Sel. Manuel Lozano Garrido – Das Kreuz wiegt schon etwas, aber es hat Flügel

Manuel-Lozano-Garrido-01Der spanische Journalist Manuel Lozano Garrido (1920-1971), wurde 2010 als erster Journalist selig gesprochen. Sein Leben war ab seinem 23. Lebensjahr geprägt von einer schweren, unheilbaren Krankheit. Er lernte aber, sein Leiden als ein Geschenk aus der Hand Gottes anzunehmen. Er glaubte in bewundernswerter Weise an die miterlösende Berufung aller Leidenden und wurde zu einem wahren Apostel der Freude.

Der sel. Manuel trat mit elf Jahren der örtlichen Gruppe der katholischen Aktion bei. „Mit 15 Jahren war mir meine Berufung ziemlich klar, ich wollte Journalist werden.“ 1936, als Manuel 16 Jahre alt war, brach der Spanische Bürgerkrieg aus und damit eine schwere Verfolgung der Kirche. Gottesdienste wurden verboten, viele Priester und Laien verhaftet oder erschossen. Auch unter Manuels Freunden erlitten manche das Martyrium. Vom einzigen nicht inhaftierten Priester der Stadt wurde Manuel beauftragt, den verfolgten Katholiken die hl. Kommunion zu bringen. Dieser Dienst prägte ihm eine tiefe Liebe zu Christus ins Herz.

Im Sommer 1940, mit 20 Jahren, nahm Manuel an einer große Jugendwallfahrt zum Marienheiligtum in Saragossa teil. Der Priester ermutigte die Jugendlichen, wie die beiden Apostel Jakobus und Johannes zu sein, die neben Jesus ihren Platz im Reich Gottes haben wollten. Und im Namen Jesu stellte der Priester den Jugendlichen die Frage: „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?“ In ihrer Liebe und Begeisterung antworteten sie, und Manuel mit ihnen, einstimmig: „Wir können es!“ Drei Jahre später sollte der Herr ihm einen Kelch reichen, der bis zum Rand gefüllt war. Beim Militärdienst in Madrid zeigten sich die ersten Anzeichen der schweren Krankheit Morbus Bechterew, eine bis heute unheilbare rheumatische Erkrankung vor allem der Wirbelsäule, die, begleitet von zeitweise unerträglichen Schmerzen, schnell und unaufhaltsam zur völligen Versteifung des Körpers führt. 1943 hatte Manuel die Gelegenheit, in Begleitung seiner Schwester Lucia, die ihn zeitlebens pflegte, an einer Wallfahrt nach Lourdes teilzunehmen. „In Lourdes begannen mir die Tragweite und der universale Sinn des Leidens aufzugehen.“ Er verstand, dass sein bewusst angenommener Schmerz nicht nur für ihn selbst „eine reinigende, heiligende Seite hat, die Frieden und Herzensfreude bewirkt“, sondern auch für andere zur Quelle übernatürlichen Lichtes wird. Er schrieb später: „Christus ist in allen jenen, die leiden … nicht nur, um diese Leiden zu teilen und erträglicher zu machen, sondern um sie mit den Seinen zu vereinen, um ihnen dieselbe erlösende Kraft zu verleihen, die sein Kreuz hatte, um die Welt zu erlösen … Dazu sind zwei Dinge notwendig: unser Wille und unsere Liebe.“ „Ja, das Kreuz wiegt schon etwas, aber es hat Flügel.“

1943 saß Manuel bereits im Rollstuhl, seine Hände und Füße begannen sich zu verkrümmen, mit nach vorne geneigtem Oberkörper nahm er die starre Haltung einer „4“ ein. So verbrachte er 28 Jahre in ständigen Schmerzen, die letzten neun Jahre zudem in Blindheit. Er kannte sehr wohl die Dunkelheiten der Seele durch Ängste, Einsamkeit und das Erleben von Nutzlosigkeit. Aber er war der Überzeugung:

„Was den Christen kennzeichnet, sind nicht Geduld, Ergebung und vielleicht nicht einmal Güte, sondern Freude. Denn wer eine Prüfung freudlos erträgt, ist nicht völlig in das Geheimnis des Kreuzes eingedrungen. Alle Tugenden wachsen aus der Freude. Wer sie hat, hat alles.“

Tut dies zu meinem Gedächtnis

Eucharistie_01Nach der Oktoberrevolution 1917 begann im Sowjetreich eine unvorstellbar brutale Christenverfolgung durch die Kommunisten. 96.000 Geistliche wurden ermordet, über 44.000 Kirchen zerstört. Millionen des eigenen Volkes wurden umgebracht, verhungerten infolge der Zwangskollektivierung oder verschwanden in den Straflagern der Gulags. Über die unsäglichen Leiden und Todesopfer, die dieser Wahn des Kommunismus verursacht hat und noch immer fordert, wird heute kaum gesprochen. Aber je härter die Verfolgung in den 70 Jahren des kommunistischen Regimes wurde, desto heller strahlte der felsenfeste Glaube der Christen auf. Joseph Werth, der Bischof von Nowosibirsk, berichtete in einer Predigt über diese Zeit:

„In den 30er Jahren des 20. Jh., als die Priester ihre Verhaftung vorausspürten, ermahnten sie in ihren letzten Predigten die Gläubigen, auch in der Verfolgung dem katholischen Glauben treu zu bleiben, auch in der Zeit ohne Priester den Glauben zu leben. Sie erinnerten die Gläubigen, wie man die Nottaufe spendet, wie man die Trauung ohne Priester vornimmt, wie man die Toten christlich beerdigt, wie man den Gottesdienst am Sonntag gestaltet. Und dann verschwanden sie alle im Gefängnis.“

Von einer glaubensstarken Frau berichtete Bischof Werth folgende Begebenheit:

„Tante Rosa hatte 60 Jahre keinen Priester gesehen und keine Sakramente empfangen. Als sie endlich einen Priester gefunden hatte, gestand sie ihm: „Bei großen kirchlichen Festen war meine Sehnsucht nach der Eucharistie so groß, dass ich ein Stückchen Brot nahm, es in Wein tauchte und es in Erinnerung an die Worte Jesu, ‚Tut dies zu Meinem Gedächtnis!‘ aß.“ Und beim Erzählen wiederholte sie immer wieder: „Wenn ich etwas nicht richtig getan habe, soll mir doch der liebe Gott verzeihen!“ Dem Priester standen beim Zuhören die Tränen in den Augen.“

Gott, ich kenne Dich nicht, doch ich bitte Dich: Hilf mir!

Nars BeemsterDer niederländische Priester Nars (Bernardus) Beemster, der 2002 zum Priester geweiht wurde, und heute Rektor des Wallfahrtsortes „Unserer Lieben Frau zur Not“ in Heiloo ist, hat in einem eindrucksvollen Bericht seinen Berufungsweg geschildert. Hier eine Zusammenfassung:

Als Sohn eines Tulpenzwiebel-Bauern träumte er davon, Maschinenbauingenieur zu werden. Doch kurz bevor er zum Studium kam, passierte etwas, das allem eine neue Richtung gab. In der Nacht vom 19. auf den 20. Aug. 1990 – er wusste damals als 20-jähriger nicht, dass es der Gedenktag seines Namenspatrons, des hl. Bernhard, war – traf er sich mit seinen Freunden in der Kneipe des Nachbardorfes. Nach einem ausgiebigen Saufgelage geriet seine Gruppe vor dem Lokal mit einer anderen alkoholisierten Gruppe in Streit und es kam zu einer Massenschlägerei. Als geübter Boxer konnte er sich normalerweise kräftig wehren. Aber in dieser Nacht war es so betrunken, dass er von den anderen regelrecht ins Koma geprügelt wurde.

Erst nach eineinhalb Tagen erwachte er im Krankenhaus. Laut Polizeibericht hatte man ihn bewusstlos in einer großen Blutlache vor einer Kirchtür gefunden. Wie er dorthin gelangt war, blieb ihm unerklärlich. Sein Gesicht war total zerschlagen, und neben einem mehrfachen Nasenbeinbruch hatte er schwere Hirnschäden mit Gleichgewichtsstörungen und Lähmungen erlitten. Anfangs hoffte er, dass er bald wieder mit seinen Freunden so weitermachen konnte wie früher, doch der Heilungsprozess dauerte mehr als sechs Jahre.
Als er erfuhr, dass ein früherer Box-Kollege Selbstmord begangen hatte, und ein anderer Freund durch einen Motorradunfall gelähmt war, wurden seine Verzweiflung und seine Ängste über seinen eigenen Zustand so groß, „dass ich“, wie er sagt, „eines Nachts aus dem Bett stieg, niederkniete und mit meinen 21 Jahren das erste Herzensgebet sprach: ‚Gott, ich kenne Dich nicht, aber ich weiß, dass Du existierst. Ich wage es kaum zu sagen und verdiene es nicht, doch ich bitte Dich: Hilf mir!‘ Heute sehe ich, wie wunderbar mich Jesus erhört hat.“

Nars war zwar von Kindheit an immer zur Sonntagsmesse gegangen, auch wenn er nicht begriff, was da bei der hl. Messe vor sich ging. „Doch erst nach jener denkwürdigen Augustnacht … ging ich bewusst zur Kirche. … Mehr und mehr fasziniert vom Glauben, las ich viel darüber. Tief trafen mich 1995 in einem Fatima-Buch die Worte der Gottesmutter an die drei Hirtenkinder: ‚Viele Seelen kommen in die Hölle, weil sich niemand für sie opfert und für sie betet.‘ Entsetzt musste ich mit meinen 24 Jahren feststellen: ‚Es gibt eine Hölle, und wenn ich mein Leben nicht radikal ändere, werde ich wahrscheinlich dort enden.‘ Wie von selbst trugen mich meine Schuhe damals zum alten Dorfpfarrer, bei dem ich die hl. Beichte ablegte. Welch befreiender Moment!“

Nach fünf Jahren wollte Nars seinen früheren Freunden erstmals etwas von seinen Glaubenserfahrungen erzählen. „Die Jungs, fast alle ungläubig, meinten nur lachend: ‚Wenn’s dir was bringt und du das brauchst, okay. Aber lass uns damit in Ruhe. Hej, Ober, bitte zehn Bier für uns, und ein Glas Weihwasser für Nars!‘ Ich nahm es diesen ’starken Männern‘ nicht übel, dass es in ihrer Welt, die auch einmal die meine war, keinen Platz für Gott gab.“

„Mir hingegen bedeutete es viel, Jesus und Maria immer mehr den ersten Platz im Leben zu geben. Sogar meine Freundin verstand das leider nicht, und sie beendete 1995 unsere schöne Beziehung mit den Worten: ‚Du liebst ja Gott mehr als mich.‘ Und wenn es anfangs auch weh tat, so stellte sich doch heraus, dass sie recht hatte.“ „Mein Schmerz half mir indirekt zu meinem heutigen Glück.“

Quelle: Triumph des Herzens, 2013 Nr. 117 (Zusammenfassung) Foto: Screenshot

Christa Meves – 90 Jahre

Christa Meves, die bekannte Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, hat in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag gefeiert. In über hundert Büchern, von denen viele zu Bestsellern wurden, in tausenden von Vorträgen und Artikeln, hat sie als Psychologin die christliche Wahrheit über Ehe, Familie und Kindererziehung dargelegt und gegen den vorherrschenden Zeitgeist verteidigt. 1987 konvertierte sie von der evangelischen zur katholischen Kirche.
In einem ihrer neuesten Artikel zeigt sie in prophetischer Weise auf, dass sich hinter der vorherrschenden Politik, die sich zerstörerisch gegen die natürliche Familie richtet, ein „diabolische Plan zur Beherrschung der Welt“ verbirgt. Unter der Vorgabe, die Überbevölkerung in der Welt zum Wohl aller einschränken zu wollen, ist allgemein die Minderung von Fortpflanzung vorgesehen: durch Förderung der Massenabtreibung; durch das Hochfahren der Verhütungsindustrie; durch Favorisierung der Perversionen; durch Scheidungserleichterung; durch Minderung der Ehefähigkeit mithilfe feministischer Ansprüche der Frau; durch Förderung von Jugendsex und damit Minderung der physischen Fortpflanzungsfähigkeit der Frau; durch Minderung der Bindungsfähigkeit mithilfe von Frühkollektivierung….

Familie – die tragende Säule

hl-familie-nazarethKardinal Carlo Caffarra, der Bischof von Bologna, wurde 1981 als Professor der Moraltheologie von Papst Johannes Paul II. beauftragt, in Rom das Päpstliche Institut für Studien zu Ehe und Familie zu gründen und zu leiten. In einem Interview berichtete er über die Anfänge: „Am Beginn dieser Arbeit, die mir von Johannes Paul II. anvertraut wurde, schrieb ich an Schwester Lucia von Fatima. Das Schreiben ging über den Bischof, da es direkt nicht möglich war. Unerklärlicherweise, da ich keine Antwort erwartete, sondern sie um ihr Gebet für das Projekt ersucht hatte, erhielt ich nur wenige Tage später einen langen, handgeschriebenen Brief von ihr, der heute im Archiv des Instituts aufbewahrt wird. Darin schrieb Sr. Lucia: Der Endkampf zwischen dem Herrn und dem Reich Satans wird über die Familie und die Ehe stattfinden. Haben Sie keine Angst, fügte sie hinzu, denn jeder, der für die Heiligkeit der Ehe und der Familie wirkt, wird immer und auf jede nur erdenkliche Weise bekämpft und angefeindet werden, weil das der entscheidende Punkt ist. Sie schloss mit dem Hinweis, dass die Gottesmutter dem Satan bereits den Kopf zertreten hat. Auch im Gespräch mit Johannes Paul II. konnte man wahrnehmen, dass er darin den neuralgischen Punkt sah, weil es sich um die tragende Säule der Schöpfung handelt, die Wahrheit über die Beziehung zwischen Mann und Frau und zwischen den Generationen. Wenn man Hand an diese tragende Säule legt, stürzt das ganze Gebäude ein. Genau das erleben wir jetzt, denn wir befinden uns genau an diesem Punkt und wissen es.“

Einheit ist die Frucht der Liebe

maria-03Im Evangelium des 7. Sonntags in der Osterzeit bittet Jesus seinen Vater um die Einheit seiner Jünger. „Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir“ (Joh 6,11).

Wir Menschen sind auf Gemeinschaft hin geschaffen. Nichts macht uns glücklicher, als in Einheit und Frieden miteinander zu leben. Am deutlichsten können wir dieses Glück der Einheit in der Familie erfahren. Wenn gegenseitiges Verstehen und Annehmen da sind, wenn man sich aufeinander verlassen kann, das ist eine große Kraft, mit der wir viele Schwierigkeiten bewältigen können. Der Zustand der Welt und unserer Gesellschaft, angefangen von den Familien bis hin zu den Völkern, beweisen uns aber, dass diese wahre Einheit und der Friede nicht so leicht zu leben sind. Denken wir an die vielen zerbrochenen Familien.

Aber es hilft uns nicht, dass wir über die Zustände klagen, die wir heute erleben müssen. Als gläubige Menschen dürfen wir den Erlöser kennen, der uns aus dieser Not herausführen und sie heilen kann. Er zeigt uns einige wichtige Elemente, durch die der Zusammenhalt und die Einheit gefördert werden.

1) Das Erste ist das Gebet und unser Glaube an die Macht Jesu. Das gemeinsame Gebet in der Familie verbindet uns mit Gott und untereinander. Die selige Mutter Theresa von Kalkutta hat das Wort geprägt: „Familien die miteinander beten, bleiben zusammen.“ Das ist eine Wahrheit, die man durch viele Beispiele und Zeugnisse belegen kann.

2.) Das zweite Element für die Einheit ist natürlich die Liebe. Sie ist ja das Band, das alles zusammenhält. Aber die christliche Liebe ist nicht bloß ein Gefühl, sondern sie besteht, wie Jesus sagt, im Halten seiner Gebote. „Wer mich liebt, hält meine Gebote.“ Die Liebe hat ihre Gesetze. Wer sie nicht beachtet, der zerstört auch immer die Einheit. Hier ist nun das dritte Element zu beachten, das die Einheit aufbaut.

3) Es ist die Bereitschaft zur Hingabe und zum Opfer. Jesus hat nicht nur von der Einheit geredet, sondern sein Leben dafür hingegeben und sich dafür geopfert bis in den Tod. Die Versöhnung mit Gott und zwischen den Menschen hat er durch sein Kreuzesopfer bewirkt, indem er die Sünden und Ungerechtigkeiten, die die Einheit zerstören, aus Liebe ertragen hat. Das gemeinsame Leben verlangt immer diese selbstlose Liebe, mit der man bereit ist zu geben, ohne an den eigenen Vorteil zu denken, die Lasten der anderen mitzutragen, ohne zu murren, und zu verzeihen, ohne nachtragend zu sein. Die Einheit ist immer die Frucht der opfernden Liebe.

Pfingsten – das Gesetzt der Liebe

pfingsten-1Das Pfingstfest hatte schon im Alten Bund eine besondere Bedeutung. Pfingsten war für das Volk Israel ein Erntedankfest, an dem sie sich daran erinnerten, dass Gott auf dem Berg Sinai durch Mose einen Bund mit dem Volk geschlossen und ihnen die zehn Gebote gegeben hat. An Ostern feierten sie die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. Aber die Freiheit von der Sklaverei genügte noch nicht. Es brauchte auch eine neue Ordnung, nach der sie in der geschenkten Freiheit leben können. Diese Lebensordnung hat Gott ihnen durch seine Gebote gegeben. Die Gebote Gottes schränken unsere Freiheit also nicht ein, sondern sie machen es uns erst möglich, in wirklicher Freiheit zu leben. Der Heilige Geist, der uns an Pfingsten geschenkt wurde, hat uns das Gesetz der Liebe ins Herz geschrieben, damit wir in der Freiheit der Kinder Gottes leben können.

Liebe, die Mauern überwindet

lilienDie wahre christliche Nächstenliebe sieht in jedem Menschen das Gute, das Gott in ihn gelegt hat. Sie hat eine große Macht, die die Herzen verändert.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür hat uns Catharina Lawes hinterlassen. Sie war die Frau von Lewis Lawes, der von 1920 – 1941 Gefängnisdirektor im berüchtigten Gefängnis Sing Sing in der Nähe von New York war.

Als ihr Mann das Amt übernahm, rieten ihr alle Bekannten ab, jemals einen Fuß in das Gefängnis zu setzen. Aber Catharina ließ es sich nicht nehmen dort hinzugehen. Als sie von den verschiedenen Nöten der Gefangenen hörte, begann sie den Männern aktiv zu helfen. Einem verurteilten Mörder, z.B. der blind war, brachte sie die Blindenschrift bei. Sie ermutigte die Gefangenen, sie machte für sie Besorgungen und verbrachte oft viel Zeit mit ihnen, um ihnen zuzuhören. Sechzehn Jahre lang öffnete sie mit ihrem Handeln immer weiter die Herzen der harten Männer. Es herrschte eine ganz andere Atmosphäre. 1937 konnte die Welt schließlich sehen, was ihre Liebe bewirkt hatte.

Als der Direktor einmal nicht zur Arbeit kam, sprach es sich schnell herum, dass Catherine bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Am nächsten Tag wurde sie zu Hause aufgebahrt, eine dreiviertel Meile vom Gefängnis entfernt. Als der stellvertretende Gefängnisdirektor am Morgen seine Runde machte, bemerkte er eine große Menschenansammlung am Tor. Alle Insassen standen dicht gedrängt am Zaun. Tränenüberströmte Gesichter. Niemand sprach ein Wort. Keiner bewegte sich. Sie waren gekommen, um der Frau, die ihnen ihre Zuneigung geschenkt hatte, so nah wie möglich zu sein. Der Gefängnisdirektor traf eine außergewöhnliche Entscheidung. „Also gut, Männer, ihr dürft hingehen. Aber heute Abend erwarte ich euch wieder hier.“ Es handelte sich bei diesen Männern um die berüchtigtsten Gangster Nordamerikas. Aber der Gefängnisdirektor ließ für sie das Tor öffnen, und ohne Begleitung oder Aufseher gingen sie zum Haus von Catherine Lawes, um dieser die letzte Ehre zu erweisen. Und bis auf den letzten Mann kehrten alle zurück. Wahre Liebe verändert Menschen.

Seinetwegen habe ich alles aufgegeben

herz-jesu-05Als der hl. Paulus bei seiner Bekehrung die Gnade empfangen hatte, Jesus Christus als Erlöser und Retter zu erkennen, hat sein Leben einen neuen Sinn erhalten. Alles, was ihm vorher  wichtig war, wurde für ihn bedeutungslos. So konnte er sagen: „Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm zu sein“ (Phil 3,8). Diese Erfahrung machen auch heute noch Menschen, die Jesus kennen gelernt haben.
Ein Beispiel:

Die Feier der Osternacht 2015 in einer Pfarre im Montafon in Vorarlberg, hatte einen besonderen Höhepunkt: Reza und Firouzeh, ein Ehepaar aus dem Iran, empfingen das Sakrament der Taufe. In einem Kirchenblatt-Interview (9.3.2015) haben sie über ihren Bekehrungsweg berichtet.

Reza sah jeden Tag im iranischen Fernsehen die Nachrichten über die Kriege im Irak und in Syrien und er fragte sich, warum dies so sei. Seine Frau entdeckte im Satellitenfernsehen einen Sender in iranischer Sprache, in dem ein evangelischer Pastor von der wahren Freiheit aus dem Glauben sprach, die uns Jesus Christus schenkt.

Durch das Fernsehen lernten sie Jesus Christus und den christlichen Glauben immer besser kennen, so dass sie zur Überzeugung kamen, dass der Glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes, die wahre Religion sei. Im Iran ist es von Staats wegen nicht erlaubt, zum Christentum überzutreten. Ein Übertritt wäre für sie sogar lebensgefährlich geworden.

Reza hatte in seiner Heimat einen hohen Lebensstandard erreicht, eine schöne Wohnung, ein großes Auto und eine sehr gute Arbeit in einer iranischen Firma, die im Persischen Golf Ölplattformen betreibt. Eines Tages war er von seinem Chef vorgeladen worden, weil diesem zu Ohren gekommen war, dass Reza sich dem Christentum zugewandt habe. Daraufhin hat Reza mit seiner Frau beschlossen, alles im Iran zurückzulassen, damit sie getauft werden und den Glauben leben können. Über Wien und Traiskirchen kamen die beiden nach Vorarlberg. In Vandans war für Reza die erste Frage: „Wo ist die Kirche?“ Mit größtem Eifer und mit Freude haben sich die beiden auf die Taufe vorbereitet, und hier bei uns eine neue Heimat gefunden.

In den islamischen Ländern gibt es im Untergrund viele Bekehrungen zum Glauben an Jesus Christus. Viele nehmen größte Opfer, Verfolgungen und Leiden auf sich. Sie geben uns ein Vorbild: Es lohnt sich alles aufzugeben, um Christus zu gewinnen.

 

Fronleichnam – die ungebrochene Treue

monstranz-ringeDas Fronleichnamsfest ist für uns ein Fest der Freude über die Gegenwart des Herrn unter uns. Das Allerheiligste, der Leib des Herrn, wird in einer Monstranz durch die Straßen getragen und unser Ort und alle Bewohner werden gesegnet. Jesus hat durch die Eucharistie seine Verheißung erfüllt, dass er bei uns bleiben wird bis zum Ende der Welt. Er bleibt uns treu mit seiner Gnade und seinem Segen. Aber die leibliche Gegenwart des Herr im allerheiligsten Sakrament ruft uns auf, die Treue des Herrn auch mit unserer Treue zu beantworten, indem wir uns an seine Weisungen halten und ihm nachfolgen.

Im Mutterhaus der Schwestern vom armen Kinde Jesu in Aachen gibt es ein Kleinod zu sehen, das ein sehr eindrucksvolles Symbol für diese göttliche und menschliche Treue ist. Der Künstler Egino Weinert hat aus 200 Professringen von verstorbenen Ordensschwestern eine kleine Monstranz gestaltet. Die Ringe wurden so zusammengefügt, dass sie die heilige Hostie umschließen und im unteren Teil eine Standfläche bilden. Die Ringe stehen für die Berufung, die jede Schwester hatte. Sie sind ein Hinweis auf ihr lebenslanges Bemühen, in ungebrochener Treue für Jesus Christus und die Kirche zu leben. Jede Schwester hat diesen Bund mit Christus ganz persönlich gelebt, aber nicht für sich allein, sondern in Gemeinschaft mit den anderen Mitschwestern. Deshalb sind die Ringe auch miteinander verbunden. Durch die Monstranz wird aber auch sichtbar, woher die Kraft für diese Treue kommt. Sie geht von Jesus Christus selbst aus in der Gestalt der heiligen Eucharistie. Der Dienst der Schwestern, die diese Ringe trugen, lebte aus der Kraft der Eucharistie, aus dem Opfer Christi, das bei der heiligen Messe gegenwärtig wird.

So lebt auch unser Christsein aus der Eucharistie. Wenn wir suchen, uns mit dem Herrn zu vereinen, in der Sonntagsmesse oder auch in der täglichen heiligen Messe, wenn wir seine Gegenwart immer wieder suchen in der Anbetung vor dem Allerheiligsten in der Kirche, dann wird das zum unermesslichen Segen für uns und viele andere Menschen. Der hl. Augustinus sagt: „Die Eucharistie ist unser tägliches Brot: wir sollen es aber so empfangen, dass es nicht nur Nahrung für den Leib, sondern auch für die Seele sei. Seine innere Kraft ist nämlich die Einheit: wir werden aufgenommen in Seinen Leib, werden seine Glieder und sind so das, was wir empfangen.“