Bruder Benno – sein Ringen um die Berufung

"Mein Gott, man muß froh sein, wenn man etwas leiden kann!" Bruder Benno, als er einmal wegen seiner Schmerzen bemitleidet wurde.

Jeder Getaufte ist berufen ein anderer Christus zu sein, sodass er mit dem heiligen Paulus sagen kann: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ Wir sind berufen, in unseren Gedanken, Worten und Taten die wahre Heiligkeit zu leben und die Güte und Menschenfreundlichkeit des Herrn zu bezeugen. „Euer Licht soll vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Das ist der Auftrag des Herrn.

Genau diesen Auftrag des Herrn hat der „gute Bruder Benno“, wie ihn die Leute allgemein nannten, verwirklicht. Es selber war sich dessen gar nicht so sehr bewusst, dass er für so viele Menschen ein Licht und Halt war. Aber wie berichtet und bezeugt wurde, waren die Menschen von der gleichbleibenden Güte und Menschenfreundlichkeit, von seiner tiefen und einfachen Frömmigkeit angezogen und berührt. Sie erkannten, dass in diesem einfachen Kapuzinerbruder die Heiligkeit des Herrn in überzeugender Weise aufleuchtete.
Im Leben von Bruder Benno finden sich keine außergewöhnlichen Begebenheiten, keine Erscheinungen oder privaten Offenbarungen. Er hat aber seine alltäglichen Pflichten und Aufgaben im Dienste Gottes und der Menschen mit außergewöhnlicher Hingabe und beharrlicher Treue erfüllt. Und das ist eine Art der Heiligkeit, die für jeden von uns bedeutsam ist.

Sein Leben sei hier kurz erzählt. Br. Benno Koglbauer wurde im Jahre 1862 in Mönichskirchen (N.Ö.) geboren. In jungen Jahren half er fleißig im elterlichen Hauswesen mit und unterstützte seinen Vater in den Geschäften des Bürgermeisteramtes. Einem inneren Drang folgend, ging er von zu Hause weg nach Salzburg. Er bekam im Kapuzinerkloster in Salzburg ein Anstellung als Knecht, eine Aufgabe die er vorbildlich erfüllte. Er dachte aber keineswegs daran, dort einzutreten, sondern eher daran eine Familie zu gründen. Er hatte auch ein Mädchen kennengelernt, mit dem der dies verwirklichen wollte.

Im März des Heiligen Jahres 1900 machte er eine Pilgerfahrt nach Rom mit. Und hier ist ihm seine Berufung zum Ordensleben klar geworden. Es muss ein besonderes Gnadenerlebnis gewesen sein, das ihm in Rom zuteil wurde. Er hat darüber nie näher gesprochen; nur seinen Mitbrüdern einmal angedeutet: „Ich wäre niemals Kapuziner geworden, wenn ich nicht in Rom gewesen wäre. Rom hat mich zum Kapuziner gemacht“.

Bevor er am 9. Sept. 1900 ins Kloster eintrat gab es für ihn ein hartes Ringen, vor allem wegen des Mädchens, das ihm sehr viel bedeutete. Es war eine Entscheidung zwischen dem großen Gut des Ehestandes und dem noch größeren Gut der Ganzhingabe an Gott. Dieser innere Ringen um die Entscheidung war noch nicht zu Ende, denn ein Jahr später, am Ende des Noviziats, kurz vor der ersten Profess, sucht ihn die junge Frau noch einmal auf, um ihn für die Ehe zu gewinnen. Doch als er sich entgültig für die Profess entschied, hat er einen tiefen Frieden in Gott empfangen, wie er später selber gesagt hat.

Nach dem Probejahr kam er nach Brixen und im Jahre 1907 als Pförtner nach Bregenz. 18 Jahre lang versah er dieses mühevolle Amt. Seine geduldige und gewissenhafte Pflichterfüllung, seine Milde und Sanftmut, seine herzliche Liebe zu den Mitmenschen, aber nicht nur zu den Außenstehenden, sondern vor allem auch zu den eigenen Mitbrüdern im Kloster haben ihn schon zu Lebzeiten beliebt gemacht und eine große Anziehung ausgeübt. Das wurde von so vielen Seiten ganz einstimmig bezeugt.

Eucharistische Gegenwart des Herrn – „Da fielen sie nieder und beteten an.“

Das Jahr der Eucharistie ist mit der Bischofssynode in Rom zu Ende gegangen. Der Höhepunkt dieses Jahres war sicherlich der Weltjugendtag in Köln. Aus den vielen geistlichen Früchten, die er für die daran beteiligten Jugendlichen gebracht hat, sei nur ein Zeugnis herausgegriffen:

Beim Nachtreffen einer Gruppe von Jugendlichen aus Irland erzählte ein junger Mann: Das Wichtigste, das ihm beim Weltjugendtag aufgegangen sei, war das Geheimnis der Eucharistie. Während er mit seine Gruppe auf die Ankunft des Heiligen Vaters wartet, waren sie in eine Kirche zum Gebet gegangen. Aber nach einer Zeit war es für sie wegen der vielen Menschen nicht mehr möglich auf den Platz zu gelangen, wo der Heilige Vater ankam. Sie mussten in der Kirche bleiben und er konnte nur den Jubel der Menge hören.

Als er auf den Tabernakel blickte, wurde ihm plötzlich mit tiefer Klarheit bewusst: Der, dem die Leute da draußen zujubeln, ist nur der “Stellvertreter Christi”. Aber hier im Allerheiligsten Sakrament ist mehr. Hier ist Jesus selbst!! – Was dieser junge Mann erfahren hat, das hat der Heilige Vater den Jugendlichen nahegelegt, als er über die Anbetung der drei Weisen sprach: ”Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und beteten es an … das ist nicht eine weit entfernte, lang vergangene Geschichte. Das ist Gegenwart. Hier in der heiligen Hostie ist ER vor uns und unter uns. Wie damals verhüllt er sich geheimnisvoll in heiligem Schweigen, und wie damals offenbart er gerade so Gottes wahres Gesicht. Er lädt uns ein zu der inneren Wanderschaft, die Anbetung heißt. Machen wir uns auf diesen inneren Weg und bitten wir ihn, dass er uns führe.”

Was wird aus unserer Kultur?

Bereits im Jahre 1934 hat der Engländer Joseph D. Unwin (1895-1936) in einer gründlichen, wissenschaftlichen Untersuchung festgestellt, dass es zu allen Zeiten überall auf der Welt einen direkten Zusammenhang zwischen der Sexualmoral und der Kultur einer Gesellschaft gegeben habe. Seine unumstößliche, gleichwohl für viele schwer annehmbare Erkenntnis: Je strenger die Sexualmoral, desto höher die Kultur, je liberaler die sexuellen Praktiken, desto niedriger das kulturelle Niveau.

Christkönigssonntag – der gute Kampf

Das Christkönigsfest erinnert uns daran, dass Jesus Christus seine Königsherrschaft über alle Menschen ausbreiten will. Sein Reich ist aber nicht von der Art dieser Welt, sondern es ist ein Reich der Liebe und der Gnade, der Gerechtigkeit und des Friedens. Aber wir müssen uns im Klaren sein: die Ausbreitung seines Königreiches ist immer mit einem Kampf verbunden. Jesus hat dies auch ausdrücklich gesagt: „Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen sondern das Schwert.“

Aber dieses Schwert ist nicht zum Kampf gegen andere Menschen bestimmt, sondern es ist ein Zeichen für den geistlichen Kampf, den wir in unserem eigenen Herzen zu führen haben.

Dieser gute Kampf geht in zwei Richtungen und entspricht ganz unserem Taufversprechen: Es gilt einerseits Widerstand zu leisten, gegen die Versuchungen zum Bösen. Der heilige Paulus sagt: “Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen“ (Eph 6,16).

Auf der anderen Seite geht es darum, dass wir den Kampf aufgeben, den wir gegen die Wahrheit führen. Wir müssen uns Christus ergeben und uns im Glauben unterwerfen. Denn oft genug sind wir noch Widerstandskämpfer gegen seine Gnade. Aber wer sich von der Liebe Christi besiegen lässt, ist kein Verlierer.

Der Heilige Geist leitet die Kirche

Zur großen Freude für die ganze Kirche ist uns wieder ein Heiliger Vater geschenkt: Papst Benedikt XVI.

Mit der Wahl Kardinal Josef Ratzingers zum 265. Nachfolger des heiligen Petrus ist uns ein Zeichen geschenkt, dass der Heilige Geist die Kirche auch heute belebt und leitet und dass sich von neuem die Verheißung Jesu Christi erfüllt: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben“ (Mt 16,18). Die Treue und Liebe zum Heiligen Vater wird uns helfen, den rechten Glauben und die Einheit mit Christus zu bewahren.

Seine ersten Worte an uns: „Liebe Brüder und Schwestern, nach dem großen Papst Johannes Paul II. haben die Kardinäle mich gewählt, einen einfachen und demütigen Arbeiter im Weinberg des Herrn. Mich tröstet die Tatsache, dass der Herr auch mit ungenügenden Werkzeugen arbeiten und handeln kann und vertraue mich vor allem euren Gebeten an. In der Freude des Auferstandenen und im Vertrauen auf seine fortwährende Hilfe gehen wir weiter. Der Herr wird uns helfen, und Maria, seine heiligste Mutter, wird an unserer Seite sein. Danke.“

Er hat seinen Engel gesandt!

Am 29. September feiert die Kirche das Fest der heiligen drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael und am 2. Oktober das Fest der heiligen Schutzengel – ein Anregung zu größerem Vertrauen auf ihre Hilfe.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Glaube an die Existenz und das Wirken der heiligen Engel von vielen in der Kirche als etwas Altmodisches abgetan, das nicht in unsere “aufgeklärte” Zeit passt. Auf der anderen Seite hat die Esoterik ihre Engellehren erfolgreich propagiert. Zum Teil wird die Lehre der Kirche übernommen, aber dann vermischt mit falschen, heidnischen Lehren, die mit der Offenbarung Gottes nichts zu tun haben. Deshalb ist es wichtig, die katholische Lehre zu kennen. Wir halten am Glauben fest, dass die Engel geistige, körperlose, personale Wesen sind, die Verstand und freien Willen haben und die Gott am Anfang der Welt erschaffen hat. Ihrem ganzen Sein nach sind die Engel Diener und Boten Gottes. Sie sind dienende Geister, ausgesandt, um denen zu helfen, die das Heil erben sollen (vgl. Hebr 1,14). In der Heiligen Schrift finden wir viele Berichte über das Wirken der Engel. Denken wir an den Erzengel Gabriel, bei der Menschwerdung oder an die Engel beim Grab Christi usw. Das Leben des Herrn ist von der Anbetung und dem Dienst der Engel umgeben und er wird einst kommen in seiner Herrlichkeit “und alle Engel mit ihm“ (Mt 25,31).

Gott hat jedem von uns einen Schutzengel gegeben. Im Buch Exodus wird seine Aufgabe und sein Wirken schön beschrieben. “Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe. Achte auf ihn, und hör auf seine Stimme! Widersetz dich ihm nicht! Er würde es nicht ertragen, wenn ihr euch auflehnt; denn in ihm ist mein Name gegenwärtig. (Ex 23,20-21)”. Der heilige Thomas von Aquin lehrt: Wenn der hl. Engel unsere Seele geistig berührt, so erweitert er unsere Erkenntnis und Liebe; er belehrt uns, indem er unseren Verstand erleuchtet, uns dazu bewegt, die Dinge aufmerksamer zu betrachten, er ordnet die Bilder der Phantasie so an, dass sie uns einsichtiger werden, damit wir den Willen Gottes leichter erkennen. Wer im Glauben und im Gebet sich an die Engel wendet, der wird erfahren, dass sie machtvolle Helfer auf dem Weg zum ewigen Heil sind.

Der hl. Franz von Assisi und die Freude

Am 4. Oktober feiern wir das Fest des hl. Franz von Assisi (+1226). In den „Erzählungen von Bruder Leo und Gefährten“, die in der Zeit von 1246-1271 niedergeschrieben wurden, sind uns die folgende Weisungen des hl. Franz über die Freude überliefert:

Dem seligen Franz war vor allem daran gelegen, dass er auch außerhalb des Gebetes und Gottesdienstes allzeit die heilige Freude des inneren und äußern Menschen bewahre. Das sah er besonders gern auch an seinen Brüdern und öfter verwies er es einem, wenn er eine traurige oder ärgerliche Stimmung nach außen hervortreten ließ.

Denn er sagte: “Wenn der Knecht Gottes die innere und äußere Heiterkeit des Gemütes zu bewahren strebt, jene Fröhlichkeit, die aus der Reinheit des Herzens und aus dem innerlichen Gebetsgeist kommt, so können die bösen Geister einem solchen nichts anhaben; sie werden bekennen müssen: Seit dieser Knecht Gottes in guten und bösen Tagen so heiter ist, können wir gar keinen Zugang mehr bei ihm finden und ihm nicht schaden! Ein Triumph aber ist es für die Teufel, wenn sie jene innerliche Fröhlichkeit, die von dem reinen Gebet und rechten Schaffen des Menschen kommt, auslöschen oder wenigstens schwächen können.”

So sprach der selige Franz einmal einem Bruder, der ihn begleitete, sein Missfallen aus, weil er ein betrübtes Gesicht machte. Er sprach zu ihm: “Warum trägst du eine Betrübnis zur Schau? Hast du Gott beleidigt, so soll der Schmerz darüber etwas zwischen dir und Gott sein. Bitte ihn, dass er in seiner Barmherzigkeit dir vergebe! Dann gönne deinem Herzen wieder die Freude über die Seligkeit, die deine Sünde dir genommen hatte. Vor mir aber und vor den andern zeige dich immer fröhlich! Denn es schickt sich nicht für den Knecht Gottes, sich traurig zu zeigen und betrübtes Gesicht zu machen.”

Das Kreuz Christi, das uns erhöht

Das Fest Kreuzerhöhung am 14. Sept. hat einen festen Platz im bäuerlichen Leben . Es ist der Tag des Almabtriebes. Die Ereignisse, die am Ursprung dieses Festes stehen, führen uns zu einer tieferen Betrachtung des Kreuze Christi.

Das Fest Kreuzerhöhung geht zurück auf die Einweihung der Grabeskirche in Jerusalem. Kaiser Konstantin hatte diese Kirche über Golgotha und über dem Grab des Herrn errichten lassen und bei der Einweihung im Jahre 335 wurde das echte Kreuzesholz erhöht, d.h. dem Volk gezeigt.

Dieses Kreuzesholz wurde durch die Initiative der heiligen Helena, der Mutter des Kaisers Konstantin, gefunden. Mit dieser Auffindung des Kreuzes ist eine wunderbare Begebenheit verbunden.

Bei den Ausgrabungen hatte die heilige Helena nicht nur ein Kreuz gefunden sondern mehrere. Man konnte nicht unterscheiden, welches das Kreuz des Herrn war. Durch ein Wunder sollte diese Frage entschieden werden. Der damalige Bischof von Jerusalem, Markarios, betete inständig zu Gott und dann berührte er mit jedem der drei Kreuze eine sterbenskrank darniederliegende Frau. Bei den ersten beiden Hölzern geschah nichts. Als er sie aber mit dem dritten Holz berührte, wurde sie augenblicklich gesund. An diesem Zeichen erkannten sie das Kreuz des Herrn.

An dieser Begebenheit offenbart sich der tiefe Sinn und die Wirkung des Kreuzes Christi in unserem Leben. Wer mit dem Kreuz Christi in Berührung kommt, d.h. wer bereit ist, im Glauben an Jesus und aus Liebe zu ihm den Weg der Kreuzesnachfolge zu gehen, das heißt, wer bereit ist, all die Mühen und Leiden, die Belastungen, die unser Leben unweigerlich mit sich bringt, vereint mit dem Herrn zu tragen, der wird Heilung, Erlösung und geistliches Wachstum, und der wird auch die Auferstehung und Herrlichkeit am eigenen Leib erfahren.
Das Schwere und Belastende in unserm Leben, die Mühen und Leiden, die über uns kommen, auch die Schuld, die auf uns wegen unser Sünden lastet, in all diesen Dingen können wir menschlich gesehen nichts Heilbringendes finden. Aber wenn wir zum Herrn gefunden haben, wenn wir an ihn glauben, uns mit seinem Kreuz vereinen, in seinem Geist den Weg der Nachfolge gehen, dann werden wir Erlösung und Heilung erfahren, das führt uns höher, das führt uns näher zu Gott.

Es gibt den schönen Ausspruch: „Die Kreuze im Leben sind wie die Kreuze in der Musik, sie erhöhen.“ Diese Wahrheit hat auch Mutter Julia Verhaeghe zum Ausdruck gebracht, wenn sie sagt:

“Das Kreuz des Herrn im Glauben getragen bricht nicht, sondern richtet auf.” Oder an anderer Stelle: “Wage es, dem Opfer ins Auge zu sehen und lebe es als eine Anteilnahme am Leben und Sterben Christi. Nur das Opfer, das in ihm gelebt wird, kann uns zum Frieden und zur Freude unseres Christseins, zur Teilnahme an der Gnade der Auferstehung und eines erneuerten Ostermorgens führen.”

Die Freude nicht für sich behalten

Im Jahre 1969 wurde Professor Josef Ratzinger an der Universität Tübingen bei einer Vorlesung von den Studenten ausgebuht. Und heute, da er als Papst Benedikt XVI. wieder nach Deutschland kommt, jubeln ihm bei der Abschlussmesse am Marienfeld 1,1 Millionen junge Leute zu und hören dankbar auf seine Botschaft. Das sind die Wege Gottes! Hier Teile aus seiner Predigt:
Die Eucharistie muss Mitte unseres Lebens werden. … Es ist schön, dass in vielen Kulturen heute der Sonntag ein freier Tag ist oder gar mit dem Samstag ein so genanntes freies Wochenende bildet.

Aber diese freie Zeit bleibt leer, wenn Gott nicht darin vorkommt. Liebe Freunde! Manchmal ist es vielleicht im ersten Augenblick unbequem, am Sonntag auch die heilige Messe einzuplanen. Aber Ihr werdet sehen, dass gerade dies der Freizeit erst die rechte Mitte gibt. Lasst Euch nicht abbringen von der sonntäglichen Eucharistie, und helft auch den anderen, dass sie sie entdecken. … Mit der Liebe zur Eucharistie werdet Ihr auch das Sakrament der Versöhnung neu entdecken, in der Gottes verzeihende Güte immer wieder einen Neubeginn in unserem Leben möglich macht. …

Wer Christus entdeckt hat, muss andere zu ihm führen. Eine große Freude kann man nicht für sich selbst behalten. Man muss sie weitergeben. Heute gibt es in großen Teilen der Welt eine merkwürdige Gottvergessenheit. Es scheint auch ohne ihn zu gehen. Aber zugleich gibt es auch ein Gefühl der Frustration, der Unzufriedenheit an allem und mit allem: Das kann doch nicht das Leben sein! In der Tat nicht. Und so gibt es zugleich mit der Gottvergessenheit auch so etwas wie einen Boom des Religiösen. Ich will nicht alles schlecht machen, was da vorkommt. Es kann auch ehrliche Freude des Gefundenhabens dabei sein. Aber weithin wird doch Religion geradezu zum Marktprodukt. Man sucht sich heraus, was einem gefällt, und manche wissen, Gewinn daraus zu ziehen.

Aber die selbst gesuchte Religion hilft uns im letzten nicht weiter. Sie ist bequem, aber in der Stunde der Krise lässt sie uns allein. Helft den Menschen, den wirklichen Stern zu entdecken, der uns den Weg zeigt: Jesus Christus. Versuchen wir selber, ihn immer besser kennen zu lernen, damit wir überzeugend auch andere zu ihm führen können.

Was ist ein Diakon?

Das Sakrament der Weihe gliedert sich in drei Stufen. Mit der Bischofsweihe wird die Fülle der Weihe übertragen. Dem voraus geht die Weihestufe des Priestertums. Die unterste Stufe ist die Diakonenweihe. Das Sakrament der Weihe, sei es Diakonen-, Priester- oder Bischofsweihe kann nur Männern übertragen werden, da die Weihe eine ganz besondere Gleichgestaltung mit Christus bedeutet und da der Herr nur Männer als Apostel auserwählt hat. Alle, die dieses Sakrament der Weihe empfangen, bilden zusammen die Hierarchie der Kirche.

Die Diakone werden durch die Weihe Christus gleichgestaltet, der zum “Diener” das heißt zum “Diakon” aller geworden ist. Aufgabe der Diakone ist es unter anderem, dem Bischof und den Priestern bei der Feier der Eucharistie zu helfen, in der hl. Messe das Evangelium zu verkünden und zu predigen, die heilige Kommunion zu spenden. Er darf der Eheschließung assistieren und das Brautpaar segnen, die Taufe spenden, Begräbnissen vorstehen und soll sich verschiedenen karitativen Diensten widmen. Krankensalbung und Beichte bleiben aber immer dem Priester vorbehalten.

Bis zum II. Vat. Konzil hat es den Diakonat nur als Vorbereitung auf die Priesterweihe gegeben. Nach dem Konzil hat die lateinische Kirche den Diakonat als eigene und beständige Stufe der Hierarchie wiederhergestellt. Die Ostkirchen hatten stets an ihm festgehalten. Dieser ständige Diakonat, der auch verheirateten Männern übertragen werden kann, ist für die Sendung der Kirche eine wichtige Bereicherung.