Von Maria gerufen und ergriffen

Der italienische Arzt Dr. Alessandro de Franciscis ist Leiter des medizinischen Büros zur Überprüfung von Wundern in Lourdes. Er sagt, dass er der Unbefleckten Empfängnis seine Berufung als Arzt verdanke. Humorvoll erzählt er: “Mit 17 wurde ich von einer unheilbaren Krankheit befallen: der ‘Lourditis’. Dieser Virus wird durch den Kontakt mit Kranken und Behinderten übertragen. Das Epizentrum der Infektion? Eine Grotte. Die Symptome? Eine tiefe Freude  und das Gefühl, zu einer Familie zu gehören.

Ja, als ich von meiner ersten Wallfahrt nach Lourdes im Juni 1973 in meinen Heimathafen Neapel zurückkehrte, war ich ein sehr gefährlicher Überträger. Aber ich ahnte damals nicht, in welchem Ausmaß die Unbefleckte Empfängnis mein Leben lenken würde. Ich verdanke es in der Tat der Jungfrau Maria, dass ich jetzt, mit 61 Jahren, der nutzloseste Arzt der Welt bin! Als Leiter des medizinischen Büros am Marienwallfahrtsort Lourdes kommen die Pilger zu mir und sagen: ‘Guten Tag, Herr Doktor, ich bin geheilt!'”

Ein anderer Mann, der sich in seinem Leben von Maria rufen und ergreifen hat lassen, ist der französische Schauspieler Michael Lonsdale (geb.: 1931). Er hat in etwa 70 Filmen mitgewirkt; auch in dem Film, “Von Menschen und Göttern”(2010), der die letzte Zeit jener algerischen Trappisten schildert, die 1996 wegen ihres Glaubens von Moslems ermordet wurden und die bald selig gesprochen werden. In seinem 2017 veröffentlichen Buch: “Maria schön und mild, die Jungfrau der Maler”, eine Sammlung von Bildern und Texten über die Gottesmutter, beschreibt er seine innige Beziehung zu Maria: “Jeden Tag bete ich zur Jungfrau Maria, sogar mehrmals. Mitten in meinen Aktivitäten richte ich ein Wort an sie, sozusagen im Vorbeigehen. Ich weiß, dass sie da ist, mir ganz nahe, ich weiß, dass sie mir zuhört, dass sie mich erhören wird. So viele Menschen um mich herum leiden, also empfehle ich sie Maria, Jesus, dem Heiligen Geist an, den drei stärksten Realitäten in meinem Leben, die mich tragen und die Menschen, die ich ihnen anvertraue, die Last zu erleichtern. Ich bete sehr gerne das ‘Gegrüßet seist du, Maria’, bei allen Gelegenheiten, es ist ein kurzes Gebet, das uns emporhebt. Ich kann es bei mir zu Hause beten, im öffentlichen Nahverkehr, auf der Bühne, sogar während ein anderer Darsteller spricht. Meine Beziehung zu Maria ist ganz innerlich, ganz verborgen. Bevor ich am Abend schlafen gehe, stelle ich mich unter ihren Schutz, ich spüre ihr Wohlwollen, ihre Liebe.”

Quelle: Vgl. https://www.mariedenazareth.com/

 

Hl. Josef – unser Fürsprecher und Helfer

Der Monat März ist in besonderer Weise dem heiligen Josef geweiht. Er ist der Patron der Kirche und ein mächtiger Fürsprecher und Helfer auf unserem Weg des Glauben und in allen Nöten des Lebens.

Die heilige Teresa von Avila hatte eine besondere Beziehung zum hl. Josef. Sie schreibt in ihrer Biographie: “Ich möchte jedermann zureden diesen glorreichen Heiligen zu verehren, weil ich aus vieler Erfahrung weiß, wie viele Gnaden er bei Gott erlangt. Niemals habe ich jemand kennen gelernt, der eine wahre Andacht zu ihm trug und durch besondere Übungen ihm diente, an dem ich nicht auch einen größeren Fortschritt in der Tugend wahrgenommen hätte; denn er fördert die Seelen, die sich ihm anempfehlen gar sehr. Soviel ich glaube, flehe ich ihn schon seit Jahren, jedes Mal an seinem Festtage um eine besondere Gnade an, und immer sehe ich meine Bitte erfüllt. Ist dieselbe nicht ganz rechter Art, so lenkt er sie zu etwas Besserem für mich.” “Ich kann mich nicht erinnern, ihn je um etwas gebeten zu haben, das er mir nicht gewährt hätte!”

Papst Leo XIII. sagte: “Das Geheimnis des heiligen Josef bleibt größer als unser Wissen. Seine Macht an Jesu Thron ist fast unbegrenzt.” Zögern wir nicht, uns oft an ihn zu wenden und seine Fürbitte in Anspruch zu nehmen, auch als Patron der Sterbenden! In großen Anliegen ist besonders zu empfehlen: die “30-tägige Schutzmantel-Andacht zum hl. Josef”.

 

Die Wahrheit im Widerspruch

Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. Mk 1,11

Am 4. Sonntag im Jahreskreis (B) wird uns im Evangelium berichtet, wie Jesus in Kafarnaum in der Synagoge predigte. Es heißt: “Die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat.”

Aber es offenbart sich noch etwas Wichtiges an dieser Stellen. Es heißt, dass ein von einem unreinen Geist besessene Mann zu schreien begann, als er Jesus sah und hörte. Und als Jesus diesem Geist befahl, den Mann zu verlassen, da verließ er ihn unter lautem Geschrei.
Wenn im Evangelium von Dämonen die Rede ist, können wir uns oft wenig darunter vorstellen. In einer anderen Bibelübersetzung wurde das Wort Dämon sehr treffen mit dem Wort “Abergeist” übersetzt, oder man könnte auch Widerspruchsgeist sagen. Diese Dämonen als “Abergeister” suchen mit allen Mitteln die Menschen im Geiste, im Denken, in den Vorstellungen zu beeinflussen, damit sie nicht zum wahren Glauben an Gott finden und nicht den Willen Gottes tut, sondern in der Lüge, im Schein, in der Selbsttäuschung gefangen bleiben und sich mit einem irdischen Scheinglück zufrieden geben, das letztlich ihr Verderben ist.

Aber dort, wo Jesus auftritt und die Wahrheit durch sein göttliches Wort verkündet, werden die Dämonen aufgescheucht, die sich bis jetzt verborgen gehalten haben und müssen sich durch Geschrei bemerkbar machen. Genau dieser Aufschrei der Abergeister ist aber ein Zeichen für die Wahrheit und die Vollmacht Christi. Und das geht auch in der Geschichte der Kirche so weiter. Immer wenn die Kirche mit Vollmacht die Wahrheit verkündet und gegen der vorherrschenden Zeitgeist spricht, dann machen sich diese Geister bemerkbar – heute oft durch einen sogenannten “Aufschrei” in den Medien.

Denken wir z.B. zurück an Papst Paul VI. mit seine Enzyklika “Humane Vitae” oder an die Reden von Papst Benedikt XVI. in Regensburg, in der er nur mit einem Satz die Wahrheit über den Islam andeutete und sagte, dass Religion mit Gewalt nicht vereinbar sei. Da ging ein Aufschrei durch die Medien, kritische Kommentare wurden verbreitet und es herrschte große Aufregung. Die “Abergeister” haben sich gemeldet. Aber dies geschieht nicht nur im großen Stil, sondern das kann auch jeder Priester erfahren, wenn er in Treue zum Evangelium die Wahrheit verkündet.

Ein Priester hat erzählte, dass er im Zusammenhang mit diesem Sonntagsevangelium in der Predigt von der Existenz und dem Wirken des Teufels gesprochen hat. Nach einigen Tagen hat er wegen dieser Predigt einen Brief mit bösen Beschimpfungen erhalten. Das war wieder der Aufschrei eines solchen Abergeistes. Wenn heute die Verkünder des Evangeliums meist keinen Widerspruch erregen, sondern nur gut ankommen in der Welt, muss man sich auch fragen, ob die Wahrheit noch verkündet wird.

 

Resignation

Der französische Maler Louis Dechamps (1846 – 1902) hat seinem warmherzigen Bild der Rosenkranz betenden Frau und des Mädchens den Titel “Résignation” gegeben.

Im Deutschen ist Resignation ein eher negativ besetztes Wort, bei dem Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Depression mitklingen. Aber die Bildaussage widerspricht vollkommen dieser Auffassung. Das Wort Resignation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich nach verlorener Schlacht die Feldzeichen zu senken, sich zu ergeben.

In der christlichen Mystik hat es die Bedeutung, dass der Mensch nicht mehr eigenwillig kämpft, sondern sich gelassen in den Willen Gottes ergibt. Wer den Rosenkranz demütig betet wie diese Frau, der kann getrost in die Zukunft blicken wie das Mädchen, denn alles ist in Gottes Hand.

 

Wenn es aber nach dem Tod etwas gibt, haben sie alles gewonnen!

Ein Pfarrer berichtet aus seiner seelsorglichen Erfahrung: Als junger Priester wurde ins Spital zu einem sterbenden Mann durch dessen Tochter gerufen. Er erfuhr, dass der Mann aber mit Kirche und Glaube nichts zu tun haben wollte.

Als er das Krankenzimmer betrat und der Sterbende ihn als Priester erkannte, war dessen erste Reaktion: “Ist es schon so weit?” – “Wann es so weit ist, weiß Gott allein!” – “Ja, an den glaube ich ohnedies nicht. Wenn es aus ist, ist es aus!” – “Das ist eben der Unterschied zwischen uns beiden: Ich glaube an Gott und daran, dass mit dem Tod das Leben nicht zu Ende ist. Es gibt ein Weiterleben, es gibt einen Himmel, ein Fegefeuer, und es gibt auch die Hölle.”

Und der Priester versuchte, dem Kranken in einem längeren Gespräch den Glauben nahen zu bringen, aber dieser blieb bei seiner Meinung: “Es gibt keinen Gott, und mit dem Tod ist alles aus!”

Dann stellte er dem Mann noch eine letzte frage: “Haben Sie sich in Ihrem Leben schon einmal geirrt?” – “Ja, schon oft!” gab er ehrlich zu. ” Was nun, wenn Sie sich jetzt, in dieser entscheidenden Stunde irren? Sie behaupten, es gibt keinen Gott, aber wenn es Ihn doch gibt? Sie sagen, es gibt keinen Himmel, und wenn es ihn doch gibt? Kein Fegefeuer, keine Hölle – und wenn es sie doch gibt? Ich mache Ihnen ein Angebot: Ich höre Ihre Beichte, gebe Ihnen die Krankensalbung, den Sterbeablass und bringe Ihnen die HI. Kommunion. Wenn es nach dem Tod wirklich nichts gibt, haben Sie nichts verloren. Wenn es aber etwas gibt, haben Sie alles gewonnen!”

Da fing der alte Mann zu weinen an und sagte: “Ich weiß nicht mehr, wie man beichtet. Meine letzte Beichte war bei meiner Firmung.” Mit Hilfe des Priesters legte er dann eine Lebensbeichte ab, empfing die Krankensalbung, den Sterbeablass und den Heiland selbst.

Nachdem er kommuniziert hatte, ergriff er die Hände des Priesters und fragte: “Herr Pater, können Sie noch mit mir beten?” – “Ja, gerne. Können Sie das Vaterunser?” – “Nein!” – “Das ‘Gegrüßet seist du, Maria?'” – “Nein.” Da fing er plötzlich selbst zu beten an: “Jesuskindlein, komm zu mir, mach ein braves Kind aus mir! Mein Herz ist klein, darf niemand hinein als Du, mein liebstes Jesulein. Das hat meine Mutter mit uns Kindern immer gebetet!”

Quelle: vgl. Triumph des Herzens: Nr. 144, gekürzt

Ja, Herr, ich weiß. Das ist es, was ich verdiene!

screenshot videoDer katholische Pfarrer Steven Scheier, der im Südosten von Kansas (USA) in einer Pfarre wirkte, erlitt am 18. Okt. 1985 bei eine schweren Verkehrsunfall einen Genickbruch, der normalerweise zu seinem Tod geführt hätte. Aber durch ein Wunder auf die Fürsprache der Gottesmutter wurde er gerettet und konnte nach relativ kurzer Genesungszeit wieder in seinen Dienst zurückkehren.

Aber ein Nahtoderlebnis, das er bei seinem Unfall hatte, veränderte sein bisheriges Leben. In verschiedenen Interviews und Vorträgen hat er davon Zeugnis gegeben:

»Ich befand mich vor dem Richterstuhl des allmächtigen Gottes und seines Sohnes Jesus Christus. Der Herr ging sehr schnell durch mein ganzes Leben. Ganz besonders klagte er mich schwerer Todsünden an, für die ich keine Zeit mehr zum Beichten oder zum Bereuen hatte. Ich dachte, ich könnte mir hierfür noch Zeit nehmen. Offensichtlich hatte er andere Gedanken. Als er seine Anklage beendet hatte, sprach Er: “Das Urteil lautet auf ewige Hölle!” “Ja, Herr, ich weiß. Das ist, was ich verdiene!” Wenn man mit der ewigen Wahrheit spricht, gibt es keine Entschuldigungen oder Ausreden. Alles, was Er sagte, erkannte ich als richtig und wahr. Es gab überhaupt nichts zu entschuldigen.

Kurz darauf vernahm ich eine weibliche Stimme. Ich sah die Person nicht, sondern hörte sie nur. Die Stimme sagte: “Mein Sohn, willst du nicht sein Leben und seine unsterbliche Seele retten?” Daraufhin sagte Jesus Christus: “Mutter, er war während zwölf Jahren ein Priester nur für sich selbst und nicht für mich. Lass ihn die Strafe haben, die er verdient hat.” Während dieser zwölf Jahre war ich ein Feigling. Ich wusste, dass ich nicht das tat, was ich tun sollte … und dass ich kein Priester war, wie ich sein sollte. Mein Priestertum war nicht im Dienste der Gläubigen, sondern war ausgerichtet auf das, was die Leute oder die anderen Priester über mich dachten. Meine Haltung entsprach nicht der Nachfolge Christi, die sich im Ertragen der Leiden ausdrückt. Ich habe mich immer vom Kreuz entfernt. … Aber das Priestertum ist ein Opferleben. Wenn man das Opfer nicht liebt, kann man kein Priester sein.

Daraufhin sagte die weibliche Stimme: “Aber wie wäre es, mein Sohn, wenn wir ihm besondere Gnaden geben und dann sehen, ob er Früchte trägt? Bringt er keine Früchte hervor, dann geschehe dein Wille.” Es folgte eine kurze Pause. Dann hörte ich ihn sagen: “Mutter, er gehört dir!”

… Die Muttergottes ist jetzt meine Mutter. Ich gehöre ganz ihr, und zwar im natürlichen wie auch im übernatürlichen Sinne. Ich habe seither erfahren, dass meine Mission ist, “wieder zurückzukommen” und den Leuten zu sagen, dass erstens die Hölle existiert, sie existiert wirklich, und zweitens, dass auch die Priester zu ewiger Hölle verurteilt werden können. …

Durch meine Erfahrung, den Himmel fast verloren zu haben, bin ich dahin gekommen zu glauben, dass es nichts auf Erden gibt, niemand oder nichts es wert ist, den Himmel zu verlieren. …

Einer der Gründe, warum man nicht über wichtige Dinge des Glaubens sprechen will, ist, dass man die Leute auf keinen Fall verärgern will. Die Priester möchten nicht, dass sich ihre Pfarreiangehörigen schuldig fühlen… Die Priester wollen, dass die Leute beim Verlassen der Kirche sagen: “Herr Pfarrer, das war eine gute Predigt, eine wirklich gute Predigt!” Was sind die Folgen? Es wird überwiegend über “Frieden, Liebe und Freude” geredet, nicht mehr über die zentralen Themen der Glaubenslehre und der Moral, der Gerechtigkeit Gottes, der Hölle sowie der Beichte. Über das alles wird nicht mehr gesprochen.«

 

Die Menschen bleiben so, wie sie sind

Eine der größten Tragödien in der Geschichte der Luftfahrt geschah am 27. März 1977 in Teneriffa. Bei einem Zusammenstoß von zwei Flugzeugen auf der Startpiste des Flughafens kamen 593 Menschen ums Leben. Nur 60 Passagiere überlebten. In einer der Unglücksmaschinen befand sich ein gläubiger Mann.

Er erzählte später in einem Interview von diesen dramatischen Augenblicken: “Ich war umgeben von Menschen, die zu lebenden Fackeln geworden waren, schreiend vor Schmerzen und Entsetzen. Was mich jedoch am meisten getroffen hat war die Tatsache, diese Menschen fluchen und Gott lästern zu hören wegen ihres Unglücks, das über sie hereingebrochen war.” Dieser Überlebende fügte noch eine Bemerkung hinzu, die uns sehr nachdenklich stimmen kann. “Die Menschen”, so sagte er, “bleiben bis zum letzten Atemzug so, wie sie sind. Wenn sie sich vor dem Tod nicht durch die Macht Jesu Christi verändern lassen, so werden sie es auch nicht im letzten Augenblick ihres Lebens tun.” Dies ist die Realität, aber andererseits können viele auch im letzten Augenblick gerettet werden, wenn wir für sie beten, wie Maria in Fatima gesagt hat.

Die sel. Anna Katharina Emmerick berichtet: “Das Gericht über eine Seele sehe ich augenblicklich über dem Sterbeort des Menschen. Ich sehe Jesus, Maria und den Patron der Seele und ihren Engel dabei. …  Dieses Gericht ist in sehr kurzer Zeit vollendet.” “Ich war gegenwärtig, als Gott über große Sünder Gericht gehalten hat. Groß ist seine Gerechtigkeit, aber noch unbegreiflicher seine Barmherzigkeit. Er verdammt nur jene, die sich durchaus nicht bekehren wollen; die aber, welche noch einen Funken guten Willens haben, werden gerettet.”

 

Jesus ist mir wertvoller als mein Leben

Christenverfolgung ist heute in vielen muslimischen Ländern eine Wirklichkeit; besonders für jene, die sich vom Islam zum christlichen Glauben bekehren, da die Abwendung vom Islam unter Todesstrafe steht. Aber das Zeugnis jener, die wirklich bereit sind, alles für Christus zu geben, ist für uns ergreifend und bestärkend. Im Folgenden lesen wir einige Abschnitte aus dem Zeugnis des Ägypters
Majed El Shafie, der wegen des Glaubens an Jesus ins Gefängnis kam, gefoltert und zum Tod verurteilt wurde, aber dann flüchten konnte. Er sagt:

»Ich bin in Kairo in einer angesehenen Familie aufgewachsen. Aber von klein auf tat ich mich schwer mit dem Islam. Er ist so brutal, es gibt keine Vergebung und keine Rechte für Frauen oder Minderheiten.

Ich hatte auch ein Problem damit, Menschen anderer Religionen zu degradieren. Vor allem weil ich Studienkollegen hatte, die Christen waren. Sie waren so friedliebend und vergebend. Ich bewunderte ihre Werte und Prinzipien. Warum sollte man solche Menschen verfolgen? Es ärgerte mich, dass es mir nicht einmal erlaubt war, mich mit dem Christentum zu beschäftigen. Aber meine Neugier siegte und ich fing an, die Bibel zu lesen.

Je mehr ich las, desto mehr konnte ich glauben, dass der wunderbare Gott zu uns gekommen ist, um für unsere Schuld zu sterben. Sein Opfer und seine Liebe überwältigten mich. Diesen Gott wollte ich anbeten. Ihm wollte ich nachfolgen.

Ich übergab Jesus mein Leben und wurde Christ. Mit der Entscheidung durchströmte mich ein Gefühl der Freiheit und Befreiung. Wenn man plötzlich erlebt, dass man kein Sklave von Gesetzen mehr ist, sondern ein Kind Gottes, das ist unbeschreiblich!«

Nach seiner Taufe arbeitete Majed im Untergrund in einer Gruppe, die sich um die Verbreitung des christlichen Glaubens bemühte. Er sagt:

»Drei Monate später wurde ich festgenommen. Im Verhör sollte ich von unserer Arbeit erzählen und alle Namen der Mitarbeiter verraten. Doch ich schwieg. So kam ich nach Abu Zaabel dem berüchtigsten Gefängnis Kairos. Wenige kommen hier wieder lebend heraus. Ich wurde gefoltert, meine Zelle hatte kein Fenster, blutüberströmt lag ich am Boden und hörte nur die Schreie der Mitgefangenen. Nach zwei Tagen der Folter hatte ich Angst, dass ich meine Freunde verraten würde. …

An nächsten Tag kamen meine Peiniger mit Kampfhunden, die mich zerfleischen sollten. Aber die Hunde gehorchten ihren Herren nicht, sondern blieben ganz ruhig und legten sich zu meinen Füssen. Man brachte drei weitere Hunde, doch auch die griffen mich nicht an. Einer von ihnen kam vorsichtig zu mir und leckte mein Gesicht. Ich war tief bewegt von der Botschaft, die mir Gott hier brachte und die auch den Wärtern offenbar wurde: Ich bin nicht allein. Der Höchste achtet auf mich.

Zwei weitere Tage wurde ich so schlimm gefoltert, dass ich mein Bewusstsein verlor. Ich kam in ein Krankenhaus und es dauerte drei Monate, bis ich in der Lage war, vor das Militärgericht zu treten. Dort wurde ich wegen Hochverrats zum Tode verurteilt.

Währenddessen arbeiteten meine Freunde an meiner Rettung. Tatsächlich gelang eine Flucht, aber um mein Leben zu retten, musste ich das Land verlassen. …

So schlimm meine Geschichte ist, kann ich doch aus ganzem Herzen sagen: Wenn man Jesus gefunden hat, dann zählt nichts anderes mehr. Er ist mein Herr und Retter, mein bester Freund, mein größter Schatz.«

 

Ich überlasse das Urteil Gott

In der Zeitschrift Famille Chrétienne (13.6.13) hat der 42-jähriger Jacques ein beeindruckendes Zeugnis abgelegt über den Umgang mit schweren, seelischen Verletzungen:

“Meine Frau hat mich nach 15-jähriger Ehe verlassen. Ich war zutiefst verletzt, habe ihr Verhalten als erniedrigende Leichtfertigkeit empfunden. Ich erlebte Verzweiflung, schlaflose Nächte, am Morgen Unfähigkeit aufzustehen, Auflehnung gegen Gott, Verwünschungen, Rachegedanken, Trauer, den Wunsch zu sterben.

Weder das Gebet noch die Sakramente haben mir geholfen. Ich glaubte zwar weiter an Jesus Christus, aber das vermittelte mir keinen Halt. Alles ging drunter und drüber, die Treue zum Ehesakrament, der Schmerz, die gefühlsmäßige Ablehnung der Vorstellung, einen lieben Menschen zu verlieren, der Schaden für die Kinder, die Angst, nicht mit der neuen Lage umgehen zu können. Ich habe gelitten, Hass empfunden, umso mehr, als sich meine Frau unglaublich unbekümmert verhielt. Ich habe zehn Jahre gebraucht, um mich wieder zu erholen. Die Zeit ist eine Verbündete gegen den Groll. Sie hilft, um wieder auf die Beine zu kommen. Ob ich vergeben habe? Die Frage beschäftigt mich sehr. Ich bin mir der Sache nicht sicher. Wenn ich mich allerdings vor Gott stelle und an die denke, die mich verletzt hat, so wird mir bewusst, dass Er sie liebt und will, dass sie gerettet und nicht verurteilt wird. Punkt. Dieser Blick Gottes, dass keiner verloren gehen soll, der in Seiner Hand ist, verschafft mir Erleichterung.

Immer gelingt mir diese Sicht jedoch nicht. Es passiert, dass ich mich vor Gott über eine zu arge Erinnerung ereifere. Dann gilt es, mein eigenes Urteil zu bekämpfen, diesen Protest angesichts einer grausamen Erinnerung, die mich kränkt. Selbst wenn es zutrifft, reicht mein Urteil nie, um mir Frieden zu verschaffen. Also überlasse ich das Urteil Gott, ohne mich ihm zu verweigern, lasse Seine sanfte rettende Macht wirken.”

 

Lourdes – Ich danke Dir, liebste Mutter, für das, was Du mir getan hast.

Am 11. Februar feiert die Kirche den Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes. In diesem Jahr sind es 160 Jahre seit der ersten  Erscheinung im Jahre 1858. Als Zeichen ihrer Gnadenmittlerschaft hat Maria damals durch die heilige Bernadette eine Quelle zum Fließen gebracht, durch deren Wasser viele Heilungen geschehen sind.

Am 11. Mai 2016 geschah wieder eine wunderbare Heilung in Lourdes, die zwar noch nicht offiziell bestätigt, aber doch von vielen Zeugen berichtet wurde.
An der Wallfahrt eines italienischen Pilgervereins nahm auch eine 7-jährige Mädchen aus Genua teil, das von Geburt an taub war. Durch eine Gehörprothese und mit Hilfe einer Logopädin hatte das Mädchen im Laufe der Zeit, die Lippen zu lesen und mit Schwierigkeiten zu sprechen gelernt.

Die Mutter des Mädchens entschloss sich, mit ihren Kindern an einer Wallfahrt nach Lourdes teilzunehmen. Die Wallfahrt fand in der gewohnten Weise statt: Gebet, Heilige Messe, Eintauchen in das Bad. Am Abend des 11. Mai, nach Abschluss der eucharistischen Prozession nahm das Mädchen im Hotel plötzlich seine Hörprothese ab und sagte, dass sie hören könne. “Wir standen ungläubig vor ihr”, erzählte die Mutter. “Von einem Nebenraum aus riefen wir sie mehrmals mit leiser Stimme und konnten feststellen, dass sie uns wirklich hörte. Vor allem aber sprach sie nun ganz deutlich, ganz anders als zuvor.” Die späteren ärztlichen Untersuchungen bestätigten, dass ihr Gehör völlig geheilt waren. Am Tag nach der Heilung wollte die Mutter mit ihren Kindern noch zur Erscheinungsgrotte gehen, um Maria zu danken. “Gehen wir zu meiner Madonna, meine hat eine Krone auf dem Kopf” sagte das Mädchen. So sind sie zur großen, gekrönten Statue auf dem Platz gegangen. Als sie vor ihr standen, sagte das Mädchen zum Erstaunen aller: “Ich danke Dir, liebste Mutter, für das, was Du mir getan hast.”