Ich möchte Gott bitten, dass er ihnen vergibt

myriam-irakDer christliche TV-Sender SAT7 (Nikosia/Zypern), der sich ganz der Verkündigung des Glaubens widmet, hat nach eigenen Angaben mit seinen Sendungen, die in Persisch, Arabisch und Türkisch ausgestrahlt werden, täglich insgesamt etwa 15 Millionen Zuschauer. Zwei Interviews, die im arabischen Raum ausgestrahlt wurden, geben ein wunderbares Zeugnis von der Kraft der christlichen Vergebung und der Liebe, die die von Christus ausgeht und die stärker ist als alle grausame Verfolgung, die durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) geschieht. Diese Interviews bilden einen Kontrast zu den Videos von Enthauptungen der Christen, die der IS verbreitet, um den Christen Angst zu machen.

Myriam (11 Jahre alt) ist ein christliches Flüchtlingsmädchen aus Karakosch im Irak (nahe Mosul). Ihre Familie wurde gezwungen nach Irbil in Kurdistan zu fliehen, als der IS 2014 die Kontrolle über ihre Heimatstadt übernahm. Sie erzählt: „Wir hatten ein Haus … aber Gott sei dank, Gott sorgt für uns. Gott liebt uns und er ließ nicht zu, dass ISIS uns tötete. … Gott liebt uns alle… “ Der Reporter fragt sie: „Denkst du, dass Gott auch die liebt, die euch geschadet haben?“ Myriam: „Er liebt sie, aber Satan liebt er nicht. … Ich möchte denen (die uns vertrieben haben) nichts antun, ich möchte Gott bitten, dass er ihnen vergibt. … Ich möchte sie nicht töten. Warum soll man sie töten? Ich bin nur traurig, dass sie uns von zu Haus vertrieben haben. Warum taten sie das?“ „Ich hoffe, dass wir zurück nach Hause gehen … Wenn Gott es so will. Nicht was wir wollen, sondern Gott, denn er weiß es.“ Reporter: „Fühlst du dich nicht manchmal traurig? Denkst du vielleicht, dass Jesus dich vergessen hat?“ Myriam: „Nein. Manchmal weine ich, weil wir unser Zuhause verließen und Karakosch, aber ich bin nicht zornig auf Gott … Ich danke ihm, weil er auf uns aufpasste. Auch wenn wir hier leiden. Er sorgt für uns. … Er wird mich nie vergessen. Wenn du ein richtig Glaubender bist, wird er dich nie vergessen.“ Myriam singt dem Reporter noch ein schönes Anbetungslied vor: „Wie wunderbar ist der Tag, an dem ich an Christus glaubte. …“

Das zweite Zeugnis ist ein Telefoninterview mit dem Ägypter Beshir Kamel. Seine beiden Brüder Bishoy (25) und Samuel (23) waren in Lybien als Gastarbeiter tätig und wurden vom IS gefangen genommen und zusammen mit anderen enthauptet. Das Vidio über die Enthauptung wurde vom IS im Internet zur Abschreckung veröffentlicht. Beshir sagte unter anderem: „ISIS hat uns mehr gegeben als wir erwarteten, denn sie haben aus dem Video nicht den Teil herausgeschnitten, als sie (meine Brüder) ihren Glauben bekannten und Jesus Christus anriefen. So hat uns ISIS geholfen, unseren Glauben zu stärken.“ Reporter: „Was macht deine Familie?“ Beshir: „Sie sind nicht in einem Zustand der Trauer, sie beglückwünschen sich gegenseitig, dass es in ihrem Dorf so viele gegeben hat, die als Märtyrer gestorben sind. Wir sind stolz auf sie. … Seit der Zeit der Römer waren wir als Christen dazu bestimmt, Märtyrer zu sein. Das allein hilft uns, solche Krisen zu bestehen. Denn die Bibel sag uns, unsere Feinde zu lieben und die zu segnen, die uns verfolgen.“ Bashir berichtet auch von einem Gespräch mit seiner Mutter, die heute 60 Jahre alt ist und kaum eine Schulbildung empfangen hat: „Ich habe sie gefragt, was sie tun würde, … wenn sie dem begegnet, der ihre Söhne umgebracht hat? … Dann sagte sie: ‚Ich werde Gott bitten, dass er seine Augen öffnet, und ihn in mein Haus einladen, denn er hat uns geholfen, in das Königreich Gottes zu gelangen.'“

 

Den Siegespreis gewinnen

laeufer2Der hl. Paulus beschreibt unser christliches Leben mit einem schönen Gleichnis: „Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt“ (1. Kor 9,24). Aber da es bei diesem Wettkampf um des ewige Leben geht, und da der Wettlauf im Übern der Gottes- und Nächstenliebe besteht, deshalb gilt für uns auch der Aufruf des Hebräerbriefes: „Darum lasst uns ernsthaft besorgt sein, dass keiner von euch zurückbleibt, solange die Verheißung, in das Land seiner Ruhe zu kommen, noch gilt“ (Hebr 4,1). Der Sieg im Wettlauf der Liebe besteht gerade darin, dass wir alles tun, um auch unsere Mitmenschen zum ewigen Ziel zu bringen. Eine Begebenheit, die sich in den USA zugetragen hat, veranschaulicht uns ergreifend, worum es hier geht:

1992 standen bei den „Seattle Olympics“ neun junge Athleten an der Startlinie zum 100-Meter-Lauf. Alle waren in irgendeiner Ausprägung geistig oder körperlich behindert. Der Startschuss fiel, und das Rennen begann. Nicht jeder konnte wirklich gut laufen, aber jeder wollte mitmachen. Sie rannten zu dritt nebeneinander. Plötzlich machte ein Junge einen Fehltritt, fiel hin, überschlug sich und begann vor Enttäuschung laut zu weinen. Die anderen acht hörten ihn. Sie verlangsamten ihren Lauf und schauten zurück. Und dann blieben sie stehen und kamen zurück – alle! Ein Mädchen mit Down-Syndrom setzte sich neben den Jungen, umarmte ihn tröstend und fragte: „Geht es dir jetzt wieder bessert?“ Dann nahmen sie alle den Jungen in ihre Mitte, legten sich gegenseitig die Arme um die Schultern und gingen langsamen Schrittes, nebeneinander und mit leuchtenden Augen, über die Ziellinie. Der Beifall der Zuschauer wollte nicht enden. Noch lange Zeit später erzählte man sich davon, und mancher hatte dabei Tränen in den Augen.

 

Sicher Zuflucht beim Herrn

hund-beim-herrn2Msgr. Edmilson Jose Zanin, der Pfarrer der brasilianischen Gemeinde Aguas de Santa Barbara (Bundesstaat Sao Paulo) veröffentlichte vor kurzem auf seiner Facebook-Seite das Photo eines herrenlosen Hundes, „das, was man hier allgemein einen Straßenköter nennt“, so der Pfarrer. Die Hündin war am zweiten Adventssonntag irgendwie in die Pfarrkirche gelangt. In der Kirche befindet sich eine Nachbildung des Grabes Christi mit einer lebensgroßen Skulptur des im Grab liegenden Herrn. Der Hund legte sich direkt zur Christusfigur und blieb dort während der ganzen Messfeier regungslos liegen.

„Es schien, als würde er sich bei Jesus sicher fühlen, und als würde er den Herrn beschützen. Eine bewegende Szene“, beschrieb Pfarrer Zanin das ungewöhnliche Ereignis. „Beim Anblick dieses herrenlosen Tieres, das ausgestoßen auf der Straße lebt, aber hier beim Herrn sichere Zuflucht fand, war auch ich innerlich bewegt und dachte mir: Warum lassen nicht auch wir Menschen uns von dieser Gewissheit leiten, dass wir bei Jesus immer Sicherheit und Schutz finden.“ „Wie viele Lektionen können uns Tiere erteilen“, so Pfarrer Zanin. Inzwischen haben sich mehrere Personen gemeldet, die das Tier aufnehmen wollen.

Quelle: vgl.: http://www.katholisches.info

 

Ein Zeugnis der Liebe des Herzens Jesu

hostieDer Karfreitag, an dem wir daran denken, dass der Herr aus Liebe am Kreuz für uns gestorben ist, fällt in diesem Jahr 2016 auf den 25. März. Dieser Tag ist zugleich das Hochfest der Verkündigung des Herrn. Durch die Kraft des Heiligen Geistes hat der ewige Sohn Gottes im Schoß der Jungfrau Maria unsere menschliche Natur angenommen. Die Menschwerdung und Erlösungsopfer fallen hier an diesem Tag zeichenhaft zusammen. Liturgisch wird das Fest der Verkündigung des Herrn nicht am Karfreitag gefeiert, sondern erst am Montag nach dem Weißen Sonntag.

In der heiligen Eucharistie sind diese beiden Glaubensgeheimnisse immer gegenwärtig. Denn wir glauben, dass in der heiligen Messe durch die Wandlung von Brot und Wein wirklich Leib und Blut Christ, das heißt, auch seine Menschwerdung und sein Erlösungsopfer gegenwärtig werden. Die heilige Hostie ist nicht bloß ein Symbol für Christus, sondern er ist es wirklich mit Leib und Blut.

Gott hat dies durch außergewöhnliche eucharistische Wunder, die unseren Glauben stärken sollen, immer wieder bestätigt, damit wir uns auch immer bewusst bleiben, wer es ist, den wir durch die heilige Kommunion in unserer Seele empfangen. Es ist der Herr selbst, der sich mit uns vereint.

Eines der letzten eucharistischen Wunder, das nach allen Kriterien der Wissenschaft untersucht und auch am 12. Oktober 2013 kirchlich bestätigt wurde, ist am 21. Okt. 2006 in der Stadt Tixtla in Mexiko geschehen. Während der hl. Messe wurde beim Austeilen der hl. Kommunion an einer konsekrierten hl. Hostie der Ausfluss einer roten Substanz festgestellt. Der Bischof der Diözese veranlasste eine genaue wissenschaftliche Untersuchung, bei der unzweifelhaft festgestellt wurde: Bei der rötlichen Substanz handelt es sich um menschliches Blut. Das Blut kommt aus einem mit der Brotsgestalt verbundenen Herzmuskelgewebe hervor. Die Blutgruppe ist AB+ und stimmt damit mit der Gruppe des Blutes, das in der Hostie von Lanciano und dem Turiner Grabtuch gefunden wurde, überein.

Nun noch ein besonderes Merkmal: Bei der Untersuchung der menschlichen DNA, die in diesem Blut vorhanden ist, lässt sich kein genetisches Profil erstellen, durch das man, wie bei anderen DNA-Untersuchungen z.B. einen Vater nachweisen kann, wie das auch bei Vaterschaftstests gemacht wird. Dieser Nachweis war auch am Blut des Turiner Grabtuchs und bei anderen eucharistischen Wundern nicht möglich, da Jesus wirklich keinen irdischen Vater hat. Es ist so, wie wir es im Glauben bekennen: Er ist empfangen durch den Heiligen Geist.

 

Gib mir dein Herz, mein Sohn!

herz-jesu-07Eines der bekanntesten Herz-Jesu-Bilder ist das Bild, das der Künstler Pompeo Girolamo Batoni (1708- 1787) im Jahre 1760 gemalt hat. Mit der Entstehung des Bildes hat es eine besondere Bewandtnis. Batoni war zu seiner Zeit einer der bekanntesten und besten Maler Roms.

Der römische Jesuitenobere P. Dominikus Calvi gab ihm den Auftrag, für das Professhaus der römischen Jesuiten ein Herz-Jesu-Bild zu schaffen. Batoni, der selbst ein tief gläubiger Mann und Herz-Jesu-Verehrer war, wollte sich an die Arbeit machen. Aber es fehlte ihm die Inspiration, wie er dieses unendliche Liebe des Herzens Jesu im Bild zum Ausdruck bringen sollte. Auch im Gebet und in Exerzitien, zu denen er sich zurückzog, kam ihm keine Idee. Seine innere Not war schon groß geworden. Eines Morgens machte er sich nach dem Besuch der hl. Messe auf den Heimweg, da begegnet ihm ein Bettler und bat ihn um ein Almosen. Meister Batoni entsprach dieser Bitte etwas zögernd, weil er nur ein größeres Geldstück bei sich hatte, mit dem er sich eigentlich ein Frühstück gönnen wollte. Doch in dem Moment, als er dem Bettler die Münze hinreichte, erhörte Gott das stille Gebetsanliegen des Malers. Der Bettler legte nämlich seine linke Hand ans Herz und streckte gleichzeitig die rechte Hand bescheiden aus, um die Gabe entgegenzunehmen. Als Batoni das sah, wurde er augenblicklich inspiriert, denn im Blick auf den Bettler gingen seine Gedanken unmittelbar zu Jesus, der auch seine Hand uns gegenüber ausstreckt, um unsere Gegenliebe für Seine große Erlöserliebe zu erbitten und zu empfangen, nach dem Schriftwort: „Gib mir dein Herz, mein Sohn!“ (Spr 23,26). Nach diesem Erlebnis eilte Batoni nach Hause, entwarf in einem Schwung das Bild und malte es binnen kurzer Zeit zur vollen Zufriedenheit seines Auftraggebers. Heute befindet sich dieses Bild in Rom in der Kirche „Il Gesù“. Tausende Male kopiert, ist Batonis Gemälde bis heute das bekannteste Gnadenbild des Herzens Jesu.

Mit diesem Jahr der Barmherzigkeit bietet uns Jesus gleichsam mit der einen Hand die Liebe seines Herzens an. Aber er erwartet von uns, dass wir uns selber, unser Herz, ganz in seine Hand geben. Wir können dies tun vor allem im Gebet in der heiligen Messe und in der heiligen Beichte.

 

Der leere Stuhl

Jesu-Herz2Ein Priester berichtete aus seiner seelsorglichen Erfahrung folgende Begebenheit:

Ein alter Mann war krebskrank und lag im Sterben. Die Tochter bat einen Priester der Pfarre, dass er zu ihrem Vater komme. Als der Priester in das Haus kam, stellte sich heraus, dass die Tochter den Kranken gar nicht über seinen Besuch informiert hatte. Der Priester sagte: „Als ich den leeren Stuhl vor ihrem Bett sah, dachte ich, sie wüssten, dass ich komme.“ – „Oja, der Stuhl“, sagte der Mann und begann zu erzählen, was es mit dem Stuhl neben seinem Bett auf sich hatte.

Sein ganzes Leben lang habe er nicht gewusst, wie man richtig betet. Auch in Schriften, die der Pfarrer ihm gab, fand er keine Antwort, wie er es machen sollte. So hatte er lange nicht mehr gebetet. Vor etwa vier Jahren habe ihm aber ein Freund das Beten so erklärt: „Gebet ist nichts als eine einfache Art, mit Jesus zu sprechen. Ich schlage dir folgendes vor: Setz dich auf einen Stuhl, stelle einen leeren Stuhl dir gegenüber und sieh im Glauben Jesus auf diesem Stuhl. Er hat ja versprochen: ‚Ich werde alle Tage bei euch sein‘. Dann sprich einfach zu ihm und hör ihm zu, so, wie du es gerade mit mir tust.'“

Das hat der Mann versucht; und es hat ihm so gut gefallen, dass er mehrere Stunden am Tag so betete. Aber er wollte sich bei dieser Art seines Betens nicht von seiner Tochter erwischen lassen, damit sie nicht denke, er sei verrückt geworden.

Der Priester war tief berührt von diesem Zeugnis und ermutigte den alten Mann, den Weg weiterzugehen und spendete ihm dann die Krankensalbung.

Zwei Tage später rief die Tochter an und teilte dem Priester mit, dass ihr Vater am Nachmittag verstorben war – alleine – da sie gerade kurz außer Haus war, um etwas zu besorgen. Sie sagt: „Aber da ist noch etwas Seltsames, Herr Pfarrer. Mehr als seltsam, geradezu bizarr. Er starb mit dem Kopf auf dem Stuhl neben seinem Bett!“

Übermaß der barmherzigen Liebe

Hochzeit-zu-kana2Am 2. Sonntag im Jahreskreis hören wir im Evangelium den Bericht über die Hochzeit von Kana. Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, dass der Herr sein öffentliches Wirken auf einer Hochzeit begonnen und dort Wasser in Wein gewandelt hat. Jesus will uns hier zeigen, wozu er als der Sohn Gottes in die Welt gekommen ist und was er uns bringen will.

Die Hochzeit, zu der Jesus und seine Mutter eingeladen waren, könnten wir verstehen als ein Zeichen für das Glück des Menschen, das er in der Liebe findet. Ganz angenommen und geliebt sein, aber zugleich sich hingeben können für andere, das macht den Menschen glücklich. Das kommt in einer Hochzeit zum Ausdruck. Darum können wir den Wein, als ein Symbol für die Liebe betrachten.

Wie es aber um diese Liebe und das Glück des Menschen in dieser Welt wirklich bestellt ist, das zeig uns die peinliche Situation, dass während der Hochzeit der Wein ausgeht. Das ist ein Zeichen für den unerlösten Zustand des Menschen. Wir sind in dieser Welt wie abgeschnitten von der Quelle der Liebe, die ja Gott selber ist. Und das ist der Zustand, den wir Erbsünde nennen. Sie ist die Wurzel für so viele Übel. Jede Sünde, die wir Gott und den Menschen gegenüber begehen, jede Übertretung der Gebote Gottes müssen wir immer auch als einen Mangel an Liebe sehen. Der Durst nach Liebe ist überall groß. Aber der Wein unserer menschlichen Liebe reicht nicht aus, den Durst zu stillen.

Wer hat diese schmerzliche Situation als erstes bemerkt? Es war Maria, die von Anfang an voll der Gnade und Liebe war, die niemals diesen Mangel an sich hatte. Sie ist die Unbefleckte Empfängnis und von Gott vollkommen Erlöste. Maria kennt nun den, der gekommen ist, um uns aus unserer Not zu befreien. Sie kennt die menschgewordene Liebe Gottes, ihren Sohn. Jesus ist der wahre Bräutigam auf dieser Hochzeit, der seiner Braut, der Kirche, und damit jeder einzelne Seele die wahre Erfüllung und Seligkeit schenken kann. Und deshalb bringt Maria durch ihren mächtigen Glauben diese Quelle der Liebe zum Fließen. „Was er euch sagt das tut.“ Es war eine große Menge! 600 Liter Wasser wandelte der Herr zu köstlichem Wein; ein Zeichen für das Übermaß seines Erbarmens und seiner Liebe, die er uns schenken will. Aber es ist zu bedenken: Jesus hat nicht einfach die leeren Weinkrüge wieder gefüllt, sondern dieser köstliche Wein findet sich nur in Krügen, die zur Reinigung bestimmt waren. Das heißt: Mit diesem Übermaß des Erbarmes und der Liebe werden nur jene erfüllt, die ihr Herz reinigen, die umkehren von ihren Sünden und Buße tun.

 

Lourdesgrotte in Bregenz

lourdesgrotte6Zum Kapuzinerkloster in Bregenz gehört auch die Lourdesgrotte, die von den Schwestern der hl. Klara betreut wird. Mit der Statue, die die Grotte beherbergt, hat es eine besondere Bewandtnis. Sie wurde bald nach den Erscheinungen Mariens (1858) nach Angaben der hl. Bernadette hergestellt und als erste Statue in der Erscheinungsgrotte aufgestellt. Sie erwies sich aber als zu klein und man hat sie durch eine größere ersetzt. Diese erste Statue wurde später Papst Pius IX. zum Geschenk gemacht. Papst Leo XIII. übergab sie der frommen Gräfin Raczinski von Bregenz – Marienberg als Zeichen besonderen Wohlwollens. 1888 wurde diese Statue in die neu errichtete Kapelle feierlich übertragen. Jedes Jahr findet am 11. Februar die Lourdesfeier mit Marienweihe statt.

 

Gott hat mir dich geschenkt!

blume1Valerie Gatto wurde 2014 zur „Miss Pennsylvania“ gewählt. Ihr Leben ist aber von einem besonderen Umstand geprägt. Sie stammt aus einer Vergewaltigung. Ihre Mutter war 19 Jahre alt, als sie Opfer eines Überfalls wurde. Der Angreifer bedrohte sie mit einem Messer und hatte vor, sie zu ermorden. Als plötzlich ein helles Licht aufleuchtete, konnte Valerias Mutter fliehen. Sie konnte nie herausfinden, woher das Licht kam. Valerie ist überzeugt, dass es der Schutzengel ihrer Mutter war.

Bald nach der Vergewaltigung stellte Valeries Mutter fest, dass sie schwanger war. Eine Abtreibung kam für sie allerdings nie in Frage. Sie hatte zunächst geplant das Kind zur Adoption frei zu geben, um ihm bessere Verhältnisse zu ermöglichen. Doch ihre Großmutter erinnerte sie daran, dass Gott niemandem mehr zumutet als er tragen kann. Sie entschloss sich, das Mädchen selbst groß zu ziehen.

Valerie Gatto wuchs bei ihrer Mutter und deren Eltern auf. Es sei ein stabiles, liebevolles zu Hause gewesen, erinnert sie sich. Der Glaube spielte eine wichtige Rolle im Leben der Familie. Schon früh erzählte Valeries Mutter ihrer Tochter von ihrer dramatischen Entstehung: „Mir ist etwas Furchtbares passiert. Ein sehr böser Mann hat mir wehgetan, aber Gott hat mir dich geschenkt.“ Valerie begleitete ihre Mutter oft bei Hilfsdiensten und arbeitete selbst bei sozialen Projekten mit, als sie älter war. Gott habe sie aus einem bestimmten Grund überleben lassen, sagte sie. Mittlerweile hat sie ihr Studium an der Universität Pittsburgh mit Auszeichnung abgeschlossen und engagiert sich bei verschiedenen sozialen Projekten. Sie möchte ihre neu gewonnene Popularität nutzen, um viele Menschen mit ihrer Lebensgeschichte zu inspirieren.

 

Ein verlorener Sohn und die Sorge einer Mutter

rembrandGott will, dass alle Menschen gerettet werden. Wenn wir füreinander beten, besonders wenn Mütter in festem Glauben für ihre Kinder beten, dann lässt Gott auch außergewöhnliche Dinge und Wunder geschehen.

Abbé Labutte, ein französischer Priester, der während des Zweiten Weltkrieges als Kaplan in einer großen Pfarre der Stadt Nantes tätig war, berichtete mit eidesstattlicher Erklärung die folgende Begebenheit aus seine Dienst:

Nach getaner Arbeit hatte er erst gegen Mitternacht sein Brevier fertig gebetet, als an der Pfarrhaustür heftig die Glocke geläutet wurde. Als er öffnete, stand vor der Tür eine Frau von etwa 40 Jahren. Sie erhob flehend ihre Hände und sagte: „Herr Abbé, kommen Sie schnell; es handelt sich um einen jungen Mann, der sterben wird!“ Er antwortete: „Madame, ich werde morgen früh vor der Sechs-Uhr-Messe kommen.“ Da sagte sie: „Herr Abbé, es wird zu spät sein; ich beschwöre Sie, zögern Sie nicht!“ „Gut, schreiben Sie mir bitte die Adresse, Namen nebst Strasse, Hausnummer und Stockwerk in meine Agenda.“ Die Frau eilte in das Empfangszimmer. Sie schrieb den Namen in sein Buch und dahinter: 37, Rue Descartes, 2. Stock. Er sagte ihr: „Sie können sich auf mich verlassen, Madame! Ich werde in 20 Minuten dort sein.“ Halblaut antwortete sie: „Gott möge Ihnen ihre Nächstenliebe vergelten. …“ Dann verschwand sie in der Nacht.

Er machte sich auf den Weg zur angegebenen Adresse. Dort öffnete ihm ein junger Mann von etwa 20 Jahren die Tür und blickte ihn erstaunt und ehrfurchtsvoll an. „Ich komme zu einem Kranken in Todesgefahr; das ist doch hier?“ „Nein, Herr Abbé das ist wohl ein Irrtum.“ Er zeigte ihm die Adresse, die die Frau ins Buch geschrieben hatte. „Wahrhaftig, Herr Abbé mir scheint, dass ich diese Schrift kenne…; aber nein, das ist doch zu sonderbar! Ich wohne allein mit meinem Vater, der augenblicklich Nachtdienst in der Fabrik hat. Das alles ist sicher ein Irrtum. Die Frau hat ohne Zweifel Rue Despartes schreiben wollen und hat aus Versehen Rue Descartes geschrieben. Doch, Herr Abbé, treten Sie nur einige Minuten ein!“ Dann fuhr er fort: „Herr Abbé, es sind schon zwei Jahre, dass ich sie zu sprechen wünsche, um mich mit ihnen bekannt zu machen, aber ich fand den Mut nicht, sie aufzusuchen.“ Er lächelte traurig verlegen und gestand: „Ich bin ein verlorener Sohn!“ Auf dem Sofa sitzend, erzählt er ihm sein ganzes Leben…

Nachdem der junge Mann sich in der Beichte mit Gott versöhnt hatte, machte sich Abbé Labutte auf zur Rue Despartes 37. Aber diese Hausnummer gab es nicht.

Es war halb zwei Uhr Nachts als plötzlich die Sirenen zu heulen begannen. Fliegeralarm! Schon fielen die ersten Bomben im Norden der Stadt. Er hatte nur noch Zeit, in den nächsten Luftschutzkeller zu flüchten. Als er herauskam, beleuchtete greller Feuerschein die Dächer der Stadt.

Er begab sich zur nächsten Unfallstation. Viele Verletzte und auch Tote wurden gebracht. Er ging von einem zum anderen und erteilte die Absolution und die letzte Ölung. Plötzlich stand er ganz sprachlos vor der Leiche jenes jungen Mannes, den er gerade eine Stunde vorher besucht hatte. Er war also wirklich am Rande der Ewigkeit gestanden und hatte es nicht gewusst! Die Barmherzigkeit Gottes aber hatte ihm Zeit gegeben, noch vor dem Tode beichten zu können.

Unter den Papieren, die der junge Mann bei sich hatte, fand er einen vergilbten Brief. Darin waren Fotos und ein Totenbildchen jener Frau (+1938), die ihn gerade vor einigen Stunden besucht hatte, außerdem ein Brief mit derselben Schrift wie in seiner Agenda. Es war die Mutter des jungen Mannes gewesen, die aus der Ewigkeit gekommen war, um ihrem Sohn zu helfen.