Ich bin der, den du suchst

Die 2016 heilig gesprochene, aus Schweden stammende Sr. Elisabeth Hasselblad (1870-1958), Konvertitin und Gründerin eines neuen Zweiges des Birgittinen-Ordens, gibt uns ein wunderbares Zeugnis für die innere Führung Gottes und die Wahrheit der katholischen Kirche; ein Zeugnis, das uns angesichts der gegenwärtigen Situation der Kirche stärken kann.

Elisabeth Hasselblad wurde 1870 in Fåglavik in der südwestschwedischen Provinz Västergötland geboren. Sie war das fünfte von 13 Kindern einer ebenso liebevollen wie frommen evangelisch-lutheri-schen Großfamilie, die treu jeden Sonntag zur Kirche ging. Das umgängliche Mädchen, das oft krank war, zeigte schon früh großes Interesse an Gott und am Glauben, sodass es wissbegierig begann, jeden Tag einige Seiten in der Bibel zu lesen. Im Rückblick auf diese Zeit schrieb sie: “Als ich noch ein Schulmädchen war und sah, dass meine Klassenkameradinnen vielen verschiedenen Kirchen angehörten, fing ich an, darüber nachzudenken, welche wohl die wirkliche, wahre Herde sei, denn im Neuen Testament hatte ich gelesen, dass es nur ‘eine Herde und einen Hirten’ gibt. Oft betete ich, zu dieser einen Herde geführt zu werden, und erinnere mich, dass ich es einmal ganz besonders tat, als ich unter den hohen Kiefern meines Heimatlandes spazieren ging, zum Himmel aufblickte und sagte: ‘Lieber himmlischer Vater, zeige mir, wo die einzige wahre Herde ist, in der Du uns alle vereint haben willst.’ Da spürte ich, wie ein wunderbarer Friede in meine Seele einzog, und es war, als antwortete mir eine Stimme: ‘Ja, meine Tochter, eines Tages werde ich sie dir zeigen.’ Diese Gewissheit begleitete mich in all den Jahren, die meinem Eintritt in die katholische Kirche vorausgingen.”

Mit 18 Jahren ging die hl. Elisabeth nach New York und arbeitete als Krankenschwester. “Ich hatte die Gelegenheit, Menschen aller Konfessionen kennenzulernen: Katholiken, Protestanten, freikirchliche Gruppen, Ungläubige und Juden … Aber nichts konnte das innere Leben meiner Seele befriedigen.” Es vergingen noch viele Jahre inneren Ringens, intensiven Studiums, des helfenden Gebetes anderer und besonderer vorbereitender Gnaden.

Im Jahr 1900 unternahm sie mit zwei katholischen Freundinnen eine Reise nach Brüssel. Sie nahmen dort auch an der Fronleichnamsprozession teil. “Ich blickte auf die Prozession, wie ich auf eine interessante Militärparade geblickt hätte. Als ich sah, wie meine beiden Freundinnen und der Großteil der Leute sich niederknieten, zog ich mich hinter das große Portal [der Kirche] zurück … wobei ich dachte: ‘Vor Dir allein, mein Gott, knie ich mich hin; aber nicht hier!’ In diesem Moment erreichte der Bischof, der die Monstranz trug, das Kirchenportal; da wurde meine von Schmerz und Kampf so aufgewühlte Seele augenblicklich von Milde erfüllt, und eine liebevolle Stimme, die aus dem Inneren meines Herzens wie auch von außen zu kommen schien, sagte: ‘Ich bin der, den du suchst.’ Da fiel ich auf die Knie. … Dort, hinter der Kirchentür, hielt ich meine erste Anbetung in der Gegenwart unseres göttlichen Herrn im Allerheiligsten Sakrament.”

Im April 1902 war Elisabeth als Stationsschwester im Krankenhaus bei der Arbeit, als ihr ein Telegramm mit der Nachricht vom Tod ihres geliebten Vaters überbracht wurde. Es war ein großer Schmerz für sie. Später schrieb sie darüber: “Doch kaum war die Zimmertür hinter mir zu, erfüllte ein wunderbarer Friede meine Seele. Ich kniete mich hin, streckte meine Hände jemandem entgegen, dessen Anwesenheit ich wahrnahm, und sagte:

‘Maria, meine Mutter, ich vertraue dir meinen Papa an. Nimm ihn, o Mutter, und mach ihn glücklich.’ Das war mein erstes Gebet zu Maria, die mir augenblicklich lieb wurde. ‘Jetzt weiß ich, welche Bedeutung du hast, teuerste Mutter; nichts wird uns jemals wieder trennen können, weder im Leben noch im Tod. Ich bin deine Tochter, Maria, meine Mutter!'”

Im Sommer 1902 konnte die 32-jährige endlich sagen: “Alle meine Zweifel sind verschwunden … Ich bitte demütig, in die katholische Kirche aufgenommen zu werden. Beinahe 20 Jahre lang habe ich im Dunkel gekämpft, viele Jahre die katholische Religion studiert und um einen festen Glauben gebetet, einen Glauben so stark, dass, selbst wenn der Papst von Rom und alle Priester die Kirche verlassen würden, ich dennoch fest und standhaft bleiben könnte.”

 

Für die Kirche

Der Schriftsteller Tolstoi erzählt in einem seiner Werke die Geschichte von dem Mönch des Klosters in Optina. Dieser Mönch verfiel in eine schmerzliche, hoffnungslose Krankheit. Jahrelang lag et regungslos auf dem Krankenbett seiner bescheidenen Zelle. Er war nicht mehr imstande, die geringste körperliche oder geistige Arbeit zu verrichten. Allen war er zur Last geworden. Er vermochte nicht einmal allein zu essen, sondern musste gefüttert werden. So absolut nutzlos war er scheinbar geworden. Aber fröhlichen Herzens, mit ruhiger Seele ertrug der Mönch sein furchtbares Leiden. Er trug es aus dem Gedanken der Sühne für seine eigenen Sünden und die Sünden der ganzen Welt. Jeder, der ihn so froh und gefasst sah, ging ergriffen und neu gestärkt heim. Allmählich kamen viele Menschen, um diesen Kranken sehen zu können. Er, der hilflos Kranke, verlieh den Gesunden die Kraft, auch ihre eigenen Leiden tapfer zu tragen aus Liebe zum Heiland und zur Sühne für ihre Sünden. Er, dessen Leben so zwecklos erschien, hatte die große Mission erhalten, ungezählten anderen zu lehren, das eigene Leben zu meistern und auch im schwersten Leid nicht zusammenzubrechen. Und wie viele unsichtbare, verborgene Gnadenströme, von denen die Welt nichts weiß, mögen durch das Sühneleiden dieses armen Mönches auf die sündige Menschheit herabgezogen worden sein! Solches Leid erscheint aber so schwer, dass wohl kaum jemand sich freiwillig dazu anbieten mag. Gott selbst muss dieses Kreuz dem sich zunächst Sträubenden auferlegen. Und meist braucht es eine gewisse Zeit, bis der Mensch sich mit dem Unvermeidlichen abfindet. Hat er sich aber durchgerungen und Gott das Opfer seines Lebens gebracht, dann erfüllt ein wunderbarer Trost und ein tiefer Friede seine Seele. Er kann nun mit Paulus sprechen: “Ich freue mich meiner Leiden. Denn ich ergänze an meinem Leibe das, was den Verdiensten Christi noch fehlt für seinen Leib, die Kirche” (Kol 1,24).

 

Wenn Gott euer Vater wäre

Jesus sagte zu jenen, die ihn töten wollten: “Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben … Ihr habt den Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge” (Joh 8,42-44).

Wie sieht nun eine Gesellschaft aus, die auf den Vater der Lüge ihr System aufbaut? Der englische Schriftsteller und Essayist Theodore Dalrymple beschreibt dies so: “In meiner Untersuchung der kommunistischen Gesellschaften kam ich zu dem Schluss, dass der Zweck der kommunistischen Propaganda nicht darin bestand, zu überreden oder zu überzeugen, nicht darin, zu informieren, sondern darin, zu demütigen; und deshalb galt: je weniger die Propaganda der Realität entsprach, desto besser. Wenn Menschen zum Schweigen gezwungen werden, wenn ihnen die offensichtlichsten Lügen erzählt werden, oder noch schlimmer, wenn sie gezwungen werden, die Lügen selbst zu wiederholen, verlieren sie ein für alle Mal ihren Sinn für Rechtschaffenheit. Offensichtlichen Lügen zuzustimmen, bedeutet … in gewisser Weise selbst böse zu werden. Die Fähigkeit, sich gegen alles zu wehren, wird dadurch ausgehöhlt und sogar zerstört. Eine Gesellschaft entmannter Lügner ist leicht zu kontrollieren. Ich denke, wenn man die politische Korrektheit untersucht, hat sie den gleichen Effekt und ist auch so beabsichtigt.”

Und der Schriftsteller H. L. Mencken sagt: “Das ganze Ziel praktischer Politik ist es, die Bevölkerung alarmiert zu halten (und sie damit lautstark in Sicherheit zu führen), indem man sie mit einer endlosen Reihe von bösen Kobolden bedroht, die alle nur in der Vorstellung vorhanden sind.”

Wir müssen uns fragen, wo wir heute stehen.

 

Ich betete intensiv und hatte keine Ruhe

Jesus hat seinen Jüngern in seinen Endzeitreden angekündigt, dass alle möglichen Katastrophen, Hungersnöte, Seuche, Kriege und Verfolgungen  kommen werden. Aber er sagt uns auch: ‘Lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort’ (Lk 21,9). Was wir aber tun können, ist das unablässige Gebet.

Seit Monaten (2019-2020) herrscht in Ostafrika eine Heuschreckenplage von unermesslichem Ausmaß. Ganze Landstriche werden von den Heuschreckenschwärmen kahlgefressen. Die Folge sind steigende Armut, Unterernährung, Anfälligkeit für Krankheiten und eine Zunahme von Waisenkindern.

Geoffrey Musava Matiti aus Kenia ist ein tiefgläubiger ev. Gemeindeleiter. Er hatte auch einige Kinderheime für Waisenkinder gegründet. Damit er die Heime versorgen kann, betreibt er in Kimbumbu (einem Dorf außerhalb der Stadt Zombe) eine Landwirtschaft. Hier lebt Geoffrey mit Familie und Waisenkindern.

Als ihn die Meldung erreichte, dass die Heuschrecken sich nun in Richtung Zombe bewegten, bäumte sich etwas in ihm auf: “Nein! Das darf nicht geschehen!”, sagte er. In seinem Leben hat er schon viele Wunder erlebt, und so war er überzeugt, dass Gott auch in dieser Sache das letzte Wort haben kann. Geoffrey stand regelmäßig um drei Uhr früh auf, umschritt das große Grundstück und betete inständig, dass Gott der Plage Einhalt gebiete. Seine Ehefrau Elizabeth, die sich gerade in einer anderen Stadt befand, rief ihn an und sagte: “Ein Schwarm ist an uns vorbeigezogen und kommt auf Zombe zu.” Übernatürlicher Glaube erfasste Geoffrey und er gebot dem Schwarm, die Richtung zu ändern und zu verschwinden. Viele Leute wurden Zeugen, dass der riesige Schwarm ohne ersichtlichen Grund die Flugrichtung änderte.

Tage später kam der nächste Schwarm. Und diesmal schien er nicht aufhaltbar zu sein. Der Wind blies die Insekten direkt Richtung Zombe. “Ich betete intensiv und hatte keine Ruhe.” Gottes Wirken beim ersten Heuschreckenschwarm hatte ihn ermutigt und so suchte er wieder Gottes Hilfe. “Die Heuschrecken kamen näher. Ich sah die dunkle Wolke auf uns zukommen. Die Leute hatten Angst und versuchten die Heuschrecken mit Lärm zu vertreiben.” Geoffrey, erneut von starkem Glauben erfüllt, stand auf, streckte seine Hand aus und gebot den Heuschrecken im Namen von Jesus, die Richtung zu ändern und zu verschwinden. Und diesmal konnte er mit eigenen Augen sehen, wie der Schwarm abdrehte. Zweimal hatte Gott ihr Grundstück verschont. Doch die Gefahr war noch nicht gebannt. Geoffrey betete intensiv weiter und es dauerte nicht lange, bis der nächste herannahende Heuschreckenschwarm gemeldet wurde. Da hatte Geoffrey einen Anflug von Kühnheit, stellte sich in Richtung der Heuschrecken auf und gebot: “Im Namen von Jesus: Geht dorthin, wo ihr hergekommen seid!” Zeugen berichteten daraufhin von einem äußerst seltsamen Phänomen: Die Heuschrecken drehten um und bewegten sich gegen den Wind in der Richtung zurück, aus der sie gekommen waren. “Ich habe noch nie gehört, dass Heuschrecken dorthin zurückgehen, wo sie schon alles abgefressen haben. Dass sich ein Schwarm direkt gegen den Wind bewegt, ist mir ebenfalls neu.” Was ihm jedoch weniger neu ist: Im Namen von Jesus liegt eine Kraft, gegen die selbst die größte Heuschreckenplage von Hunderten Millionen von Insekten nicht ankommen kann!

 

Es ist Liebe, die leidet, Liebe, die alles gibt

Am 19. Juni feiert die Kirche wieder das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Das Johannesevangelium enthüllt uns das tiefste Wesen dieses Festes mit den Worten: “Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat” (Joh 3,16).

Diese zentrale Aussage hat auch den Philosophen und christlichen Schriftsteller Søren Kierkegaard (18131855) aus Dänemark fasziniert und zu einer Parabel inspiriert. Darin heißt es:

Es war einmal ein junger König, der sich unsterblich in ein Mädchen aus ganz ärmlichen Verhältnissen verliebte. Sie bewohnte eine winzige Hütte und führte ein bäuerliches Leben. Der König wünschte nichts sehnlicher, als sie zu heiraten, obwohl ein größerer Rangunterschied als zwischen ihm und dem Mädchen kaum denkbar war. Trotz  dieser Kluft fragte er sich unentwegt: “Wie nur kann ich ihr meine Liebe beweisen, wie nur kann ich sie für mich gewinnen?” Da empfahl ihm einer seiner Ratgeber: “Befiehl ihr einfach, deine Frau zu werden. Du bist der König, sie hat zu gehorchen.” Die Macht dazu hatte er, aber Unterwerfung war nicht das, was er wollte. So überlegte er weiter: “Ich könnte ihr meine Herrlichkeit und meinen Reichtum zeigen, sie in Samt und Seide kleiden, um sie zu beeindrucken.” Wie aber könnte er dann jemals wissen, ob sie ihn wirklich um seiner selbst willen liebte, spontan und frei? Nein, auch mit Macht und Reichtum kann echte Liebe nicht entzündet werden! Die Tür des menschlichen Herzens muss sich von innen her öffnen. So blieb ihm, um das Herz des Mädchens zu gewinnen, nur ein Weg, den kein König vor ihm je eingeschlagen hatte: Er stieg von seinem Thron, legte die Krone ab und nahm selbst die Gestalt eines armen Menschen an. Er, der König, wurde zum einfachen Bauern, zum Diener, der es zudem riskierte, abgewiesen zu werden. Und das alles nur aus Liebe! Denn der wahrhaft Liebende will der geliebten Person ganz ähnlich werden.

Gott, der aus unendlicher Liebe zu uns Menschen selbst ein Mensch wurde, ja sogar unser aller Diener, damit Er für uns leiden und sterben kann. So schließt Kierkegaard seine Geschichte mit den Worten: “Aber Dienersein besteht nicht nur im Tragen eines ärmlichen Gewandes. Und deshalb muss Gott als Diener alles erleiden, alles ertragen. Er muss bis in den Tod gehen wie der allerniedrigste Mensch. Sein ganzes Leben ist eine Geschichte des Leidens; und es ist Liebe, die leidet, Liebe, die alles gibt.“

 

Sie ist deine Mutter

Ein italienischer Exorzist erzählte, dass eines Tages ein junger Mann in großer Not zu ihm kam, weil er verzweifelt war; er konnte es nicht mehr ertragen. Er war nicht nur körperlich krank, sondern auch sein Geist wurde ständig gequält. Er hatte sich mit okkulten Praktiken beschäftigt, ganz zu schweigen von Drogen, Alkohol und anderen schädlichen Dingen!

Der Priester war gerade von einem anderen schwierigen Fall in Beschlag genommen  und konnte seine Arbeit nicht unterbrechen. Da er aber das Leiden des jungen Mannes sah, wollte er ihn nicht enttäuscht weggehen lassen. Er erinnerte sich an die Muttergottesstatue in seiner Kirche. Es ist die Muttergottes der Rue du Bac in Paris, die Jungfrau der Wundertätigen Medaille. Sie streckt ihre Hände aus und den Ringen, die sie an ihren Fingern trägt, entspringen Strahlen, welche die Gnaden symbolisieren, die Maria allen gewährt, die sie darum bitten. Der Priester sagte zu dem jungen Mann: “Geh und bete vor der Statue und schau ihr in die Augen! Sie ist deine Mutter, sie wird dir helfen!”

Der junge Mann kniete vor der Jungfrau Maria nieder, schrie ihr sein Elend entgegen und richtete seinen Blick auf ihre Augen. Plötzlich spürte er eine große Erleichterung, die ihm aus dem Blick der Gottesmutter zukam. Noch nie in seinem Leben hatte er eine solche mütterliche Zärtlichkeit verspürt. Voller Freude verweilte er lange vor der Statue. Es war wie ein Balsam, der seinen Körper, sein Herz und seine Seele durchdrang! Als er wegging, war er geheilt und befreit!

 

Die Gegenwart des Herrn

Das hl. Messopfer, das die Kirche täglich feiert, und auch die heiligen Hostien, die wir im Tabernakel aufbewahren, sind nicht bloß ein Erinnerungszeichen an etwas Vergangenes oder ein schönes Symbol für Jesus, sondern das ist die lebendige Gegenwart des gekreuzigten und auferstandenen Herrn unter uns.

Warum wollte der Herr im allerheiligsten Sakrament bei uns bleiben? Ganz einfach deshalb, damit jeder von uns die Kraft seiner Liebestat am Kreuz und seiner Auferstehung persönlich empfangen kann.

Wir sollten keinen Nachteil gegenüber den Aposteln haben, die Jesus damals unmittelbar hören, sehen und berühren konnten. Wir dürfen den Herrn auch wirklich unter uns haben in diesem heiligen Sakrament, nur in einer anderen Art und Weise. Wer das einmal im Glauben entdeckt und erkannt hat, der wird alles tun, um Jesus Christus immer wieder zu begegnen und sich mit ihm zu vereinen, einerseits in der Mitfeier der hl. Messe und durch den Empfang der hl. Kommunion, aber auch durch die Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes in der Kirche. Was will der Herr durch die hl. Eucharistie in unserem Leben bewirken?

1) Das Erste ist die Einheit des Herzens mit ihm. Unser Herz soll dem Herzen Jesu immer ähnlicher werden. Die Gesinnung Jesu, der Geist Jesu, soll unser Inneres ergreifen, so dass wir denken reden und handeln, wie Christus es getan hat. Nicht mehr Ich lebe sondern Christus lebt in mir. Aber dazu braucht es auch immer die Reinigung des Herzens durch die Beichte.

2) Das Zweite, das der Herr durch die Vereinigung mit ihm bewirkt, ist der Geist der Opferliebe. Als Jesus das Letzte Abendmahl mit seinen Jüngern gefeiert hatte, da ging er hinaus zum Ölberg, da begann er aus Liebe seinen Leidensweg bis zur Hingabe am Kreuz. Genau das will der Herr auch bewirken, wenn wir uns in der Eucharistie mit ihm vereinen. Wenn wir dann wieder von der hl. Messe weggehen, sollen wir auch bereit sein zu dieser opfernden Liebe, um den Willen Gottes zu erfüllen.

3) Aber noch ein anderes wichtiges Geschenk wird uns der Herr durch die Vereinigung mit ihm in der Eucharistie bereiten: Es ist dies die Freude des Heiligen Geistes und der Friede des Herzens. Sie helfen uns am meisten, diese immer gleiche Geduld und Freundlichkeit gegen unsere Nächsten aufzubringen, die Mühen und Leiden anzunehmen, immer wieder neuen Mut zu schöpfen, auch bei allen Schwächen und Fehlern immer neu zu beginnen.

Jesus hat mit dem Sakrament der Eucharistie vor allem seine Verheißung erfüllt: “Seid gewiss: ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt” (Mt 28,20).

 

Hl. Josef – Helfer in allen Nöten

Der Monat März ist dem heiligen Josef geweiht. Er ist der Patron der Kirche und ein mächtiger Fürsprecher in allen Nöten. Die heilige Teresa von Avila hatte eine tiefe Beziehung zum ihm. Sie schreibt: “Zu meinem Fürsprecher und Herrn erwählte ich den glorreichen hl. Joseph und empfahl mich ihm recht inständig. Und in der Tat: ich habe klar erkannt, dass dieser mein Vater und Herr es gewesen ist, der mich sowohl aus meiner damaligen Not, als auch aus anderen noch größeren Nöten, die meine Ehre und das Heil meiner Seele betrafen, gerettet und mir sogar mehr noch verschafft hat, als ich ihn zu bitten gewusst. Ich erinnere mich nicht, ihn bis jetzt um etwas gebeten zu haben, was er mir nicht gewährt hätte. Ja, es ist zum Erstaunen, welch große Gnaden mir Gott durch die Vermittlung dieses Heiligen verliehen, und aus wie vielen Gefahren Leibes und der Seele er mich durch ihn befreit hat. Anderen Heiligen scheint der Herr die Gnade gegeben zu haben, nur in einem bestimmten Anliegen helfen zu können; diesen glorreichen Heiligen aber habe ich in allen Stücken als Nothelfer kennen gelernt. Ich glaube, der Herr will uns zeigen, dass er ihm auch im Himmel alles gewähre, was er von ihm begehrt, gleichwie er ihm auf Erden als seinem Pflegevater untertänig war. Dies haben auch einige andere Personen erfahren, denen ich geraten habe, sich ihm zu empfehlen.”

 

Sie sahen die Engel

Hunderte Christen wurden allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 bei Angriffen durch islamische Terroristen in Nigeria getötet. Die Hilfsorganisation “Barnabas Fund” berichtet, dass 76 Männer, Frauen und teils kleine Kinder, die sich vom Islam zum Christentum bekehrt hatten, gefangen genommen und in einem Terroristenlager von Boko Haram gefoltert wurden. Die vier Männer, Leiter der Gruppe, wurden mit vorgehaltener Waffe aufgefordert, ihrem Glauben an Jesus abzusagen und zum Islam zurückzukehren. Als sie sich weigerten, wurden die Männer vor den Augen ihrer Familien und Freunde umgebracht.

In der darauffolgenden Woche wurden die Ehefrauen der vier ermordeten Männer ebenfalls aufgefordert, ihrem Glauben abzusagen – ansonsten würden ihre Kinder ermordet. Die Frauen saßen bis in die Nacht zusammen und wussten nicht, wie sie sich entscheiden sollten, als plötzlich die Kinder angerannt kamen und sagten, der Herr Jesus sei ihnen erschienen und habe gesagt, dass alles gut werden würde. Am nächsten Morgen stellten die Terroristen die Kinder – die Jüngste war gerade vier Jahre alt – an einer Wand auf und sagten den vier Müttern erneut, dass sie ihre Kinder retten könnten, indem sie Jesus absagten und zurück zum Islam kehrten. Die Mütter weigerten sich. Die Soldaten luden ihre Gewehre und waren kurz davor zu schießen, als sie sich plötzlich an die Köpfe griffen, wie wild schrien und riefen: “Schlangen, Schlangen.” Manche rannten weg, andere fielen auf der Stelle tot zu Boden.

Einer der gefangenen Christen wollte das Gewehr eines der toten Soldaten aufnehmen, um die fliehenden Boko-Haram-Mitglieder zu erschießen, aber das vierjährige Mädchen legte ihre Hand auf seinen Arm und sagte: “Das musst du nicht tun. Siehst du nicht die weißgekleideten Männer, die für uns kämpfen?” Alle 72 Christen überlebten und befinden sich mittlerweile in anderen Gegenden Nigerias, in denen es für Christen sicher ist.

 

Das Wunder des heiligen Feuers

Das Wunder des heiligen Feuers halten viele der orthodoxen Christen für das größte aller christlichen Wunder. Es findet jedes Jahr zur selben Zeit, auf die selbe Art und am selben Ort statt. Man kann über dieses Wunder bereits in Schriften aus dem achten Jahrhundert lesen. Es ereignet sich in der Grabeskirche (Auferstehungskirche) in Jerusalem, die über Golgatha, dem Ort der Kreuzigung Jesu, und dem Grab Jesu, dem Ort seiner Auferstehung von den Toten, errichtet ist.

Das Wunder geschieht jedes Jahr am orthodoxen Ostersamstag. Das orthodoxe Osterfest fällt auf ein anderes Datum als das protestantische und katholische.

Um 13:00 Uhr schiebt sich eine Delegation der lokalen israelischen Polizei durch die Menge. Obwohl sie keine Christen sind, sind sie Teil der Zeremonie. Sie repräsentieren die Römer zur Zeit Jesu, die das Grab Jesu versiegelten. Die Polizei durchsucht das Grab nach versteckten Feuerquellen, damit kein Betrug möglich ist und versiegelt die Tür mit Wachs. Um 13:45 Uhr betritt der Patriarch die Kirche. An der Spitze einer großen Prozession umkreist er dreimal das Grab. Dann legt er zum Zeichen der Demut seine liturgischen Kleider bis auf ein weißes Gewand ab und betritt mit zwei Kerzenbündeln zu je 33 Kerzen allein die Grabeskammer.

Der Patriarch von Jerusalem, Diodorus, berichtet in einem Interview, was nun im Grab Jesu geschieht:

“Ich suche meinen Weg bis in den Grabraum in der Dunkelheit und falle auf die Knie. Hier spreche ich bestimmte Gebete, die uns durch Jahrhunderte überliefert wurden und warte dann. Manchmal warte ich ein paar Minuten, aber meistens passiert das Wunder gleich, nachdem ich gebetet habe. Aus dem Innern des Steins, auf dem Jesus aufgebahrt wurde, entweicht ein unbeschreibbares Licht. Normalerweise hat es eine blaue Nuance, aber die Farbe kann sich ändern und kann viele Töne annehmen. Man kann es mit menschlichen Worten nicht beschreiben. Das Licht steigt aus dem Stein empor, sowie Nebel aus einem See.

An einem bestimmten Punkt steigt das Licht empor und bildet eine Säule, in der das Feuer sich anders verhält, so dass ich meine Kerzen anzünden kann. Nachdem ich das Feuer empfangen habe, gehe ich nach draußen und gebe das Feuer zuerst dem armenischen und dann dem koptischen Patriarchen und dann allen Menschen, die sich in der Kirche befinden.” Unter großem Jubel wird das heilige Feuer des Auferstandenen, das ohne menschliches Zutun im Grab entstanden war, an die Gläubigen weitergegeben. “Das Wunder bewegt mich jedes Jahr aufs Neue tief”, sagt der Patriarch. “Für mich persönlich ist es ein großer Trost, Christi Treue zu uns zu erleben, die Er dadurch beweist, dass Er uns das Licht jedes Jahr trotz unserer Schwächen und Versagen wieder sendet.”