Ich übergab das Leben meines Kindes Christus

Eine Mutter berichtet:

Jesus bat die hl. Schwester Faustine Kowalska, sie möge über Seine Barmherzigkeit sprechen und schreiben. Auch ich möchte über die Barmherzigkeit Jesu schreiben, die Er mir und meiner Familie erwiesen hat. Die Gnade des Barmherzigen Jesus betrifft meinen jüngeren Sohn Simon. Es war vor gut sieben Jahren, als ich bemerkte, dass ich schwanger war, und dann an einer Grippe erkrankte.

Als mein Frauenarzt von meiner Krankheit erfuhr, informierte er mich über die tragischen Folgen, die der Virus beim Kind hervorrufen könnte. Er machte eine Ultraschalluntersuchung und stellte die Diagnose: der Grippevirus habe den Embryo zerstört. Weiterhin sagte der Frauenarzt, dass ich in nächster Zeit eine Fehlgeburt erwarten sollte.

Das war ein herber Schlag für mich. Ich übergab das Leben meines Kindes Christus, indem ich den Barmherzigkeitsrosenkranz betete. Es war für mich eine echte Tragödie, und zwar auch deswegen, weil ich auch in der vorherigen Schwangerschaft eine Fehlgeburt erlitten hatte. …

Ich fand einen neuen Arzt, der wie ein guter Schutzengel zu mir war (Gott stellt oft wunderbare Menschen auf unseren Weg!). Es stellte sich heraus, dass das Kind sich gut entwickelt. Ich betete täglich und bat auch andere um ihr Gebet. Und obwohl die Unruhe, die der erste Arzt in mein Herz gesät hatte, mich die ganze Zeit über begleitete, vertraute ich von ganzem Herzen Gott und stellte mein Kind unter Seinen Schutz. …

Mein Sohn kam vollkommen gesund auf die Welt, und so schnell, dass der Arzt es nicht einmal schaffte, rechtzeitig zu kommen. Ehre sei dem Herrn! Ich ermuntere alle, für schwangere Mütter zu beten, sogar für diejenigen, die gar nicht wissen, dass man für sie beten … (vgl.: Lebe, Nr. 132/2017)

 

Maria – Vorbild im Erlernen der göttlichen Wahrheit

Am 25. März feiert die Kirche das Hochfest der Verkündigung des Herrn. Es ist das eigentliche Fest der Menschwerdung Gottes. Maria hat im Glauben ja gesagt zum Plan des Herrn. Durch ihr „mir geschehe“ hat der Sohn Gottes in ihrem Schoß unsere menschlichen Natur angenommen. Marias Glaube ist so zum Vorbild für uns alle geworden. Der hl. Kard. Newman schreibt:

„Maria ist uns ein Vorbild in der Annahme und im Erlernen der göttlichen Wahrheit. Es genügt ihr nicht, sie anzunehmen, sie verweilt bei ihr. Es genügt ihr nicht, sie zu besitzen, sie benutzt sie. Es genügt ihr nicht, ihr zuzustimmen, sie entwickelt sie. Es genügt ihr nicht, ihr die Vernunft zu unterwerfen, sie denkt auch darüber nach. Allerdings nicht so, dass sie zuerst ihre Vernunft gebrauchte und nachher glaubte, wie Zacharias. Vielmehr glaubt sie zuerst, ohne nachzuforschen; und dann fängt sie aus Liebe und Ehrfurcht an zu überlegen, nachdem der Glaubensakt schon vollzogen ist. Und so ist sie uns ein Sinnbild nicht nur für den Glauben der Einfachen, sondern auch den der Kirchenlehrer, die das Evangelium eben sosehr zu erforschen, abzuwägen und zu definieren wie zu bekennen haben.“

Kinder des Vaters im Himmel sein

In den Evangelien der Sonntagen im Februar hören wir wichtige Abschnitte aus der Bergpredigt Jesu. Jesus legt uns darin die Gebote, Weisungen und Prinzipien vor, an die wir uns als seine Jünger halten sollen, damit wir wahrhaft Kinder unseres Vaters im Himmel werden (vgl. Mt 5,45).

Eines der Gebote, das für uns menschlich gesehen am schwersten zu verstehen ist, ist das Gebot des Verzichtes auf Rache und der Feindesliebe. Wenn Jesus sagt: „Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“, oder „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen“, dann werden wir dem vielleicht theoretisch zustimmen, aber wenn es konkret wird, werden wir vielleicht auch so denken, wie es in der folgenden Begebenheit geschildert wird.

In den 60-er Jahren war der sowjetischen Regierungschefs Nikita Chruschtschow in Frankreich zu Besuch und man hat ihm auch die Kathedrale von Reims gezeigt. Nach der Führung hat er zu dem Prälaten, der ihn begleitet hat, gesagt: „Eigentlich stimme ich mit allem überein, was euer Christus gelehrt hat. Ein Mann mit sozialen Ideen. Ein Mann, der für die Revolution war. Wirklich, euer Christus imponiert mir.“ Aber nach einer Weile machte er doch die bemerkenswerte Einschränkung: „Nur eines verstehe ich nicht an eurem Christus; wenn er sagt: Haut dich einer auf die linke Backe, reich ihm auch die rechte! – Nein, wenn mich einer schlägt, dann mache ich ihn einen Kopf kürzer.“ Er hat genau das ausgesprochen, was in der Welt üblich ist. Hier geht es nicht bloß „Aug um Auge, Zahn um Zahn“, das wäre ja noch gerecht, sonder für eine Ohrfeige macht man den anderen gleich um einen Kopf kürzer.

Aber was ist nun mit dieser anderen Wange gemeint?
Es geht hier ganz offensichtlich um die persönlichen Beleidigungen und Verletzungen, die uns in verschiedenster Weise treffen können.

In solchen Situationen sind wir zwar manchmal nach außen hin fähig, ein Unrecht oder eine Beleidigung zu ertragen – um des Lieben Friedens willen. Aber innerlich haben wir diesen Schlag noch lange nicht überwunden. Wir sind versucht, ganz heftige Gedanken des Zornes, des Hasses, der Rache mit uns herumzutragen, ja vielleicht sogar ein Leben lang, weil wir das Unrecht nicht verzeihen können.

Wenn Jesus hier sagt, wir sollen auch die andere Wange hinhalten, so könnten wir darunter die Gesichtsseite des inneren Menschen verstehen.

Jesus wollte, dass wir jeden Hass auf die Menschen, jeden Gedanken der Rache in der Tiefe unserer Seele von Grund auf überwinden durch das Vergeben und Verzeihen, so wie er es getan hat. Das ist aber nur möglich mit seiner Gnade und in seinem Geist.

 

Notstandsglaube

Der Dichter Eugen Roth, der in vielen seiner Gedichte, die Schwächen und Grenzen unseres Menschseins humorvoll beschrieben hat, erinnert uns im folgenden Gedicht auch ans Beten.

„Ein Mensch, solang es gut ihm geht, / denkt nur selten ans Gebet, / lebt in den Tag hinein sein Leben, / denkt nicht an den, der’s ihm gegeben. / Und schiebt selbst noch den schuld’gen Dank / wie’s Frommsein auf die lange Bank. / Doch wenn ein Unglück ihn ereilt,/ dann wird der Himmel angepeilt:/ ‚Mein Gott – wenn es dich geben sollte – / schon längst ich zu dir kommen wollte … / Wie kannst du solches an mir tun? / So komm herbei und hilf mir nun! ‚ / Wird dann der Anruf nicht gehört, / dem Notstandsglauben ab er schwört. / ‚Wie kann ich denn Vertrauen fassen, / zu dem, der mich in im Stich gelassen?‘ / Ob er das Beten je begreift, / der Gott wie einem Dienstmann pfeift?“

 

Kein Grund zum Feiern sondern zur Umkehr

Vier „Jubiläen“ werden von verschiedenen Gruppen im Jahr 2017 begangen. Sie sind aber für uns als  Katholiken kein Grund zum Feiern sondern zur Umkehr.

1.) Die protestantischen Gemeinschaften begehen ihr 500-jähriges Bestehen. Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine legendären 95 Thesen an der Kirche in Wittenberg angeschlagen haben. Auch wenn dieser Thesenanschlag nie so geschehen ist, so hat doch Martin Luther durch seine Schriften und seine Wirken die Reformation ausgelöst, die nicht zu einer Erneuerung des Glaubens, sonder zu einer Kirchenspaltung geführt hat, die in der Folge viel Leid, Unheil und Kriege mit sich brachte.

2.) Auch die Freimaurer feiern 300 Jahre ihres Bestehens. Am 24. Juni 1717 kam es in London  zur Gründung der „Vereinigten Großloge von England“. Als Geheimgesellschaft wirken sie zwar immer im Hintergrund. Aber es lässt sich geschichtlich nachweisen, dass führende Freimaurer bei allen Revolutionen, Kriegen, Umstürzen und Angriffen auf die katholische Kirche federführend mitwirkten.

3.) Vor 100 Jahren, am 25. Okt. 1917 (julianischer Kalender), kam es in Russland zur sogenannten Oktoberrevolution, zur gewaltsamen Machtübernahme durch die Kommunisten. Unter den vielen kommunistischen Diktaturen wurden bis heute etwa 100 Millionen Menschen getötet. Und dieses linke, kommunistische, sozialistische oder grüne Gedankengut breitet sich bis heute unaufhörlich aus.

4.) Wegen dieser unheilvollen Entwicklung in unserer Welt hat uns Maria vor 100 Jahren (1917) in Fatima zum Rosenkranzgebet, zur Weihe an ihr unbeflecktes Herz und zur Bekehrung und Buße aufgerufen. Dieses Jubiläum erinnert und daran, dass wir ihrer Einladung mit erneutem Eifer folgen sollten im Vertrauen darauf, dass ihr unbeflecktes Herz triumphieren wird nach allen Prüfungen.

 

Jesus, du bist der Retter. Komm und rette uns!

Jesus hat damals zu den Hohenpriestern und Ältesten, die ihr Herz gegen ihn und seine Botschaft verhärtet hatten, gesagt: „Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr“ (Mt 21,31). Wie diese Verheißung auch heute noch in Erfüllung geht, darüber hat uns eine gläubige, mutige und missionarische Katholikin ein wunderbares Zeugnis gegeben. Sie erzählt:

»Vor einigen Jahren wartete ich am Abend in einer Großstadt auf den Bus. Er kam und kam nicht. Da näherte sich eine Prostituierte. Als sie versuchte, sich an die Männer in unserer Nähe heranzumachen, rief ich innerlich zu Jesus: „Du bist der Retter, rette sie!“ Als die Frau bei den Männern keinen Erfolg hatte, kam sie auf mich zu. Ich wischte sorgfältig die Regentropfen vom Sitzplatz neben mir weg. Sie staunte über meine Geste und fragte, weshalb ich das tue.  „Ich möchte verhindern, dass Sie sich schmutzig machen.“

Sie steht staunend da und sagt: „Das ist aber nicht gerade häufig, diese Aufmerksamkeit für andere.“ „Das stimmt, und deshalb ist man ja auch oft allein.“ Sie stößt einen tiefen Seufzer aus und sagt: „Einsamkeit, das kenne ich!“ Ich entscheide mich, sie zu duzen, und wage den ersten Schritt: „Du kennst die Einsamkeit, aber kennst du auch Jesus?“ Sie überlegt. „Ist das der, den sie Christus nennen?“ „Ja, er ist dein Retter.“ „Er kann mich retten? Wann?“ „Ich weiß es nicht, bitte ihn darum. Er kommt und rettet dich.“ Sie steht auf, faltet die Hände, schließt die Augen und fleht laut: „Jesus, rette mich!“ Dann wendet sie sich wie ein kleines Mädchen, das sein Bestes versucht hat, an mich und fragt: „Reicht das so?“ „Ja, das reicht. Mach das oft so, dann wird er dich retten.“ Da gerade der Bus kam, kritzelte ich schnell meine Telefonnummer auf einen Zettel und gab ihn ihr.

Mehrere Monate vergingen. Eines Abends rief sie mich an und bat darum, mich mit ihr zu treffen. Sie fügte hinzu, sie sei nicht allein. In der Tat, als ich ankam, waren da fünf Prostituierte. Sie erzählten mir, jeden Tag träfen sie sich, um eine halbe Stunde lang zu wiederholen: „Jesus, du bist der Retter. Komm und rette uns!“ Sie luden mich ein, mich ihnen anzuschließen, wenn ich könnte.

In den folgenden Monaten wuchs die Gruppe. Schließlich waren es 27 Personen. Manchmal versuchte ich, ihnen eine kleine Katechese zu halten, doch sie antworteten mir: „Das wissen wir schon. Jesus hat es uns gelehrt!“

Heute, nach zwei Jahren, haben diese Prostituierten im Sakrament der Versöhnung eine Antwort auf ihr Beten empfangen und beschlossen, ihr Leben radikal zu ändern. Oft haben sie auf ganz unerwartete Weise Arbeit gefunden, viele haben kirchlich geheiratet, Kinder bekommen und führen ein Familienleben in Treue und im Gebet. Einige machen sogar eine Katechetenausbildung, um dann Zeugnis zu geben von der wunderbaren Begegnung, die ihr Leben verändert hat. Für Gott ist nichts unmöglich!«

 

Ich habe meine Abtreibung überlebt

Gianna Jessen, dir ihre Abtreibung überlebte, engagiert sich heute international mit Vorträgen für das Leben. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation werden weltweit jedes Jahr 42 Millionen Kinder abgetrieben.

Giannas leibliche Mutter war 17, als sie sich 1977 dazu entschied, ihr Kind im 8. Monat abtreiben zu lassen. In einer Klinik in Los Angeles wurde der jungen Frau eine Salzlösung in die Gebärmutter eingeführt, damit das Baby verätzt wird. Spätestens nach 24 Stunden kommt es zu einer Totgeburt.

Doch wie durch ein Wunder kam Gianna lebendig zur Welt – mit schweren Verletzungen. Eine Krankenschwester ließ die kleine Gianna in ein nahe gelegenes Kinderkrankenhaus bringt. Die Ärzte prognostizierten, dass Gianna schwerstbehindert sein würde. Gianna kam zu gläubigen Pflegeeltern, die sich liebevoll um sie kümmern, so dass nur ein leichte Behinderung beim Gehen zurückblieb.

Als Gianna 12 Jahren alt war, fragte sie am Heiligen Abend ihre Pflegemutter, warum sie nicht so laufen könne wie andere Kinder. Da erfuhr sie von ihren Pflegemutter ihre Geschichte. „Es mag nicht Gottes Wille sein, Dich vollständig zu heilen, aber er möchte mit Deiner Hilfe andere Menschen erreichen“, erklärt sie ihr.

Schon bald engagiert sich das junge Mädchen gegen Abtreibungen.

In Talkshows und öffentlichen Vorträgen erzählt sie ihre Geschichte und setzt sich bis heute für ein Verbot von Spätabtreibungen ein.

Aus ihrem Glauben an Jesus macht Gianna Jessen bei
keinem ihrer Auftritte einen Hehl. „Ich weiß, dass es heutzutage weithin als politisch unkorrekt gilt, in öffentlichen Räumen von Jesus zu sprechen. Aber es ist allein die Gnade Gottes, aus der wir alle leben. Ich habe überlebt, damit ich von ihm erzählen kann.“

 

Hl. Laura Montoya Upegui – Bist du nicht die Freundin Gottes?

Madre Laura Montoya Upegui (1874 – 1949) ist die erste heiliggesprochene Kolumbianerin. Sie gründete eine Missionsgemeinschaft, die sich ganz der Evangelisierung der Ureinwohner von Kolumbien widmete. In ihrer Autobiographie, die sie im Auftrag ihres Bischofs verfasste, berichtet sie von einer wunderbaren Begebenheit, die uns zeigt, dass wir in allen Stürmen und Unwettern unseres Lebens auf Gottes Macht vertrauen sollen. Die hl. Laura erzählt:

»Auf einem Gang durch den Dschungel, von einer Missionsstation zur anderen, begleitete mich einmal ein Indiomädchen. Wir waren noch nicht lange unterwegs und gingen gerade an einem Fluss entlang, der sich am Fuß des Andengebirges dahinschlängelte, als vor uns dunkle Regenwolken aufzogen. Ein mächtiger Sturm kündigte sich durch Blitze und Donnerrollen an. Als wir uns in die Richtung umwandten, aus der wir gekommen waren, sahen wir, dass sich auch dort ein riesiger Sturm zusammenballte. Ebenso bildeten sich zu unserer Linken und Rechten rasch schwere Gewitterwolken. Das Indianermädchen rief verängstigt: „Schau, Madre, diese ‚vier Regen‘ werden uns wegspülen!“ – „Ja“, antwortete ich ihr, „da kann man nichts machen. Wir werden das aus Liebe zu Gott ganz einfach ertragen.“ Aufgeregt drängte das Mädchen: „Bist du nicht die Freundin Gottes? Also, warum lässt du es zu, dass der Regen uns durchnässt? Hast du mich vielleicht nicht gern, Madre?“ – „O, ich liebe dich sehr, Töchterchen“, erwiderte ich ihr, „doch wenn Gott diesen Regen schickt, der uns durchnässen wird, was können wir dagegen tun?!“ Da schimpfte sie aufgebracht: „Es ist deine Schuld, wenn der Regen mich durchnässt, denn du könntest deinen Gott bitten, keinen Regen zu schicken. Er wäre bestimmt gut zu dir und würde es nicht regnen lassen.“ Diese Worte rührten mich, denn sie zeigten mir deutlich, dass die Indianerin in Wirklichkeit ein Wunder erwartete. Sie vertraute tatsächlich darauf, Gott könnte es verhindern, dass ‚die vier Regen‘ losbrachen … Nun warteten wir gemeinsam nur noch darauf, welcher der ‚vier Regen‘ uns als erster erreichen würde. Das gewaltige Herantosen der Regenschauer hörte sich an, als würden Berge zusammenstürzen und massenhaft Geröll mit in die Tiefe reißen. Schon schlugen Blitze links und rechts von uns ein, und auch mir wurde angst und bange. Verrückt vor Angst schrie das Mädchen: „Das ist deine Schuld! Das ist deine Schuld!“ In dem Moment betete ich zu Gott:
„Herr, zur Verherrlichung Deines Namens und um dieses Indiomädchen zu bekehren, bitte ich Dich voll Vertrauen, zeige Deine Macht der Barmherzigkeit!“
Kaum hatte ich inständig ein Vaterunser gebetet, erreichte uns auch schon der Regen aus allen vier Richtungen.

Doch wir setzten unseren Fußmarsch von weiteren 45 Minuten unverdrossen fort, und zwar komplett trocken! Denn der Regen, der vor uns niederprasselte, wich stets vor unserem nächsten Schritt zurück. Der Regen hinter uns blieb immer im gleichen Abstand von zwei, drei Meter Entfernung. Und die Regenschauer links und rechts von uns hielten ebenfalls eine gleichbleibende Distanz von drei bis vier Metern. Als wir endlich die Missionsstation erreichten, meinten die wartenden Schwestern natürlich, wir müssten tropfnass sein. Sie traten voll Mitleid aus dem Haus und waren höchst erstaunt, uns gänzlich trocken ankommen zu sehen. Ebenso verblüfft blickten sie auf den trockenen Kreis um uns herum, der bis zum Hauseingang reichte und auf den nicht ein einziger Regentropfen gefallen war. Nur unsere Füße und Schuhe waren nass, weil sie den Boden berührt hatten, der jeweils von den Regenschauern vor uns durchtränkt worden war. Ansonsten war kein einziger Wassertropfen auf uns gefallen. Da sagte das Indiomädchen zu den sprachlosen Umstehenden: „Gott ist sehr gut zu dieser Madre!“ Und mein Herz war nach all dem Erlebten voll Dankbarkeit Gott gegenüber, der dieses große Wunder für ein armes unbeachtetes Indiomädchen gewirkt hatte.«

Quelle: Autobiografia S. Laura Montoya Upegui

Ihr Sohn ist geistig unterbemittelt

Thomas Alva Edison (1847-1931) war einer der großen amerikanischen Erfinder. Man nannte ihn auch den König der Erfinder. Er hat z.B. die Glühbirne und das Mikrophon entwickelt. Dass er seine Talente so entfalten konnte, verdankte er seiner Mutter, die ihn zu Hause unterrichtete. Denn nach den ersten Wochen in der Schule wurde der kleine Thomas von seiner Lehrerin mit einem Brief an seine Mutter nach Hause geschickt. Die Augen seiner Mutter waren von Tränen erfüllt, als sie diesen Brief las und dann dem kleinen Thomas laut vorlas: „Ihr Sohn ist ein Genie. Diese Schule kann ihn nicht entsprechend fördern, da wir nicht genug gute Lehrer haben. Bitte unterrichten sie ihn ab jetzt selbst.“

Viele, viele Jahre später – seine Mutter war längst gestorben – kramte Thomas Edison in alten Familiensachen. Plötzlich sah er in der Ecke einer Schreibtischschublade einen Zettel liegen. Es war der Brief seiner ehemaligen Lehrerin und er las ihn. In dem Brief stand: „Ihr Sohn ist geistig unterbemittelt und wir möchten ihn nicht mehr an unserer Schule unterrichten.“

Edison weinte daraufhin sehr lange aus Dankbarkeit für die heroische Tat seiner Mutter, die immer an ihn geglaubt, ihn mit allen Kräften gefördert hat und sich nicht vom Urteil anderer irritieren ließ.

Thomas war nämlich von Kindheit an schwerhörig und konnte aus diesem Grund dem Unterricht in der Schule kaum folgen.

 

 

Maria, bitte für uns, jetzt und in der Stunde unseres Todes

Ein Pfarrer aus Paris berichtete über ein Erlebnis, das er nicht mehr vergessen konnte. Es waren die letzten Momente im Leben einer Frau aus seiner Pfarre, in denen er die rettende Hilfe der Gottesmutter erfuhr. Diese schwerkranke Frau hatte bisher den Sakramentenempfang abgelehnt, doch auf die Bitte ihrer Tochter hin erklärte sie sich schließlich mit einem Besuch des Pfarrers einverstanden. Der Priester merkte schnell, dass die Sterbende verbittert und nicht im Frieden war. Er fragte sie, ob er etwas tun könne, um es ihr leichter zu machen. Sie gab keine Antwort. Er fragte sie, ob es vielleicht jemanden gäbe, dem sie böse wäre. Nach einem Augenblick des Schweigens sagte sie: „Ja, ich bin meinem Bruder böse. Er hat mir meinen Erbteil gestohlen, das werde ich ihm nie verzeihen!“

Der Priester erinnerte sie an die Warnung des Heilands: „Wenn ihr nicht vergebt, wird auch euer himmlischer Vater euch nicht vergeben.“ Die Antwort ließ nicht auf sich warten: „Ich weiß, dass Gott mir nicht vergeben wird, aber das ist mir egal.“  „Also da riskieren Sie aber viel“, meinte der Priester. Die Frau antwortete kalt: „Ich weiß, dass ich verdammt werde, aber dann kann ich wenigstens die ganze Ewigkeit lang meinen Bruder hassen.“ Der Priester wusste nicht weiter. Er fiel schließlich auf die Knie und betete laut und inständig: „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt, in der Stunde unseres Todes!“

Da brach die Frau plötzlich in Tränen aus und rief: „Ich vergebe, ich vergebe! Herr, vergib auch mir!“ Mit einem Lächeln verstarb sie nach wenigen Minuten.