Schokolade und … Unsere Liebe Frau von Lourdes!

Am 14. Februar 2015 ist Michele Ferrero verstorben. Er war der Erfinder von Nutella, von Mon Cheri, Kinderschokolade, Rocher sowie weiteren Produkten und der Gründer des italienischen Konzerns Ferrero, der 1946, kurz nach dem zweiten Weltkrieg, in Alba (Italien) entstand. Ein Unternehmen, das heute einen Jahresumsatz von mehr als 8 Milliarden Euro aufweist.

Michele Ferrero, der reichste Mann Italiens mit einem geschätzten Vermögen von 26,8 Milliarden Dollar, war auch ein Mann des Glaubens. Eines Glaubens so fest wie Granit. Wie er 1996 während der Feier zum 50. Jahrestag der Gründung des Unternehmens sagte, das seinen Namen trägt: „den Erfolg von Ferrero verdanken wir Unserer Lieben Frau von Lourdes. Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen.“ Tatsächlich steht in jeder der Fabriken rund um den Globus eine Statue der Muttergottes von Lourdes. Jedes Jahr machte Michele Ferrero eine Wallfahrt nach Lourdes, in Begleitung der Führungskräfte der Unternehmensgruppe; auch für die Angestellten wurden Besuche in dem bekannten Wallfahrtsort organisiert.

 

100 Jahre Fatima

Im Jahre 1917 ist Maria in Fatima den drei Kindern Jacinta und Francisco Marto und Lucia dos Santos erschienen. Von Mai bis Oktober zeiget sie sich den Kindern jeweils am 13. des Monats. Die Botschaft, die Maria an die Kinder und damit an uns alle gerichtet hat, entspricht ganz dem Evangelium. Aber sie ist eine prophetische Aktualisierung für unsere Zeit.

1.) Maria hat uns vor allem zum täglichen Rosenkranzgebet für die Bekehrung der Sünder aufgefordert. Bei allen sechs Erscheinungen hat sie diese Bitte wiederholt.

2.) Maria hat uns aufgerufen zur Umkehr der Herzen und zur Buße. Die Menschen sollen aufhören, Gott mit ihren Sünden zu beleidigen. In der „Höllenvision“ hat sie den Kindern gezeigt, wohin es führt, wenn sich die Menschen nicht bekehren.

3.) Maria hat uns eingeladen, dass wir uns ihrem unbefleckten Herzen weihen und großes Vertrauen in ihre Macht und Hilfe haben. Sie hat verheißen, wenn wir das tun, was sie uns sagt, dann wird uns der Frieden geschenkt sein.

Die Einladung Mariens ist in der Kirche nicht ohne Antwort geblieben. Es sind viele wunderbare Initiativen gewachsen.

Auch die „Fatimafeier“, die an jedem 13. des Monats in der St. Antoniuskirche gehalten wird, ist eine Antwort auf den Aufruf der Gottesmutter. Wir können es gar nicht abschätzen, welcher Segen für uns und die Welt davon ausgeht, wenn wir im Sinne der Gottesmutter gemeinsam den Rosenkranz beten und die hl. Messe feiern.

 

Der brennendste Wunsch der Gottesmutter

Schwester Lucia von Fatima, die 2005 im Karmel St. Theresa in Coimbra verstorben ist, hat immer wieder aufgerufen, dass die Menschen die Weisungen befolgen sollen, die Gottesmutter in Fatima gegeben hat. Am 26. Nov 1957 führte sie mit Pater Augustin Fuentes, dem Postulator im Seligsprechungsprozess der Seherkinder Francesco und Jacinta, ein Gespräch, das 1959 veröffentlicht wurde. Schwester Lucia sagte damals unter anderem:

„Die Madonna ist sehr unzufrieden, weil man sich nicht um ihre Botschaft vom Jahre 1917 kümmert. Weder die Guten, noch die Bösen haben sich danach gerichtet. Die Guten gehen ihren Weg, ohne sich Sorgen zu machen. Sie folgen nicht den himmlischen Weisungen, und die Bösen gehen weiter auf ihrem breiten Weg des Verderbens. Sie kümmern sich in keiner Weise um die Strafen, die ihnen drohen.

Glauben Sie mir, Pater, der Herr wird die Welt sehr bald bestrafen…  Pater, stellen Sie sich die größte Züchtigung vor. Wie viele Seelen werden in die Hölle fallen, und dies wird eintreten, wenn man nicht betet und Buße tut! Darum ist die Madonna traurig.

Sagen Sie es allen, die Muttergottes hat es mir oft gesagt: Viele Nationen werden vom Antlitz der Erde verschwinden, Russland wird die Geißel sein, die Gott erwählt hat, um die Menschheit zu strafen, wenn wir nicht mit unseren Gebeten die Gnade seiner Bekehrung erlangen.

Sagen Sie es allen, Pater, dass der Teufel den Entscheidungskampf gegen die Muttergottes beginnt. Das, was das Unbefleckte Herz Mariens und Jesu betrübt, ist der Fall der gottgeweihten Seelen, der Ordensleute und Priester. Er weiß, dass die Ordensleute und Priester, wenn sie ihre erhabene Berufung aufgeben, viele Seelen in die Hölle führen. Wir sind kaum imstande, die Strafe des Himmels zu verzögern. Aber wir haben zwei hervorragende Mittel zu unserer Verfügung: Gebet und Opfer. Der Teufel unternimmt alles, um uns zu zerstreuen und uns die Lust zum Beten zu nehmen. Wir werden uns gemeinsam retten oder verdammen. Darum, Pater, muss man den Leuten sagen, dass sie nicht darauf warten sollen, bis der Papst oder die Bischöfe, Pfarrer oder Generaloberen einen Aufruf zur Buße und zum Gebet erlassen. Es ist nun an der Zeit, dass jeder in eigener Initiative nach den Weisungen der Muttergottes heilige Werke vollbringt und sein Leben umgestaltet!

Satan will sich der geweihten Seelen bemächtigen. Er sucht sie zu verderben, um die anderen zur endgültigen Unbußfertigkeit zu führen. Er gebraucht seine Schlauheit und versucht sogar einzuflüstern, das Ordensleben aufzulassen …

Daraus folgt Unfruchtbarkeit für das Innenleben und Gleichgültigkeit bei den Weltlichen bezüglich des Verzichtes auf Vergnügungen und die totale Hingabe an Gott …

Die Muttergottes hat ausdrücklich gesagt: Wir nähern uns den letzten Tagen. Sie hat es mir dreifach zu verstehen gegeben …

Pater, es ist dringend nötig, dass wir uns der schrecklichen Wirklichkeit bewusst werden. Wir wollen die Seelen nicht mit Angst erfüllen, sondern nur dringend die Wirklichkeit zu Bewusstsein bringen.

Der brennendste Wunsch der Gottesmutter ist es, dass wir ihr durch das tägliche Rosenkranzgebet helfen, Seelen zu retten. Für das bedingungslose, tägliche Rosenkranzgebet haben wir nicht nur Mariens besonderen Schutz für Leib und Seele bei dieser direkten Züchtigung Gottes, sondern auch eine Sterbestunde, bei der wir ohne bitteren Todeskampf an ihrer Mutterhand ruhig hinübergleiten in die ewige Herrlichkeit. Dies allein wäre schon den täglichen Rosenkranz wert.“

 

Für die Bekehrung der Sünder leiden

Papst Franziskus wird am 13. Mai die beiden Hirtenkinder Francisco (1908-1919) und Jacinta Marto (1910-1920) in Fatima heiligsprechen. Zusammen mit ihrer Cousine Lucia dos Santos gehören sie zu den drei Seherkindern, denen vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 in Fatima die Gottesmutter erschien.

Beide Kinder starben an der so genannten „spanische Grippe“. Von der hl. Jacinta sind uns ergreifende Zeugnisse erhalten, mit welcher Gesinnung sie ihr Leiden trug und zu welch tiefen Einsichten sie durch die Gnade Gottes kam. Hier nur einige Aussagen: „Es ist mir eine große Freude, aus Liebe zu ihnen [Jesus und Maria] zu leiden. Sie haben jene sehr lieb, die für die Bekehrung der Sünder leiden.“  „Die Sünden, welche die meisten Seelen in die Hölle stürzen, sind die Sünden der Unreinheit.“  „Die Sünden der Welt sind sehr groß.“ „Die Madonna hat gesagt, dass es in der Welt viele Kriege und viel Zwietracht gibt. Die Kriege sind nichts als Strafen für die Sünden der Welt.“ „Wie würden doch die Menschen alles tun, um ein anderes Leben zu beginnen, wenn sie wüssten, was die Ewigkeit ist!“ Zu ihrer Tante sagte sie: „Bringen Sie auch den Bösen viel Liebe entgegen. Sagen Sie von niemandem etwas Böses und fliehen Sie jene, die Böses über den Nächsten reden. Haben Sie viel Geduld, denn die Geduld bringt uns ins Paradies.“

 

Er hat meine Augen geöffnet

Am 4. Fastensonntag (A) hören wir im Evangelium von der Heilung des Blindgeborenen. Diese Begebenheit ist ein Bild für unsere Taufe. Sie war am Anfang unseres Lebens ein unverdientes Geschenk. Der Herr hat uns die Augen des Glaubens geöffnet. Aber unser Getauftsein ist nun ein Glaubensweg, an dessen Ziel wir einmal Christus von Angesicht zu Angesicht sehen werden. Einige wichtige Aspekte dieses Glaubensweges werden uns in der Heilung des Blindgeborenen gezeigt.

1.) Der Glaube ist Gnade: Der Blinde hatte gar nicht darum gebeten, dass Jesus ihn heile. Jesus handelt souverän, aus eigenem Antrieb. Wir können den Glauben nicht selber machen, er wird uns von Gott gegeben. Das hat Jesus einmal sehr deutlich ausgesprochen. Als Petrus das Bekenntnis ablegte: „Du bist der Messias, der Sohn des Lebendigen Gottes“, da sagte Jesus zu ihm: „Nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel“ (Mt 16,17). Glauben zu können ist also eine Gnade; aber wir müssen mit ihr mitwirken, damit der Glaube stark wird und sich entfaltet.

2.) Der Glaube wächst durch Gehorsam: Der Verlauf der Geschichte zeigt uns, dass der Blindgeborene auch selber etwas zu seiner Heilung tun muss. Jesus gibt ihm den Auftrag, sich im Teich Schiloach zu waschen. Er muss sozusagen im „blinden Gehorsam“ zum Teich gehen und sich waschen, aber dieser Gehorsam öffnet ihm die Augen. Das ist für uns nicht anders. Erst wenn wir im Gehorsam das tun, was Jesus uns aufgetragen hat, uns an seine Gebote halten, werden uns die Augen des Glaubens geöffnet.

3.) Der Glaube wächst durch das Bekenntnis: Zuerst weiß der Blindgeborene gar nicht recht, wie und von wem er geheilt worden ist. Je öfter er aber seine Geschichte erzählt, desto klarer wird ihm, wer ihm die Augen geöffnet hat. Und je mutiger er das ausspricht, desto heller und entschiedener wird sein Glaube an Jesus. Das ist auch für uns so. Wenn wir unseren katholischen Glauben immer bekennen, so wird er gestärkt.

4.) Der Glaube wächst im Leiden. Das Evangelium berichtet uns, dass der Geheilte stark angefeindet, ja schließlich hinausgeworfen wurde. Dieser Widerstand gegen seinen Glauben entmutigt ihn nicht. Schließlich darf er Jesus wirklich begegnen und sehen und er fällt vor ihm nieder, um ihm zu danken. Wer also an Christus glaubt, muss mit Widerstand und Leiden rechnen. Wenn wir aber in allen Leiden und Bedrängnissen im Glauben durchhalten, dann werden wir  am Ende Jesus, unseren Herrn von Angesicht zu Angesicht sehen.

Der hl. Petrus fasst die Gedanken des Evangeliums schön zusammen:  „Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst. Dadurch soll sich euer Glaube bewähren und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist. So wird eurem Glauben Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil bei der Offenbarung Jesu Christi“
(1.Petr 1,6f).

 

Du stiegst nicht herab vom Kreuz

In Dostojewskis Roman „Die Brüder Karamasoff“ findet sich die Erzählung vom Großinquisitor, der Jesus, der ihm als dornengekrönter König erscheint, Vorwürfe macht über den Weg, den Jesus zur Erlösung der Menschen gewählt hat:

„Hättest du Krone und  Schwert genommen, so hätten sich dir alle freudig unterworfen. In einer einzigen Hand wäre die Herrschaft über die Leiber und über die Seelen vereint, und das Reich des ewigen Friedens wäre angebrochen. Du hast es versäumt … Du stiegst nicht herab vom Kreuz, als man dir mit Spott und Hohn zurief: Steig herab vom Kreuz, und wir werden glauben, dass du Gottes Sohn bist. Du stiegst nicht herab, weil du die Menschen nicht durch ein Wunder zu Sklaven machen wolltest, weil dich nach freier und nicht nach einer durch Wunder erzwungenen Liebe verlangte …“

 

O Gott, vergib diesem jungen Mann!

Nicht nur durch den Islam wurden und werden Christen immer wieder verfolgt, sondern auch unter allen kommunistischen Regierungen. Nach dem Fall der Mauern wurden die Gräueltaten, die durch diese Ideologie im Ostblock verursacht wurden, bald vergessen oder bewusst verschwiegen. Wie viele Christe haben in dieser Zeit ihr Leben hingegeben oder schwere Not gelitten. Der Herr hat aber auch viele Wunder der Bekehrung gewirkt. Es hat immer wieder Paulusgestalten gegeben, die sich von Verfolgern zu Aposteln bekehrt und zuletzt sogar ihr Leben für Christus geben haben. Einer dieser Zeugen des Glaubens, die nicht vergessen werden sollten, war Sergei Kourdakov, der das Buch „Vergib mir Natascha“ geschrieben hat. In diesem Buch beschreibt er, wie das standhafte Glaubenszeugnis des Mädchens Natascha, die er mehrmals wegen ihres Glaubens schwer misshandelt hatte, sein Leben veränderte. Auch die folgende Begebenheit war entscheidend für seine Bekehrung.

Sergei Kourdakov (*1951) war Student an der Marineakademie in Kamtschatka und überzeugter Kommunist. Vom KGB wurde er zum Anführer einer Schlägergruppe ausgebildet, die die Aufgabe hatte, geheime Gebetsversammlungen von Gläubigen zu überfallen und brutal zusammenzuschlagen. Die Anweisungen zu solchen Einsätzen gegen die Untergrundkirche kamen von der Polizei. Bei einer solchen Razzia passierte es. Sie stürmten ein Haus, in dem sich 17 Gläubige versammelt hatten. Brutal schlugen sie auf die Menschen ein. Die Schreie der Gläubigen waren ohrenbetäubend. Nahe einer Wand sah er eine alte Frau. Voller Angst zitterten ihre betenden Lippen. Zwar verstand er wegen des Lärmes ihre Worte nicht. Doch das brachte ihn noch mehr in Wut. Er sprang auf sie zu und holte zum Schlag aus. Als die alte Frau sah, dass Sergei mit erhobenem Arm auf sie zukam, um mit dem Gummiknüppel auf sie zu schlagen, rief sie ganz laut: „O Gott, vergib diesem jungen Mann. Zeig ihm den wahren Weg. Öffne seine Augen und hilf ihm, vergib ihm, o Gott!“

Sergei begann seine Fassung zu verlieren. „Warum betet sie nicht um Hilfe für sich selbst – sondern für mich? Sie ist dabei, von mir erledigt zu werden!“ In einem Wutanfall packte er seinen Stock fester und hatte die Absicht, ihn auf ihren Kopf niederzuschmettern, ihr einen solchen Schlag zu versetzen, der sie töten würde.

Aber da ergriff plötzlich jemand sein Handgelenk und riss es zurück. Der Druck war so stark, dass er schmerzte. Er wandte sich um, weil er dachte, es sei einer der Gläubigen. Doch da war niemand! Er sah hinter sich. Niemand konnte seinen Arm festgehalten haben. Und doch hatte ihn jemand gepackt. Er fühlte noch den Schmerz. Er stand da wie unter einem Schock. Das Blut stieg ihm in den Kopf. Ihm wurde heiß, und Entsetzen kam über ihn. Er ließ seinen Knüppel fallen und rannte nach draußen. Das Blut raste in seinem Kopf, und Tränen begannen über sein Gesicht zu strömen. Seit er vier Jahre alt war, hatte er nicht mehr geweint.

Nach diesen und anderen Erfahrungen, die er mit gläubigen Christen machte, hat er sich bekehrt und ist auf abenteuerliche Weise nach Kanada geflüchtet. Er hat in Vorträgen Zeugnis gegeben von seinem Glauben an Christus und sein Buch verfasst.

Am 1. Januar 1973 starb Sergei durch eine Kugel aus seinem eigenen Revolver. Sein Tod wurde als Unfall erklärt, daran gibt es aber Zweifel, nicht zuletzt, weil einige seiner Gegner ihm zuvor gedroht hatten, den Mord an ihm wie einen Unfall aussehen zu lassen, wenn er weiterhin öffentlich auftrete und die Wahrheit über sein Leben in der Sowjetunion verbreite.

 

Schau nach oben

Von einem Segelschiff, das vor langer Zeit über das Meer fuhr, wird uns Folgendes berichtet: Auf stürmischer See war am Großmast ein Stück Takelwerk zerrissen, das wieder repariert werden musste.

Der Kapitän schickte einen jungen Matrosen während des Sturms hinauf, damit er den Schaden wieder in Ordnung bringe. Der Matrose stieg hinauf, und mitten im rasenden Sturm arbeitete er unter Aufbietung aller Kräfte.

Endlich war er fertig und wollte wieder hinabklettern. Er schaute dabei nach unten und erschrak vor den Wogen, die mit unerhörter Wucht über das Deck schlugen. Es wurde ihm schwindlig und er schrie in seinem Schrecken: „Ich falle“. Schon ließ er auch eine Hand los, da schrie ihm der Kapitän zu: „Schau nach oben, schau nach oben!“ Der Matrose hörte auf das Kommando des Kapitäns und blickte wirklich nur mehr über sich; da kam wieder die Ruhe über ihn und so stieg er den Blick nach oben gerichtet langsam herunter und gelangte sicher und unversehrt wieder aufs Deck.

Genau darauf kommt es an. In dieser Welt haben wir wichtige Aufgaben zu erfüllen, aber wir sind mit unserem Schiff auf stürmischer See unterwegs. Wir sind den Wogen von Prüfungen und Versuchungen ausgeliefert, und wenn wir auf das Treiben der Welt schauen, so können wir leicht das Gleichgewicht verlieren, sodass wir fallen und abstürzen.

Darum sagt der hl. Paulus: „Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische“ (Kol 3,2); wir können dies tun durch das Gebet, durch die hl. Messe und durch die Beichte.

Die hl. Theresia von Lisieux sagt in diesem Sinn: „Für mich ist das Gebet ein Aufschwung des Herzens, ein einfacher Blick zum Himmel, ein Ruf der Dankbarkeit und der Liebe, sei es nun mitten in der Prüfung oder der Freude. Kurz, es ist etwas Großes, etwas Übernatürliches, das mir die Seele weit macht und mich mit Jesus vereint.“

 

Gott kann alles zum Guten führen

Eine Familie machte einen Sonntagsspaziergang. Drei muntere Kinder liefen ihren Eltern auf einem Schotterweg voraus. Das älteste der Kinder sprang vorneweg und schaute sich immer wieder um nach den beiden Geschwistern. Die Kinder liefen auf einen unbeschrankten Bahnübergang zu. In ihrer Freude am Spiel hatten sie alles um sich herum vergessen, hatten nur Augen und Ohren für ihr Fangen-Spiel.

So hörten sie nicht den herannahenden Zug. Direkt vor dem Bahnübergang stolperte das Mädchen und fiel zu Boden. Im selben Augenblick brauste der Zug vorüber; ein paar Schritte weiter und es wäre vom Zug überfahren worden. Das Mädchen weinte über die blutigen Knie  und wollte sich kaum trösten lassen. Die Eltern aber sahen hinter dem kleinen Unglück die große Bewahrung vor dem noch viel größeren Unglück.

Manchmal fragen wir uns, warum Gott so manche Leiden und Prüfungen in unserem Leben schickt oder zulässt. Wie uns diese Begebenheit als Gleichnis zeigt: Aus der Sicht Gottes wäre für uns das schlimmste Unglück, dass wir ewig verloren gehen. Darum tut er alles, damit wir nicht ins Verderben rennen. So lässt er Prüfungen und Leiden zu, damit wir rechtzeitig zur Besinnung kommen und gerettet werden. Der hl. Paulus sagt:  „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“ (Röm 8,28).

 

Ich verstand die Wahrheit: Das ist ein Baby!

Abtreibung ist heute in fast allen Staaten der Welt in irgend einer Form legalisiert. Die Kinder im Mutterleib haben in unseren Ländern keinen Schutz mehr durch staatliche Gesetze.

Das war nicht immer so, sondern erst in den 60er und 70er Jahren gab es mächtige Anstrengungen von Seite sozialistischer, neomarxistischer, feministischen, grüner, liberaler, d.h. linker Gruppierungen und Parteien, um die Legalisierung der Abtreibung durchzusetzen und die Meinung der Bevölkerung dahingehend zu manipulieren, dass sie an einer Abtreibung nichts mehr Schlimmes findet. Diese Verblendung ist bis heute weitgehend gelungen.

Wir verstehen oft die Wege Gottes nicht. Aber wir müssen auf der anderen Seite sehen, dass es leuchtende Bekehrungsgestalten gibt. Eine von ihnen war Norma McCorvey, die am 18. Feb. 2017 verstorben ist.

Aus der Frau, die die Abtreibung in den USA legalisieren half, wurde eine entschiedene Pro-Life-Aktivistin und eine tief gläubige Katholikin. Im folgenden ihre Geschichte:

Der Abtreibungsarzt Bernhard Nathanson, der sich später ebenfalls bekehrt hat, hatte in den USA die Kampagne für die Legalisierung der Abtreibung geleitet. Seine Gruppe um ihn suchte nach einer Frau, die bereit war, einen Klage geben das Gesetz zu führen, durch das die Abtreibung verboten war.

Norma war damals 21 Jahre alt. Sie hatte ein lange und problematische Geschichte hinter sich. Aufgewachsen war sie in einer armen, zerbrochenen Familie. Mit 16 heiratete sie und wurde schwanger, woraufhin sie ihr Mann verließ. Das Kind wurde ihr gegen ihren Willen weggenommen. Ein weiteres – diesmal außereheliches – Kind gab sie selbst zur Adoption frei. Nun war sie abermals schwanger – mittellos, ungebildet, drogen- und alkoholsüchtig … und wollte eine Abtreibung.

Diese Situation kam den beiden feministischen Anwältinnen gerade recht für die beabsichtige Klage gegen das Gesetz. Der Prozess, in dem Norma unter dem Decknamen „Jane Roe“ als Klägerin auftrat, endete 1973 mit der höchstrichterlichen Entscheidung, dass die Abtreibung legalisiert werden muss.

Norma hatte inzwischen ihr drittes Kind geboren und zur Adoption freigegeben, aber mit dem Sieg im Prozess war sie nun ein Star: „Obwohl ich nie selbst abgetrieben habe, war Abtreibung die Sonne, um die mein Leben kreiste. Einmal habe ich einem Reporter gesagt: ‚Dieses Thema ist das einzige, wofür ich lebe, esse, atme, denke – alles dreht sich um Abtreibung‘.“

Normas Welt begann sich jedoch zu verändern, als sie in einer Abtreibungsklinik in Dallas arbeitete. Sie lernte damals Mitarbeiter einer Pro-Life-Gruppe kennen, die Norma vor allem durch die Liebe, mit der sie begegneten, verändert haben.

Völlig überzeugt war sie aber erst, als sie vom Bild eines ‚zehn Wochen Babys‘ ins Herz getroffen wurde: „Ich schaute weiter auf das Bild des winzigen Embryos und ich sagte mir: ‚Das ist ein Baby!‘ Es war, als ob mir Schuppen von den Augen gefallen wären, und ich verstand die Wahrheit: Das ist ein Baby!“ Norma bekehrte sich zum Christentum und erfuhr die Vergebung Gottes; 1998 wurde sie in die Katholische Kirche aufgenommen.

Ihr neues Leben fasste sie in wenigen Worten zusammen: „Ich bin 100 Prozent für Jesus ausverkauft und hundert Prozent Pro-Life. … Keine Ausnahmen, keine Kompromisse.“