Rylan hat mein Leben gerettet

shel-rylEine ergreifende Geschichte ereignete sich in North Carolina. Im Dezember 2014 wurde Shelly Cawlei (23) ins Krankenhaus eingeliefert und ihr Kind, das sie erwartete, durch einen Notkaiserschnitt zur Welt gebracht. Die kleine Rylan war zwar gesund geboren, aber bei ihrer Mutter kam es zu schweren Komplikationen. Shelly erwachte nicht mehr aus der Narkose und fiel in ein lebensgefährliches Koma. Die Ärzte rechneten schon mit ihrem Tod.

Doch dann hatte eine der Krankenschwestern, Ashley Manus, eine Idee: „Wir wussten, dass der Hautkontakt zur Mutter einem Neugeborenen sehr helfen kann – also warum sollte es nicht auch andersherum so sein?“ Also nahmen sie das nackte Baby und legten es auf die Brust der komatösen Mutter. „Ich hoffte, dass Shelly noch irgendwo da drin ist, ihr Baby fühlen und hören kann und ihre Mutterinstinkte erwachen“, erklärte die Krankenschwester.Doch sobald die kleine Rylan die Mutter berührte, schlief sie friedlich ein. „Wir kitzelten sie, wir kniffen sie sogar ein wenig“, erzählt Papa Jeremy. „Es dauerte 10 Minuten, dann stieß sie einen lauten Schrei aus.“

Und das Unglaubliche geschah: „Wir sahen, wie die Werte auf dem Herzmonitor plötzlich anstiegen. Das Schreien hat Shelly wieder zum Kämpfen gebracht. Ich hatte meine Frau zurück!“, erinnert sich Jeremy mit Tränen in den Augen. Shellys Zustand stabilisiert sich. Nach einer Woche erwachte die 23-jährige vollständig aus dem Koma – und konnte endlich zum ersten Mal ihr Kind in die Arme schließen.

Shelly sagte am 1. Geburtstag ihrer Tochter: „Wenn sie groß ist, werde ich ihr sagen, dass sie mein Leben gerettet hat.“ „Ich kann es kaum erwarten, zu entdecken, was Gott alles für mein Leben geplant hat und mich über den Weg  freuen, den er mich führt.“ „Letztes Jahr habe ich noch um mein Leben gekämpft  und heute kann ich wieder tun, was ich liebe. Dafür danke ich Gott.“

Quelle: http://www.heftig.co/

Unsere Angst bringen wir in der Anbetung Gott dar

schwestern-m-terAm 4. März 2016 haben in der Stadt Aden in Südjemen muslimische Terroristen bei einem Überfall auf ein katholisches Altersheim 16 Mitarbeiter des Altersheimes getötet. Auch vier von den Schwestern der Missionarinnen der Nächstenliebe, die das Heim führen, wurden ermordet. Der Priester, der das Altersheim betreute, wurde entführt.

Bischof Camillo Ballin, Apostolischer Vikar für das nördliche Arabien, betonte, dass die vier Schwestern aus Hass auf den christlichen Glauben ermordet worden seien. „Man kann sie daher ganz klar Märtyrerinnen nennen.“

Im islamischen Staat Jemen bilden die katholische Christen eine kleine Minderheit von wenigen tausend Gläubigen. Ende der 80er Jahre hatte die damalige Regierung die Schwestern von Mutter Teresa ins Land gerufen, um die Leprakranken zu betreuen.

Seit 2013 wird das Land von einem blutigen Bürgerkrieg erschüttert.  Man hatte den Schwestern schon öfter nahegelegt, das Land aus  Sicherheitsgründen zu verlassen. Aber sie wollten trotz aller Gefahren bei den von ihnen betreuten Menschen bleiben.

Der letzte Brief, den die Ordensfrauen an ihre Mitschwestern schrieben, wurde unerwartet zu ihrem Vermächtnis. Sr. Serena, selbst Missionarin der Nächstenliebe, las in einem Video den Brief ihrer Schwestern vor. Er gibt uns ein wunderbares Zeugnis für die Kraft des Glaubens, mit dem wir in allen Bedrängnissen standhalten können:

„Jedesmal, wenn die Bombardierungen an Heftigkeit zunehmen, knien wir vor dem ausgesetzten Allerheiligsten nieder und bitten den barmherzigen Jesus, unsere Armen zu beschützen und zu verteidigen und diesem Land Frieden zu schenken.

Wir werden nicht müde, an Gottes Herz anzuklopfen voll Vertrauen, dass dies alles ein Ende finden wird. Während draußen der Krieg tobt, rechnen wir, für wie viele Menschen wir noch wie lange Nahrung haben. Und jedesmal fragen wir uns: Wird es für heute ausreichen? Die Bombardierungen gehen weiter, von allen Seiten hört man Schießereien und wir haben Mehl nur für den heutigen Tag. Wie werden wir morgen unsere Armen ernähren können? Wir bereiten mit dem letzten Mehlsack und der letzten Flasche Öl das Essen und es ist wie in der Geschichte des Propheten Elija und der Witwe. Mit liebendem Vertrauen und völliger Hingabe versammeln wir uns in unserem Haus, wenn die Bombardierungen heftig werden. Wir laufen regelrecht zusammen, weil wir Angst haben. Unsere menschliche Angst bringen wir in der Anbetung Gott dar. Manchmal durchschlagen Kugeln die Scheiben und dringen in die Räume ein. Dann versammeln wir uns im umfriedeten Garten unter einem Baum und stellen uns vor, daß er die Hand Gottes ist, die uns schützt. Aber meistens sind wir bei unseren Armen, vielen alten Menschen, manche sind blind, andere geistig oder körperlich behindert.

Gott wird von Seiner Großherzigkeit nie ablassen, solange wir mit Ihm und Seinen Armen sind. Wenn die Bomben explodieren beten wir alle gemeinsam: gemeinsam leben wir hier, gemeinsam werden wir hier sterben, wenn es so sein soll. Alles mit Jesus und Maria, unserer Mutter.“

 

Die Heiligen sind unser Fürsprecher

M-Teresa-01An 4. September 2016 wird Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997)  in Rom heiliggesprochen. Gott wirkt auf die Fürsprache der Heiligen auch heute noch große Wunder. Wir dürfen darauf vertrauen, dass die Heiligen und helfen.

Das Wunder, das als Bestätigung Gottes für die Heiligsprechung von der Kongregation geprüft und anerkannt wurde, ist 2008 geschehen. Ein Mann (35) aus Brasilien, der an einem bösartigen Hirntumor litt, wurde – wissenschaftlich nicht erklärbar – spontan geheilt, als seine Frau und einige Bekannte Mutter Teresa um ihre Fürsprache anriefen.

Auch das erste Wunder, das 2002 für ihre Seligsprechung anerkannt wurde, ist beachtenswert:

Mutter Teresa war bekanntlich eine große Verehrerin der Wundertätigen Medaille. Sie hat sie während ihres Lebens unzähligen Menschen geschenkt. Ein Jahr nach dem Tod von Mutter Teresa kam eine Inderin, Mutter von fünf Kindern, die aus einer animistischen Gegend stammte und auch selber ungetauft war, verzweifelt zu den Missionarinnen der Nächstenliebe. Sie litt an tuberkulöser Meningitis und einem Eierstockskrebs im Endstadium. Sie war von den Ärzten bereits aufgegeben. Die Schwestern vertrauten diese Frau der Fürsprache ihrer Gründerin und der Gottesmutter Maria an. Sie beteten mit ihr und klebten ihr, wie sie es zu tun pflegen, mit einem Pflaster eine Wundertätige Medaille auf den Leib, in ihrem Fall auf den aufgeschwollenen Bauch. Als die Kranke mit Namen Monika Besra noch in derselben Nacht vom 5. auf den 6. September 1998 aufwachte, stellte sie fest, dass der Schmerz und der Tumor verschwunden waren.

 

Macht alle Menschen zu meinen Jüngern!

Peter-Shekelton-3aAm 29. Juni feiert die Kirche das Hochfest der beiden Apostel Petrus und Paulus. Dieser Tag, der auch der traditionelle Weihetermin für Priester ist, erinnert uns daran, dass die Kirche apostolisch und missionarisch ist. Der Herr hat von Anfang an bis heute junge Männer in seine Nachfolge gerufen, die er als Priester und Apostel zu den Menschen senden will. „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern!“ (Mt 28,19).

Die Hilfsorganisation „Kirche in Not“ berichtet immer wieder über Priester, die mit heroischen Einsatz diesen Auftrag des Herrn zu erfüllen suchen. Einer von ihnen ist Pater Peter Sheketon LC (45 J.) aus England, der heute als Missionar bei den Indianern im Amazonasgebiet in Brasilien wirkt. Er erzählte über seine Berufung:

„Die Wahrheit ist: Ich wollte immer schon Feuerwehrmann werden! Von dieser Idee war ich fasziniert. Doch solange ich denken kann, hatte ich auch den Wunsch, einmal Priester zu sein.“ Beides sollte sich in seinem Leben verwirklichen. Als nämlich der 21-jährige Berufsfeuerwehrmann 1991 in der überfüllten Londoner Westminster-Kathedrale P. Werenfried van Straaten, den Gründer von „Kirche in Not“, bei seiner feurigen Predigt sagen hörte: „Ich würde die ganze Kollekte hergeben, wenn ein junger Mann unter euch bereit wäre, sein Leben in den Dienst des Herrgotts zu stellen, um als sein Priester das Reich Gottes zu verkünden!“, dachte er damals spontan: „Dieser junge Mann bin ich!“

So wurde Peter Shekelton Priester und begann 2001 als Missionar in den berüchtigten Favelas von São Paulo in Brasilien besonders unter Jugendlichen sein pastorales Wirken. Er brachte den jungen Leuten, die keine Perspektive hatten, die verstrickt waren in Kriminalität, Prostitution und Drogen, die hoffnungsvolle Botschaft: „Jeder von euch ist von Gott geliebt und geschätzt. Euer Leben hat einen Sinn, weil Jesus einen Plan mit euch hat.“ Und viele öffneten sich der Gnade! 20 von ihnen haben sich sogar zum Priestertum entschlossen.

Als P. Shekelton zwei Jahre später, im Sommer 2003, erstmals zu einem abenteuerlichen Missionseinsatz in das Amazonasgebiet aufbrach, begleiteten ihn schon einige der bekehrten junge Männer als Pastoralhelfer.
Fast dreitausend Kilometer legen sie zurück. Am Ufer des Arari-Flusses warten die Gläubigen in mehr als 30 Dörfern sehnsüchtig auf den Priester. Wenigstens einmal im Jahr die Heilige Messe mitzufeiern, die Sakramente zu empfangen war für diese Armen lange ein Traum.

Jetzt kommt Pater Peter jedes Jahr zu ihnen. Der Priester erzählt: „Wenn ich ein Jahr später wieder in die Dörfer komme, erfahre ich, dass viele der Gläubigen, denen ich die Sakramente gespendet hatte, bereits tot sind. Manche sind buchstäblich einen Tag später gestorben. Es scheint, als hätten sie mit dem Sterben gewartet, bis sie die Sakramente empfangen konnten.“

Diese Reisen in diese entlegenen Dörfer bringen viele Strapazen und Gefahren mit sich: „Dennoch komme ich oft glücklich von diesen Missionsreisen zurück, weil ich das getan habe, wovon ich glaube, dass es meine Pflicht als Priester ist.“ An das Hilfswerk „Kirche in Not“ schrieb er: „Damals habe ich mich nicht getraut, Pater Werenfried um die Kollekte zu bitten, aber heute bitte ich Euch um ein bisschen Geld aus dieser Kollekte von damals.“

Quelle: http://www.kirche-in-not.de

 

Hl. Pater Jean de Brebeuf SJ – Der starke und barmherzigen Gott

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Hl. Pater Jean de Brebeuf SJ (1593-1649)

Der hl. Pater Jean de Brebeuf SJ  (1593-1649) war einer der großen Missionar bei den Indianern Nordamerikas. Er starb als Märtyrer nach einem Überfall der Irokesen. Es wird berichtet: „Er erlitt unter Folter einen langsamen, qualvollen Tod: ihm wurden mit kochendem Wasser und glühenden Kohlen Brandwunden zugefügt, die Gliedmaßen gebrochen, eines nach dem anderen, dann schnitt man ihm nacheinander die Nase ab, stach ihm die Augen aus und schnitt ihm die Zunge heraus. Er aber betete unentwegt: ‚Jesus, erbarmen Dich ihrer‘. Er setzte sein Gebet fort, obwohl er es nur mehr stammeln konnte. Seine Henker, die ihn so übel zugerichtet hatten, schnitten ihm am Ende sein Herz heraus und aßen es und tranken sein Blut zum Zeichen der Bewunderung für seinen Mut und um sich dieses Mutes zu bemächtigen.“ 150 Jahre später erinnerten sich die Irokesen noch immer bewundernd an diesen „Schwarzrock“.  Als sie davon erfuhren, dass sich St. Louis Jesuiten aufhielten, unternahmen sie vier abenteuerliche Expeditionen über Tausende von Kilometern, um mit Nachdruck darum zu bitten, dass ein „Schwarzrock“ zu ihnen komme und sich bei ihnen niederlasse. Das geschah tatsächlich. Der flämische Jesuit Pieter-Jan De Smet (1801-1873) aus Ostflandern machte sich auf den Weg. Ausgerüstet mit der Heiligen Schrift, dem Brevier und seiner Klarinette ging er in die Lagerplätze der Indianer. Wo andere sofort den Tod gefunden hätten, fand er Aufnahme. Für die Indianer war er der „weiße Mann“, der nicht „mit gespaltener Zunge“ redete. Durch sein Beispiel bekehrte er zahlreiche Indianer. Einer versuchte ihn eines Tages aus dem Hinterhalt zu töten. Pater De Smet konnte ihn jedoch vom Pferd reißen und ihm im Zweikampf seine Streitaxt entwenden. „Diese Geschicklichkeit und sein Mitleid, das er dem Besiegten bewies, gewannen diesen für den Glauben an den starken und barmherzigen Gott der Katholiken.“ Er wurde einer seiner treuen Gefährten und hat ihm den Weg zu weiteren Bekehrungen geebnet.

 

Unversehrt im Feuer

maria-i-bAm 30. Juli 2015 brach während einer großen Hitzewelle auf dem Gelände der Militärbasis El Goloso in der Nähe von Madrid ein heftiges Buschfeuer aus. Ein Großteil der Vegetation ging in Rauch auf. Aber sobald die Flammen erloschen waren, war die Überraschung des Militärs groß, dass im Herzen der verkohlten Erde eine Statue Unserer Lieben Frau von Lourdes intakt stehengeblieben war! Die Überraschung war noch größer, als die Soldaten sahen, dass auch das Gras in der Nähe der Statue nicht von den Flammen berührt worden war, sogar die Vasen mit den Blumen blieben verschont, intakt und gefüllt. Keine Flamme hatte sie berührt und sie waren auch nicht vom Rauch geschwärzt. Die lokalen Militärbehörden haben den Fall untersucht und bestätigt. Es stellte sich heraus, dass einige Soldaten, die für Maria eine besondere Verehrung hatten, diese Statue dort im Garten aufgestellt und gepflegt haben. Die meisten Soldaten hatten dieser Statue zuvor kaum beachtet. Als die wunderbare Rettung der Statue und der Blumen vor dem Feuer veröffentlicht wurde, hat es genug Skeptiker gegeben, die alle möglichen Zweifel und Erklärungen vorbrachten. Aber ein solches Wunder ist nicht zum ersten Mal geschehen. Für uns als gläubige Menschen ist es ein Zeichen, dass jene, die Maria lieben und ehren, unter ihrem besonderen Schutz stehen und dass sie uns vor allem vor dem Feuer der Hölle bewahren wird.

Quelle: http://www.katholisches.info/2015/09/04/marienstatue-bleibt-auf-unerklaerliche-weise-unversehrt/

Liebst du mich mehr als diese?

auferstandene-bEine der berührenden Begebenheiten nach der Auferstehung ist die Begegnung und das Gespräch Jesu mit Petrus. Wir hören dieses Evangelium am 3. Sonntag der Osterzeit. Jesus offenbart hier die Güte und Barmherzigkeit Gottes. Gott streicht die Menschen nicht nach ihrem ersten Vergehen aus seinem Buch, sondern er gibt dem Menschen immer wieder eine neue Chance.

Zu seinen Lebzeiten hat Jesus die Menschen oft gefragt: „Glaubst du?“, nie aber: „Liebst du mich?“. Er tut es erst jetzt, nachdem er mit seinem Leiden und Sterben den Beweis erbracht hat, wie sehr er uns liebt. Mit der dreimaligen Frage: „Liebst du mich …?“, gibt Jesus dem Petrus die Möglichkeit, seine dreimalige Verleugnung wieder gutzumachen.

Aber das Bekenntnis der Liebe, dass Petrus nun ablegt, soll nicht bloß in Worten bestehen. Jesus will vielmehr, dass die Liebe zu ihm sich im Dienst an den anderen als echt erweist. Darum gibt Jesus dem Petrus auch den Auftrag: „Weide meine Schafe.“ Nicht er will die Früchte dieser Liebe erhalten, sondern er will, dass diese Liebe zu ihm seinen Schafen zugute kommt. Es ist, als sagte er dem Petrus: „Ich betrachte das, was du für meine Herde tust, als tätest du es für mich“. Jesus bekräftigt damit von neuem die Bestimmung, die er dem Petrus schon von Anfang an gegeben hat, nämlich der Fels für seine Kirche zu sein.

Das Vertrauen und die Vergebung des Meisters haben aus Petrus – trotz aller Schwächen und Begrenzungen, die Petrus auch weiterhin hatte – einen neuen Menschen gemacht. Petrus hat die Herde Christi in den schwierigen Momenten ihrer Anfänge geweidet, als es notwendig war, aus Galiläa hinauszugehen auf die Straßen der Welt. Schließlich wurde Petrus dann auch fähig, sein eigenes Versprechen einzuhalten, nämlich das Leben für Christus hinzugeben.

Das Gespräch zwischen Jesus und Petrus bezieht sich auf jeden von uns. Der heilige Augustinus sagt in seinem Kommentar zu diesem Abschnitt des Evangeliums: „Indem er Petrus fragte, fragte Jesus einen jeden von uns.“ Die Frage: „Liebst du mich?“ ist an jeden Jünger gerichtet. Es geht also in unserem Christsein um eine Freundschaftsbeziehung mit der Person Jesu Christi. Er hat uns dazu erwählt. Der Herr weiß – und dessen sollten wir uns auch selber immer bewusst bleiben, dass wir wie Petrus schwache und unsichere Menschen sind, die den Herrn nur all zu leicht verraten. Trotz allem gibt er uns den Auftrag: „Weide meine Schafe!“ Das heißt: „Übe die Liebe an den Menschen, die ich dir zur Seite gestellt habe.“ Nicht aus eigener Kraft können wir dies tun, sondern weil er uns liebt.

 

Die zwei Leitern

maria-jesuskind2In den Franziskanischen Chroniken wird berichtet, dass der heilige Bruder Leo eines Tages zwei Leitern erblickte: eine rote, auf der Jesus Christus stand, eine weiße auf der sich Maria befand. Danach sah er Seelen, die die rote Leiter zu erklimmen versuchten. Doch nachdem sie einige Sprossen hochgeklettert waren, stürzten sie ab; sie versuchten es noch einmal aber wieder fielen sie herab. Da bewog man sie dazu, die weiße Leiter zu benützen und Bruder Leo sah sie glücklich hochsteigen, weil ihnen die heilige Jungfrau Maria die Hand darreichte. So erreichten sie ohne Schwierigkeiten das Paradies.

„Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, heilige Gottesmutter …“, so beginnt das älteste Mariengebet. Von Anfang an haben die Jünger Christi erfahren, dass Maria die mächtigste Helferin ist auf dem Weg zum ewigen Leben.

 

Ich möchte Gott bitten, dass er ihnen vergibt

myriam-irakDer christliche TV-Sender SAT7 (Nikosia/Zypern), der sich ganz der Verkündigung des Glaubens widmet, hat nach eigenen Angaben mit seinen Sendungen, die in Persisch, Arabisch und Türkisch ausgestrahlt werden, täglich insgesamt etwa 15 Millionen Zuschauer. Zwei Interviews, die im arabischen Raum ausgestrahlt wurden, geben ein wunderbares Zeugnis von der Kraft der christlichen Vergebung und der Liebe, die die von Christus ausgeht und die stärker ist als alle grausame Verfolgung, die durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) geschieht. Diese Interviews bilden einen Kontrast zu den Videos von Enthauptungen der Christen, die der IS verbreitet, um den Christen Angst zu machen.

Myriam (11 Jahre alt) ist ein christliches Flüchtlingsmädchen aus Karakosch im Irak (nahe Mosul). Ihre Familie wurde gezwungen nach Irbil in Kurdistan zu fliehen, als der IS 2014 die Kontrolle über ihre Heimatstadt übernahm. Sie erzählt: „Wir hatten ein Haus … aber Gott sei dank, Gott sorgt für uns. Gott liebt uns und er ließ nicht zu, dass ISIS uns tötete. … Gott liebt uns alle… “ Der Reporter fragt sie: „Denkst du, dass Gott auch die liebt, die euch geschadet haben?“ Myriam: „Er liebt sie, aber Satan liebt er nicht. … Ich möchte denen (die uns vertrieben haben) nichts antun, ich möchte Gott bitten, dass er ihnen vergibt. … Ich möchte sie nicht töten. Warum soll man sie töten? Ich bin nur traurig, dass sie uns von zu Haus vertrieben haben. Warum taten sie das?“ „Ich hoffe, dass wir zurück nach Hause gehen … Wenn Gott es so will. Nicht was wir wollen, sondern Gott, denn er weiß es.“ Reporter: „Fühlst du dich nicht manchmal traurig? Denkst du vielleicht, dass Jesus dich vergessen hat?“ Myriam: „Nein. Manchmal weine ich, weil wir unser Zuhause verließen und Karakosch, aber ich bin nicht zornig auf Gott … Ich danke ihm, weil er auf uns aufpasste. Auch wenn wir hier leiden. Er sorgt für uns. … Er wird mich nie vergessen. Wenn du ein richtig Glaubender bist, wird er dich nie vergessen.“ Myriam singt dem Reporter noch ein schönes Anbetungslied vor: „Wie wunderbar ist der Tag, an dem ich an Christus glaubte. …“

Das zweite Zeugnis ist ein Telefoninterview mit dem Ägypter Beshir Kamel. Seine beiden Brüder Bishoy (25) und Samuel (23) waren in Lybien als Gastarbeiter tätig und wurden vom IS gefangen genommen und zusammen mit anderen enthauptet. Das Vidio über die Enthauptung wurde vom IS im Internet zur Abschreckung veröffentlicht. Beshir sagte unter anderem: „ISIS hat uns mehr gegeben als wir erwarteten, denn sie haben aus dem Video nicht den Teil herausgeschnitten, als sie (meine Brüder) ihren Glauben bekannten und Jesus Christus anriefen. So hat uns ISIS geholfen, unseren Glauben zu stärken.“ Reporter: „Was macht deine Familie?“ Beshir: „Sie sind nicht in einem Zustand der Trauer, sie beglückwünschen sich gegenseitig, dass es in ihrem Dorf so viele gegeben hat, die als Märtyrer gestorben sind. Wir sind stolz auf sie. … Seit der Zeit der Römer waren wir als Christen dazu bestimmt, Märtyrer zu sein. Das allein hilft uns, solche Krisen zu bestehen. Denn die Bibel sag uns, unsere Feinde zu lieben und die zu segnen, die uns verfolgen.“ Bashir berichtet auch von einem Gespräch mit seiner Mutter, die heute 60 Jahre alt ist und kaum eine Schulbildung empfangen hat: „Ich habe sie gefragt, was sie tun würde, … wenn sie dem begegnet, der ihre Söhne umgebracht hat? … Dann sagte sie: ‚Ich werde Gott bitten, dass er seine Augen öffnet, und ihn in mein Haus einladen, denn er hat uns geholfen, in das Königreich Gottes zu gelangen.'“

 

Den Siegespreis gewinnen

laeufer2Der hl. Paulus beschreibt unser christliches Leben mit einem schönen Gleichnis: „Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt“ (1. Kor 9,24). Aber da es bei diesem Wettkampf um des ewige Leben geht, und da der Wettlauf im Übern der Gottes- und Nächstenliebe besteht, deshalb gilt für uns auch der Aufruf des Hebräerbriefes: „Darum lasst uns ernsthaft besorgt sein, dass keiner von euch zurückbleibt, solange die Verheißung, in das Land seiner Ruhe zu kommen, noch gilt“ (Hebr 4,1). Der Sieg im Wettlauf der Liebe besteht gerade darin, dass wir alles tun, um auch unsere Mitmenschen zum ewigen Ziel zu bringen. Eine Begebenheit, die sich in den USA zugetragen hat, veranschaulicht uns ergreifend, worum es hier geht:

1992 standen bei den „Seattle Olympics“ neun junge Athleten an der Startlinie zum 100-Meter-Lauf. Alle waren in irgendeiner Ausprägung geistig oder körperlich behindert. Der Startschuss fiel, und das Rennen begann. Nicht jeder konnte wirklich gut laufen, aber jeder wollte mitmachen. Sie rannten zu dritt nebeneinander. Plötzlich machte ein Junge einen Fehltritt, fiel hin, überschlug sich und begann vor Enttäuschung laut zu weinen. Die anderen acht hörten ihn. Sie verlangsamten ihren Lauf und schauten zurück. Und dann blieben sie stehen und kamen zurück – alle! Ein Mädchen mit Down-Syndrom setzte sich neben den Jungen, umarmte ihn tröstend und fragte: „Geht es dir jetzt wieder bessert?“ Dann nahmen sie alle den Jungen in ihre Mitte, legten sich gegenseitig die Arme um die Schultern und gingen langsamen Schrittes, nebeneinander und mit leuchtenden Augen, über die Ziellinie. Der Beifall der Zuschauer wollte nicht enden. Noch lange Zeit später erzählte man sich davon, und mancher hatte dabei Tränen in den Augen.