Leibe auch das Nötige geben. Gott will’ Barmherzigkeit, nicht äußere Opfer…“

Pater Pio – Ein Kreuz, das nicht bloß Einbildung war

Der heilige Pater Pio, dessen Gedenktag am 23. Sept. gefeiert wird, hat 50 Jahre lang die Wundmale Christ an seinem Leib getragen.

Es war für ihn ein lebenslanger Leidensweg. Doch er sagt aus eigener Erfahrung: „Das Kreuz wird dich niemals niederdrücken. Sein Gewicht mag dich ins Schwanken bringen, aber seine Kraft wird dich aufrecht halten.“

Pater Pio war auch oft umgeben Menschen, die seine Gnadengaben bezweifelten oder pychologisch erklären wollte. Ein “aufgeklärter” Besucher sagte einmal zu ihm:

„Nicht wahr, Pater Pio, Sie haben sich so intensiv und andächtig mit dem Leiden des Herrn befasst, sich das so sinnfällig vorgestellt, dass bei Ihnen selbst die Wundmale erschienen sind?“ Pater Pio antwortete: „Mein Herr, nicht wahr, wenn Sie sich nur ganz intensiv vorstellen, dass Sie ein Ochse sind, so werden Ihnen wahrscheinlich dennoch keine Hörner wachsen.“

Das Gehör hast Du mir eingepflanzt!

Im Psalm 40 heißt es: “Das Gehör hast du mir eingepflanzt; darum sage ich: Ja, ich komme. … Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude.”

Dieses Gebet macht uns bewusst, dass uns Gott die geistig-leibliche Fähigkeit geschenkt hat auf ihn und sein Wort zu hören. Unsere Beziehung zu Gott kommt zuerst aus dem Hören. Keiner hat Gott je gesehen, doch er hat zu uns gesprochne und das Entscheidende ist, dass wir auf ihn hören, ihm ge-horchen. Der Glaube kommt vom Hören.

Es ist auch bezeichnend für unsere Entwicklung: das erste Sinnesorgan, das beim Kind im Mutterleib vollständig ausgebildet wird, ist das Ohr. Man hat festgestellt, dass das Ohr am Ungeborenen schon am 7. Tag als kleiner Punkt erkennbar wird. Der bekannte französisch Hörforscher Alfred Tomatis geht davon aus, dass das Kind schon kurz nach seinem Lebensbeginn im Mutterschoß zu hören beginnt. Das Hören gibt dem Kind vor allem die geistig seelische Nahrung, die seine weitere Entwicklung beeinflusst.

Dr. Tomatis, der sprachgestörte Kinder behandelte, berichtet von einem autistischen Mädchen, von Odile, die mit drei Jahren noch stumm war. Alle Versuche, sie mit ihrer französischen Muttersprache zu einer Reaktion zu bewegen, scheiterten, bis zufällig einmal in der Gegenwart von Odile englisch gesprochen wurde. Hier zeigte sie plötzlich ein erste Reaktion. Und mit Englisch konnte sie der Arzt sogar zum Sprechen bringen. Was war die Ursache? Ihre Mutter hatte in den ersten Woche ihrer Schwangerschaft in einer Import-Export-Firma gearbeitet, in der nur Englisch gesprochen wurde. Diese aller ersten Wochen waren auch die einzigen der Schwangerschaft gewesen, in der sie sich auf ihr Baby gefreut hatte. Später musste der Vater aus beruflichen Gründen ins Ausland und die Mutter, die zweifelte, ob er je zurückkommen würde, trug sich immer wieder mit dem Gedanken an eine Abtreibung!

Die Geschichte Odiles ist nur ein faszinierendes und eindrucksvolles Beispiel von vielen für das Hör-Erleben des Ungeborenen. Wir sind von Anfang an auf das Hören des Wortes hin geschaffen. Aber nur das Wort, das aus der Liebe kommen, bewegen uns zu einer wirklichen Antwort, sonst bleiben wir stumm.

Gott ist viel besser als wir denken

Pater Werenfried van Straaten, der Gründer des internationalen katholischen Hilfswerkes “Kirche in Not/Ostpriesterhilfe hat kurz vor seinem Tod 2004 mit 90 Jahren in einem Interview über seine Berufung als “Bettler für Gott” gesprochen. Im Laufe seines Lebens hat er 3 Milliarden Euro erbettelt und an Notleidende weitergeleitet.

Er erzählte über ein Schlüsselerlebnis, das ihm den Weg zu seiner Berufung zeigte, ein “Bettler für Gott” zu werden: “Als ich noch in der Ausbildung zum Priester war, verbrachte ich einmal eine Woche Urlaub bei meinen Eltern. Mein Vater war Lehrer, meine Mutter war zuhause. Als sie in die Stadt ging, um etwas zu kaufen, hat es geklingelt. Draußen stand ein Mann mit einer Geige. Er fing an zu spielen. Ich habe meine Bewunderung geäußert und ihm gesagt: ‘Das haben Sie nicht umsonst gemacht, ich muss schauen, ob ich etwas für Sie habe.’ Ich fand den Geldbeutel meiner Mutter, aber da war nichts drin. Da habe ich gesagt: ‘Wir machen etwas anderes.’ Während er gespielt hat, bin ich die ganze Straße abgegangen, habe überall geklingelt und gesagt: ‘Das ist ein guter Freund von mir, er will etwas für Sie spielen. Wenn Sie etwas Geld geben wollen, können Sie es mir aushändigen, ich gebe es ihm dann.’ Eine halbe Stunde bin ich so mit ihm von Haus zu Haus.”

Pater Werenfried war von unerschütterlichen Gottvertrauen erfüllt, wenn es galt, den Menschen in Not zu helfen. So hat er oft Hilfsgelder zugesagt, die er noch gar nicht gesammelt waren. Das hat ihm am Anfang große Schwierigkeiten eingebracht. Er erzählt:

“Es stimmt, ich habe immer das Geld versprochen, bevor ich es hatte. Ich war ja ein armer Mensch, aber mit einem Vertrauen: Wenn Gott von mir verlangt, dass ich eine Not lindere, muss ich es tun, und Er, der mir das in mein Herz gelegt hat, wird mich dann nicht im Stich lassen. Von Gott erwartete ich, dass er in den Herzen meiner Leser und Zuhörer die Stürme der Liebe entfesseln würde, ohne die alle meine Versprechen eitle Angeberei gewesen wären. Die Folge war nicht, dass ich in eine psychiatrische Klinik eingesperrt wurde oder dass mich mein Abt unter Vormundschaft stellte. Die Folge war, dass sich das Evangelium, aus dem ich den Mut für dieses Wagnis geschöpft hatte, als zuverlässig erwies. Immer wieder sage ich deshalb meinen Mitarbeitern: Habt Gottvertrauen. Gott ist viel besser als wir denken. Und auch die Menschen sind viel besser als wir denken. Man muss die Menschen bloß davon überzeugen, dass sie für das Reich Gottes unentbehrlich sind. Sie warten nur auf das zündende Wort, das ihr Herz entflammt. Und dann fängt das Christentum wieder an, das einzige, was uns retten kann.”

Lässliche Sünden sind wie die Spinnen

Mit einem treffenden Beispiel beschreibt der hl. Franz von Sales die Wirkung der lässlichen Sünde.

Die Spinnen töten nicht die Bienen, wohl aber verderben sie den Honig. Wenn sie im Bienenstock bleiben, dann überziehen sie die Waben mit ihrem Gewebe, und die Bienen können nicht mehr arbeiten. So tötet auch die lässliche Sünde nicht das Leben der Seele, sie verdirbt aber die Frömmigkeit und behindert die Seelenkräfte so sehr durch schlechte Gewohnheiten und Neigungen, dass die frische Tatbereitschaft, darin die Frömmigkeit besteht, lahmgelegt ist; dies allerdings nur, wenn die lässliche Sünde durch die Anhänglichkeit dauernd im Herzen wohnt.

Es hat nicht viel zu bedeuten, wenn einem eine kleine Lüge unterlaufen ist oder wenn man einen kleinen Fehler in Worten, Handlungen, Blicken, in Kleidung, Schmuck, Spiel oder Tanz begangen hat, – vorausgesetzt, dass wir die Spinnen des Geistes sofort nach ihrem Eindringen aus dem Herzen verjagen und entfernen, wie es die Bienen mit den Spinnen machen.

Denn gestatten wir ihnen, in unserem Herzen festen Fuß zu fassen, ja halten wir sie freiwillig fest und nähren sie, dann werden wir bald unseren Honig verdorben, unser Gewissen verpestet und zerstört.

Hl. Theresia von Avila – Sie ging eilends, ohne sich umzusehen

Der Berufungsweg der hl. Theresia v. Avila

Die heilige Kirchenlehrerin Theresia von Avila (1515-1582), deren Gedenktag wir am 15. Okt. feiern, ist eine große Lehrerin des Gebetes und geistlichen Lebens. In ihren biographischen Schriften schildert sie unter anderem, wie sie ihre Berufung zum Ordensleben gefunden und wie viel es sie gekostet hat, diesem Ruf zu folgen. Doch was sie mit radikaler Entschlossenheit im Vertrauen auf Gott getan hat, das hat ihr auch eine bleibende Freude und den inneren Frieden geschenkt. So ist es auch heute noch für jene, die der Herr in seine Nachfolge ruft.

Als Theresia siebzehn Jahre war, brachte ihr Vater, Don Alfonso, sie in eine Klosterschule zur Ausbildung. “Anfangs”, so schreibt Theresia, “gefiel es mir in diesem Hause gar nicht.
Aber trotz meiner Abneigung gegen das Klosterleben freute ich mich, wenn ich eine Schwester sah, die wirklich demütig und fromm war – und das waren dort viele. Besonders einer von ihnen hörte ich gern zu, wenn sie von Gott sprach; denn sie war sehr weise und heilig.”
Die eineinhalb Jahre in der Klosterschule führten dazu, dass Theresia ernstlich über ihre Zukunft nachzudenken begann. “Als ich wieder heimkam, war ich wie verwandelt. Ich fing an zu begreifen, was ich schon seit meiner Kindheit geahnt hatte: dass hier auf Erden alles ein Nichts, die Welt eitel und das Leben kurz ist. Ich hatte keine Lust, Nonne zu werden; aber ich sah sehr klar, dass das doch in jedem Fall das beste und sicherste war. Deshalb beschloss ich, mich dazu zu zwingen, eine Nonne zu werden.”

Ein Jahr später teilte sie ihrem Vater mit, dass sie gerne in das Karmelitinnenkloster in Avila mit ungefähr hundertachtzig Schwestern eintreten wolle. “Mein Vater liebte mich so sehr, dass er sich nicht von mir trennen wollte. Da ich selber fürchtete, wegen meiner großen Liebe zu ihm meiner Berufung untreu zu werden – denn ich wusste schon damals, wie schwach ich war -, entschloß ich mich, sofort in das Kloster einzutreten.”

Gegen Ende Oktober 1536 verließ sie eines Morgens früh, als alle anderen Familienmitglieder noch schliefen, das Elternhaus. Sie ging eilends, ohne sich umzusehen, ins Kloster. “Ich glaube nicht, dass ich in meiner Todesstunde mehr leiden werde, als ich da gelitten habe. Denn es kam mir vor, als ob mir alle meine Gebeine auseinandergerissen würden.”

Die Priorin des Klosters wusste von Theresias Plan und nahm sie freundlich auf. Als Theresia jedoch bat, noch am selben Tag als Novizin angenommen zu werden, entgegnete sie, das dürfe nicht ohne Einwilligung ihres Vaters geschehen. Ihr Vater kam bestürzt ins Kloster. Als er seine Tochter hinter dem Klausurgitter sah, begriff er, dass ihr Entschluss unerschütterlich war. “Ich ließ mir nicht anmerken, was es mich kostete, sondern zeigte große Entschlossenheit”, schreibt Theresia, und siehe da: Don Alfonso gab seine Zustimmung; er bat Theresia, seine eigenes Kind, sogar, sie möge ihm für die Zeit, die er noch zu leben habe, mit Rat und Gebet in seinem eigenen geistlichen Leben beistehen.

Zwei Tage darauf wurde Theresia als Novizin eingekleidet. “Von dieser Stunde an empfand ich die innigste Freude an meinem Stande, die mich bis heute nicht mehr verlassen hat. Ich konnte nicht begreifen, woher sie kam, und ich erinnere mich immer noch, wie verwundert ich war, daß es eine solche Freude überhaupt gab.”

So gibt uns die hl. Theresia den Rat:
Nichts soll dich verwirren, nichts dich erschrecken. Alles geht vorbei, Gott allein bleibt derselbe. Die Geduld erreicht alles. Wer Gott hat, dem fehlt nichts: Gott allein genügt.

Maria ist mir immer eine gute Mutter gewesen

Die hl. Margareta Maria Alacoque (Gedenktag: 16. Okt.) hat Gott zur großen Künderin der Liebe des Herzens Jesus gemacht. Auf sie geht die Einführung des Herz-Jesu-Freitags und des Herz-Jesu-Festes zurück. Ihr Leben war aber von Jugend an auch geprägt von einer innigen Liebe zu Maria. Sie kann uns zeigen, was es heißt, die Marienweihe zu leben:

“Maria ist mir immer eine gute Mutter gewesen und hat mir nie ihren Beistand versagt. Ich nahm in all meinen Leiden und Nöten meine Zuflucht zu ihr und war von solchem Vertrauen erfüllt, dass es mir schien, als hätte ich unter ihrem mütterlichen Schutz nichts zu fürchten. Ich gelobte ihr zu dieser Zeit auch, jeden Samstag zu fasten und, sobald ich lesen konnte, die Tagzeiten von ihrer unbefleckten Empfängnis zu beten und jeden Tag meines Lebens durch sieben Kniebeugen und sieben Ave-Maria ihre sieben Schmerzen zu verehren. Ich entschloss mich, immer ihre Dienerin zu bleiben und bat sie, mich als solche nicht zurückweisen zu wollen. Und ich sprach zu ihr wie ein Kind ohne Scheu, wie zu meiner guten Mutter, zu der ich von nun an eine wahrhaft zärtliche Liebe empfand. Ich bin in den Orden der Heimsuchung Mariens eingetreten – wegen des so liebenswürdigen Namens ‘Maria’, der mich verstehen liess, dass ich hier fand, was ich suchte.”

Priestertum – die Liebe des Herzens Jesu

An 19. Juni 2009, dem Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, hat der Heilige Vater aus Anlass des 150. Todestages des hl. Pfarrers von Ars, ein „Jahr der Priester“ eröffnet. Er will damit den Gläubigen und den Priestern selbst das Geschenk des Priestertums für die Kirche erneut bewusst machen und alle einladen, für die Priester zu beten. Der hl. Pfarrer von Ars hat seinen Priesterdienst mit außergewöhnlicher Heiligkeit erfüllt, darum wurde er zum Patron der Priester erhoben. Er hat einmal in einer Predigt kurz erklärt, was der Priester ist. Seine Gedanken können uns helfen, das Priestertum im rechten Lichte zu sehen. Er sagt:

Was ist der Priester? Ein Mensch, der Gottes Stelle vertritt; ein Mensch, der mit der Macht Gottes ausgestattet ist. „Geht hin”, sagt unser Herr zu den Priestern, „wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Alle Macht ist mir gegeben im Himmel wie auf Erden. Geht hin und lehret alle Völker! Wer euch hört, hört mich, wer euch verachtet, verachtet mich.”

Wenn der Priester Sünden vergibt, sagt er nicht: „Gott vergibt dir.” Er sagt: „Ich spreche dich los.”
Der heilige Bernhard betont, dass uns alles durch Maria zuteil wurde. Ebenso kann man sagen, dass alles uns durch den Priester zuteil wird: ja, alles Glück, alle Gnaden, alle himmlischen Gaben.
Wenn es nicht das Sakrament der Priesterweihe gäbe, hätten wir Gott unseren Herrn nicht bei uns. Wer hat ihn dort in diesen Tabernakel getan? Es war der Priester. Wer hat euere Seele ins Leben eingeführt? Der Priester. Wer gibt ihr Nahrung, damit sie Kraft für ihre Pilgerschaft hat? Der Priester. Wer wird sie vorbereiten, vor Gott zu erscheinen, indem er sie zum letztenmal im Blute Christi reinigt? Der Priester, immer der Priester … Ihr könnt euch an keine einzige wahre Hilfe Gottes erinnern, ohne dabei dem Bild des Priesters zu begegnen.

Geht ihr bei der heiligen Jungfrau zur Beichte oder bei einem Engel? Geben sie euch die Lossprechung? Nein. Reichen sie euch den Leib und das Blut eures Herrn? Nein. Die heilige Jungfrau kann ihren göttlichen Sohn nicht in die Hostie herabsteigen lassen. Und hättest du zweihundert Engel an deiner Seite, sie könnten deine Sünden nicht von dir nehmen. Ein Priester und sei er noch so schlicht und einfach vermag es. Er kann dir sagen: „Ich spreche dich los von deinen Sünden. Gehe hin in Frieden!”
Wenn man die Religion zerstören will, greift man zuerst den Priester an. Denn wo es keinen Priester mehr gibt, gibt es kein heiliges Opfer mehr, und wo es kein heiliges Opfer mehr gibt, stirbt die Religion.
Was ist es doch Großes um einen Priester! Ohne ihn ist Gottes Wohlwollen für uns so nutzlos wie ein Haus voll Gold, wenn es niemand gibt, der es für uns öffnen kann. Ohne den Priester würden Leiden und Tod unseres Herrn für uns verloren sein.

Das Priestertum ist die Liebe des Herzens Jesu. Wenn ihr einen Priester seht, denkt an unseren Herrn Jesus Christus!

Quelle: Vgl. Ausgewählte Gedanken des heiligen Pfarrers von Ars, zusammengestellt von Janine Frossard, Johannes-Verlag Leutersdorf, vierte Auflage 1987, Seite 64-65