Bemüht euch mit allen Kräften

Jesus-Christus-pantokrator-st-paulIm Evangelium vom 21. Sonntag im Jahreskreis (C) stellt ein Mann aus dem Volk Jesus die Frage: „Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?“

Jesus gibt darauf keine unmittelbare Antwort, sondern macht seinen Jüngern den Ernst der Lage bewusst. Sie sollen sich nicht mit falschen Spekulationen befassen, sondern sie sollen auf sich selber schauen, ob sie sich ernsthaft anstrengen, in den Himmel zu kommen. „Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen!“ Mit dieser engen Tür meint Jesus sich selbst. „Ich bin die Tür, wer durch mich eingeht, wird gerettet werden“, sagt er an einer anderen Stelle. Durch die enge Tür zu gehen heißt also, Jesus nachfolgen.

Und somit richtet sich auch die Frage an uns: Setzen wir wirklich alle Kräfte daran, den Weg der Nachfolge Christi zu gehen? Halte ich mich an die Gebote des Herrn? Strebe ich nach der Bekehrung des Herzens, nach der Besserung meines Lebens? Suche ich die Gottes- und Nächstenliebe konkret zu verwirklichen? Der Herr macht uns deutlich, dass ein Lippenbekenntnis bei ihm nichts zählen wird.

Und da müssen wir wahrscheinlich zugeben, wenn wir nicht uns selbst und Gott belügen möchten, dass wir noch lange nicht alle Kräfte darauf verwendet haben, Christus nachzufolgen.

Manchmal vertrösten sich die Leute, dass sie später einmal, wenn sie mehr Zeit haben, dies und jenes im Leben ändern werden. Aber wer sagt ihnen, dass sie so viel Zeit haben? Andere vertrösten sich wieder mit dem Argument, dass sie selber viel besser sind als viele andere Menschen. Sie sagen: Ich bin doch ein anständiger Mensch, ein guter Christ!

Aber Jesus warnt uns vor zu großer Selbstsicherheit. All diese Ausreden werden uns beim Gericht nicht helfen, wenn der Herr des Hauses, also Gott, die Tür des Himmels zuschließt und wir ausgeschlossen bleiben.

Die ewige Seligkeit wird uns nicht einfach nachgeworfen, ohne dass wir selbst etwas dazu getan haben. Der heilige Augustinus sagt: Gott hat uns ohne unser Zutun geschaffen, aber er rette uns nicht ohne unser Mitwirken.

Diese Tür der Liebe zu Gott und dem Nächsten ist eng, man muss sich sozusagen oft mühevoll hindurchzwängen. Aber sie führt eben in die Freiheit, sie führt in das Reich Gottes hinein.

Viele Heilige sind uns diesen Weg vorausgegangen und haben diese enge Tür durchschritten. Das ist ein Ansporn und eine Einladung für uns. Es lohnt sich, alle Kräfte darauf zu verwenden, um auf dem Weg der Nachfolge Christi treu zu bleiben.

 

Die Renovierung der Kirche macht gute Fortschritte

kap-kirche-aussen-nachmittagsEtwa noch einen Monat dauert die Innenrenovierung unserer St. Antoniuskirche in Bregenz. Bisher sind folgende Arbeiten geschehen: Die verschmutzten Wände wurden gereinigt. Um eine neuerliche Verunreinigung zu verhindern, wurden durch den Elektriker Leitungen für eine verbesserte Kirchenbelüftung gelegt. Einige Fenster können für diesen Zweck künftig automatisch geöffnet werden. Weiters sind Verputzarbeiten geschehen, wobei auch eine größere Schadstelle aufgrund von Feuchtigkeit in der St. Josefskapelle behoben wurde. Zurzeit wird das neue Fensterglas – Doppelverglasung – eingesetzt und werden die Fensterrahmen und Fensterbänke saniert. Das sehr schöne, handgefertigte Innenglas wird dem Gotteshaus eine vornehme und freundliche Note geben. Die junge, durch das Bundesdenkmalamt empfohlene Restauratorin arbeitet mit ihren zwei Mitarbeitern in ihrem Atelier sehr fleißig an den Skulpturen und Bildern. Sie werden gereinigt und ausgebessert. Für die kommenden Wochen erwarten wir noch folgende Renovierungsmaßnahmen: Das Anbringen der neuen Kirchenbeleuchtung, das Ausweißeln der Wände und der Decke und das Restaurieren der Kreuzwegsreliefs vom Gerüst aus.

Bisher hat uns der heilige Josef als für unser Gotteshaus erwählter „Bauherr“ auffallend geholfen. Er versteht es, die nötigen Mittel aufzubringen. Für die nach dem jetzigen Stand erwarteten Kosten von etwa 135.000.- Euro sind uns durch die Diözese Feldkirch schlussendlich 40.000.- Euro, durch das Bundesdenkmalamt 5.000.- Euro und durch das Land Vorarlberg schätzungsweise 9.000.- Euro an Subventionen in Aussicht gestellt worden. Den restlichen Teil der Kosten müssen wir mit Hilfe von edlen Wohltätern der St. Antoniuskirche selbst bereitstellen. In den letzten Wochen haben schon viele Wohltäter unsere Renovierung durch ihre großzügigen Gaben unterstützt. Aber ich bitte Sie weiterhin um ihre Hilfe.

Auch die folgende Statuen, die noch zu restaurieren sind, dürfen wir Ihnen hier kurz vorstellen. Wir bitten Sie herzlich um einen Beitrag für die Kosten, die für ihre Verschönerung schätzungsweise anfallen:

renovierung-01 Fatima – Muttergottes – Statue: 1.560.- €
renovierung-02 Statue des hl. Antonius v. Padua: 2.520.- €
renovierung-03 Lourdes – Muttergottes – Statue: 1.800.- €
renovierung-04 Herz – Jesu – Statue: 1.150.- €

Allen unsere Wohltäter ein ewiges Vergelt’s Gott!

Ihr Pater Bruno Haider
Kirchenrektor

 

Das eiserne Tor – Seine Gebote sind nicht schwer

eisernes-torEin altes persisches Märchen erzählt von einem König, der in seinem Reich einen Nachfolger für seinen Thron suchte. Er rief alle jungen Männer zusammen, um durch einen Test herauszufinden, wer dazu geeignet sei.

Der König zeigte den Männern ein riesiges, eisernes, mit einem massiven Schloss versehenes Tor, das in seinen Palast führt. Er sagt: „Wer dieses Tor öffnen kann, der soll mein Nachfolger sein.“ Viele sahen das massive Tor, schüttelten den Kopf und gingen gleich weg. Andere schauten sich das Tor noch näher an: das Schloss und die Angeln; aber weil es ihnen unmöglich erschien, hier mit eigener Kraft etwas zu bewegen, gingen sie unverrichteter Dinge weg, ohne auch nur einen Versuch gemacht zu haben. Es blieb nur noch einer übrig. Er sah sich auch alles genau an. Doch dann ging er auf eine innere Eingebung hin auf das Tor zu und zog mit aller Kraft daran – und siehe da, es öffnete sich! Wie hatte er es geschafft? – Ganz einfach: Dass Tor war gar nicht verschlossen, sondern nur angelehnt.

Diese Geschichte ist ein Spiegel für unser Verhalten. Wir stellen uns oft eine gute Sache, die zu tun wäre, viel schwerer vor, als sie in Wirklichkeit ist. Und deshalb machen wir schon gar nicht den Versuch, sie in Angriff zu nehmen. Das gilt vor allem, wenn es um den Glauben und die Gebote Gottes geht. Vielen, die zwar noch getauft sind, erscheint es zu schwer, den Glauben zu praktizieren und sich an die Gebote Gottes zu halten. Sie machen nicht einmal einen Versuch, die Tür zu öffnen, d.h. einen Zugang zu finden. Aber auch gläubige Menschen verhalten sich so. Es erscheint ihnen zu schwer, mehr zu tun für das Reich Gottes, wie z.B. täglich den Rosenkranz zu beten und zur hl. Messe zu gehen. Der Apostel Johannes sagt: „Seine Gebote sind nicht schwer“ (1.Joh 5,3). Für jene also, die entschlossen an der Tür ziehen, die ja Christus ist, öffnet sich das Reich der Gnade.

 

Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten

Dreifaltigkeit4„Früher mussten wir jeden Sonntag in die Kirche gehen. Es war eine schwere Sünde, wenn man nicht gegangen ist. Früher durfte man nicht zur hl. Kommunion gehen, wenn man nicht vorher gebeichtet hatte. Aber heute hat sich alles geändert.“ So kann man es von älteren Leuten immer wieder hören, wenn sie über die Glaubenspraxis in ihrer Kindheit erzählen. Es ist eine weit verbreitete Auffassung, dass die Gebote Gottes und der Kirche heute nicht mehr so gelten, wie das früher war. Besonders was die Ehe und die Sexualität angeht, scheint es keine Sünden mehr zu geben. Auch in kirchlichen Kreisen herrscht vielfach die Auffassung, dass man von den Menschen Enthaltsamkeit und Keuschheit in den Beziehungen nicht mehr fordern kann, so nach dem Motto: „Kann denn Liebe Sünde sein?“ Aber was ist die Folge dieser Gleichgültigkeit gegenüber den Geboten Gottes? Es sind schwere Leiden, die vor allem auch Unschuldige treffen. Denken wir z.B. an die Abtreibung.

Aber was wir auch tun, die Kirche kann die Gebote Gottes, die auch Jesus Christus ausdrücklich bestätigt hat, nicht ändern. Sie hat vielmehr die Aufgabe, die Wahrheit immer wieder neu zu verkünden, auch wenn sie dem vorherrschenden Zeitgeist entgegensteht. Denn nur die Wahrheit macht den Menschen frei, schenkt ihm Heilung und Erlösung.

Ein ermutigendes Zeugnis für die Kraft der Wahrheit und der Gebote Gottes hat der amerikanische Priester Peter Stravinskas in einem Interview mit der Zeitung Life-Site-News über seine Eltern abgelegt. Er erzählt: Die katholisch geschlossene Ehe seines Vaters war gescheitert und seine Frau hatte ihn verlassen. Einige Jahre später hatte er eine zweite zivilrechtliche Ehe geschlossen, aus der Peter als einziges Kind hervorging.

In der Erstbeicht- und Erstkommunionvorbereitung hatte der junge Peter gelernt, dass es schwere Sünde sei und dass man am Ende in die Hölle kommt, wenn man sonntags nicht die hl. Messe besucht. Als der kleine Peter dies zu  Hause seinen Eltern erzählte, wurde diese Erinnerung an die Wahrheit für sie zu einem mächtigen Ansporn im Glauben. Sie entschlossen sich nun regelmäßig ihre Sonntagspflicht zu erfüllen. Da die Eltern aufgrund ihrer Situation nicht zur Kommunion gehen konnten, sprachen sie nach einiger Zeit mit ihrem Pfarrer. Dieser wies sie auf zwei mögliche Auswege hin: falls möglich, eine Nichtigkeitserklärung der ersten Ehe des Vaters und dann eine kirchliche Trauung. Oder ein „Leben wie Bruder und Schwester“. Dies taten die beiden dann, sie lebten 25 Jahre lang enthaltsam. Als Jugendlicher sprach Peter mit seinem Vater über die katholische Eheauffassung und erfuhr die Wahrheit über die Entscheidung der Eltern, die sie bis zum Lebensende durchhielten. Der Vater starb 1983 einundsiebzigjährig, die Mutter 2005 mit 87 Jahren.

Das Zeugnis seiner Eltern sei bis heute von Bedeutung für die Kirche, sagte Pater Stravinskas: „Unser Glaube sagt uns, dass Gott jedem die nötigen Gnaden gibt, um die Sünde zu meiden.“ Darum müssen auch die Priester ihr zölibatäres Leben beispielhaft leben, um die Gläubigen zu ermutigen, an Gottes Plan für Ehe und Geschlechtlichkeit nach der Lehre Christi zu glauben und ihn zu leben. Jesus sagt: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten“ (Joh 14,15). In dieser Liebe liegt für jeden die Kraft zur Umkehr und Treue.

 

Spaghetti. Mit Jesus Christus.

jesus-abendmahlDer italienische Schauspieler Carlo Pedersoli, bekannt aus seinen Filmen als „Bud Spencer“, ist am 27. Juni 2016 im Alter von 86 Jahren verstorben.  „Papa ist sanft von uns gegangen. Er hat nicht gelitten, wir waren alle bei ihm und sein letztes Wort war ‚Danke'“, berichtet sein Sohn. Er ging, wie er lebte. Im Beisein seiner Familie, begleitet von seiner Frau Maria Amato, mit der er 56 Jahre verheiratet war, und seinen drei Kindern. Ein Mensch, der sich nicht scheute seinen Glauben zu bekennen: „Ich bin katholisch; ich habe verstanden, dass der Mensch ohne Gott nichts ist.“

Obwohl er durch seine Filme sehr berühmt wurde, erhielt er nur wenige Preise und wurde selten ausgezeichnet; vielleicht, weil er – wie er selbst sagte – „weder schwul noch transsexuell sei und seit einem halben Jahrhundert mit der gleichen Frau verheiratet ist“. Ohnehin war er kein Mensch, der Anerkennung suchte.

2015 veröffentlichte er sein letztes Buch mit dem Titel: „Was ich euch noch sagen wollte …“. Er erzählt darin viele Anekdoten aus seinem Leben, in denen aber auch immer sein Glaube zur Sprache kommt.

In einem Interview mit „Die Welt“ bekennt er: „Ich brauche den Glauben. Ich glaube an Gott, und das ist, was mich rettet. Und ich bete.“ Und warum? „Weil ich immer stärker erkenne, wie nichtig all das ist, worauf ich früher großen Wert gelegt habe. Der Sport, als ich groß rauskommen wollte, die Berühmtheit. Wer sich nur für diese vergänglichen Dinge in die Brust wirft, wer nur nach Ruhm und Erfolg strebt, der ist ein Dummkopf.“ Auf die Frage, was er als letzte Mahlzeit haben und mit wem er sie einnehmen möchte, sagte er: „Spaghetti. Mit Jesus Christus.“

 

Siehe meine Mutter, ich teile sie mit dir!

richard-borgman7Er war 25 Jahre lang als evangelikaler Pastor tätig. Doch dann begegnete er der Gottesmutter Maria, wurde katholisch und gibt bis heute unermüdlich Zeugnis, welche Liebe Gott ihm erwiesen hat.

Richard Borgman kam 1947 in Colorado Springs in den USA als frühgeborenes, schwer krankes Kind zur Welt. Seine Mutter ließ ihn zum Sterben im Krankenhaus zurück. Dieses Verlassenwerden von der leiblichen Mutter war, wie er später erkannte, eine tiefe Wunde, die sein Leben wie eine bitter Wurzel geprägt hatte, die Gott aber durch Maria heilte. Richard starb nicht, sondern das methodistische Ehepaar Borgman adoptierte ihn. So konnte er in einer guten Familie aufwachsen. Aber er war ein schwieriger Charakter, der seinen Eltern viele Sorgen bereitete. Noch sehr jung lernte Richard Danelle kennen. Als sie  heirateten, war sie gerade 19 und er 20. Beide erfuhren eine Bekehrung zum Glauben an Jesus und er wurde Pastor in einer evangelikalen Gemeinde. 1975 ging er im Auftrag seiner Gemeinde nach Afrika an die Elfenbeinküste. 1978 begannt Richard mit der Mission in einem Gefängnis mit 4.500 Insassen.

Was die Katholische Kirche anbelangt, teilte Richard damals die Sichtweise seiner evangelikalen Vereinigung: Sie sei die schädlichste Sekte der Welt. „26 Punkte gegen die katholische Kirche hatte ich einmal für einen Vortrag zusammengetragen.“ Nun lernte er aber im Gefängnis den katholischen Priester der Anstalt kennen, dessen Verhalten ihm imponierte und ihn zwang, seine Meinung zu ändern: „Ich konnte zwar gut predigen, aber der Geistliche lebte das, was ich nur predigte. Ich dachte: Hauptsache die Gefangenen hören von Gott und bekehren sich. Wie es ihnen geht, war mir nicht so wichtig.“ „Sie (der Priester und eine Ordensschwester) haben die Menschen zwar nicht durch die Kraft des Heiligen Geistes zum Umfallen gebracht, aber sie hatten eine Sanftheit und eine Zärtlichkeit, die mir fehlte.“ Richard erkannte, dass er seit vielen Jahren ein ungelöstes Problem hatte: er predigte zwar die Barmherzigkeit Gottes, aber es mangelte ihm an Güte, vor allem gegenüber seinen Nächsten: Frau, Kinder,  und gute Freunde.

Auch Maria, die Mutter des Herrn, lehne er ab. Maria ist ja bei den Evangelikalen so gut wie nicht präsent. Und da zeigte ihm Jesus eines Tages im Gebet,  dass er die Lösung seiner Probleme bei Maria finden kann. „Nun sah ich Maria am Fuße des Kreuzes ausharren, ihre Augen voll sanfter Güte. Sie machte ihrem Sohn Mut, für mich zu leiden und zu sterben.“ Richard begann zu weinen und bat Gott, ihm die 51 Jahre Hass gegen seine eigene, leibliche Mutter und die Mutter des Herrn zu verzeihen. „Mit einem Schlag löste sich die Verbitterung. Ich wurde geheilt, war frei. In einem einzigen Moment hatte mich Jesus am Kreuz befreit. Er hatte sich im Innersten meines Hasses, meiner Verletzungen, der tiefen Wurzeln meiner Verbitterung bemächtigt und alles ausgerissen. Härte und Grausamkeit verließen mich schlagartig.“ „Siehe meine Mutter, ich teile sie mit dir,“ hört er den Herrn sagen. Und Maria wird Richards Mutter.

„Ich habe mich damals in Maria verliebt und somit in alles rund um die katholische Kirche, deren Mutter sie ist.“ Damit begann sein Weg in die katholische Kirche, in die er zusammen mit seiner Frau am 2. Feb. 1999 eintrat.

 

Nicht ohne Beichte weggehen

leopold-mandicEiner der beliebteste Beichtväter seiner Zeit war der hl. Kapuzinerpater Leopold Mandič, der am 30. 7. 1942 in Padua verstorben ist. In großen Scharen aus allen Bevölkerungsschichten sind die Beichtkinder zu ihm gekommen, weil von ihm eine überaus anziehende Herzensgüte ausstrahlte und weil er eine tiefe Erkenntnis der Gewissen hatte. Der hl. Pater Leopold lädt uns ein, auf die Stimme des Heiligen Geistes zu hören und das Sakrament der hl. Beichte regelmäßig zu empfangen.

Umberto Petit aus Padua schrieb über seine Erfahrung mit P. Leopold: «Nachdem ich seit viele Jahren nicht mehr gebeichtet hatte, fühlte ich am Karsamstag 1934 das Verlangen, zur Kirche zurückzukehren. Ich empfand ein starkes Widerstreben, vor einem Priester zu knien, aber eine unwiderstehliche Macht trieb mich dazu. Nach dem Besuch verschiedener Kirchen betrat ich schließlich die Kapuzinerkirche von Santa Croce. Dort standen aber sehr viele Leute zum Beichten an. Nach einigem Warten wollte ich fortgehen. Ich freute mich, einen Grund gefunden zu haben, nicht zu beichten. In diesem Augenblick kam ein Pater vom Altare her auf mich zu. Er war klein, gebeugt und hatte Mühe beim Gehen. Er sprach mich an: „Sie sind gekommen, um zu beichten. Kommen Sie sofort zu mir, sonst gehen Sie ohne Beichte weg.“ Ich folgte dem Pater in seine Zelle neben dem Altar. Bald hatte ich gebeichtet. So ruhig und glücklich wie noch nie in meinem Leben kehrte ich in die Kirche zurück. Zu Hause fragte ich mich, was das wohl für ein Ordensmann gewesen sei, der in meiner Seele gelesen hatte, was ich dachte und was ich tun wollte. Nach einigen Tagen kehrte ich in die Kapuzinerkirche zurück und erfuhr, dass es Pater Leopold gewesen war. Da wunderte ich mich nicht mehr. Ich hatte schon gehört, dass Pater Leopold ein Heiliger sei und in den Gewissen lese.»

 

Ist Maria gestorben?

maria-kroenung-02Am 15. August feiert die Kirche das wunderbare Hochfest Maria Himmelfahrt. Papst Pius XII. hat am 1. Nov. 1950 die seit alters her vorhandene christliche Glaubensüberzeugung endgültig bestätigt: „Wir verkünden, erklären und definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“

Wenn wir diese Lehre betrachten, so erhebt sich die Frage: Musste Maria den Tod erleiden, der für uns ja in der Trennung von Leib und Seele, d.h. im Zerfall unseres Menschseins besteht? Papst Pius XII. jedenfalls hat es ausdrücklich abgelehnt, trotz des Rates einer Reihe von Bischöfen, vom Tod Mariens im Dogma zu sprechen.

Das Dogma sagt uns einfach, dass Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. In der Tradition der Kirche wurde bei Maria auch nie von eine Auferstehung von den Toten gesprochen wie bei Jesus. Maria hat aber sehr wohl den Tod in ihrer Seele erlitten, mit ihrem Sohn, als er freiwillig und aus Liebe den Tod am Kreuz auf sich genommen hat. Wegen ihrer Sündenlosigkeit gab keinen Grund, warum sie noch einmal den Tod erleiden sollte. Erfüllt von Glückseligkeit ist sie gleich mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden. Wenn wir Maria lieben, wird sie uns in unserer letzten Stunde auch Anteil geben an dieser Glückseligkeit ihres Heimganges zum Herrn.

 

Bau meine Kirche wieder auf!

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Die Kapuzinerkirche in Bregenz wurde 1639 dem hl. Antonius geweiht, der sich vom ersten Tag an als zuverlässiger Helfer in allen Nöten erwies; so wird in der Chronik berichtet.

„Bau meine Kirche wieder auf!“ Diesen Auftrag hat der hl. Franziskus am Anfang seines Berufungsweges von Jesus erhalten. Er hat ihn zuerst ganz wörtlich genommen und das kleine, halb verfallene Portiunkulakirchlein zu renovieren begonnen. Später hat er verstanden, dass es auch um den geistlichen Bau der Kirche geht.

Mit der St. Antoniuskirche haben uns die Kapuziner, die 1996 nach ihrem langen, segensreichen Wirken von Bregenz wegziehen mussten, ein reiches geistliches Erbe hinterlassen.

Bischof Klaus Küng hat die Kirche als Rektorratskirche errichtet. So war es möglich, dieses Erbe weiter zu pflegen durch die Feier der heiligen Messen, den Beichtdienst, das Abhalten von Anbetungsstunden, Einkehrtagen und Zusammenkünften – etwa zum Schutz des menschlichen Lebens oder zur Glaubensweiterbildung. Aber zugleich mit der Seelsorge ist mir auch die Verwaltung und Erhaltung des Gotteshauses anvertraut. Aus diesem Grund beginnen wir in der Zeit nach Pfingsten mit einer Innenrenovierung der St. Antoniuskirche.

Es wird ein Gerüst aufgebaut und die Kirche geweißelt, neues Glas bei den Kirchenfenstern eingesetzt; es werden die Fensterrahmen renoviert. Die Skulpturen und Bilder des Gotteshauses müssen gereinigt und teilweise restauriert werden. Schließlich bekommt die Kirche eine neue Beleuchtung. Die Gesamtkosten für die Renovierung betragen 141.000.- Euro. Mit bisher eingegangen Opfergeldern und Spenden können wir schon einen Teil der Kosten tilgen. Die Diözese Feldkirch steuert etwa 50.000.- Euro bei und ist bereit, durch ein Darlehen zu helfen. Weiters bemühen wir uns, wenigstens kleinere Subventionen von öffentlicher Seite her zu erhalten.

Einen schönen Betrag muss die St. Antoniuskirche aber noch selber mit der Hilfe von Spendern aufbringen. Deshalb bitte ich Sie herzlich um Ihre Gabe für unser Gotteshaus!

Die Renovierung dauert schätzungsweise bis Mitte August.

Während dieser Zeit werden alle Gottesdienste und auch die wöchentlichen Beichtgelegenheiten im Bruder – Benno – Saal neben der Kirche sein.
Die bevorstehenden Arbeiten und alle Wohltäter vertrauen wir dem besonderen Schutz unseres Kirchenpatrons, des hl. Antonius, und der Fürsprache des hl. Josef, dem die Seitenkapelle geweiht ist, an. Wir bitten natürlich auch den im Gotteshaus bestatteten Diener Gottes Bruder Benno um seine Hilfe. In Dankbarkeit für Ihre großzügige Unterstützung.

Ihr P. Bruno Haider FSO, Kirchenrektor, mit dem Kirchenrat

Spendenkonto für die
St. Antonius Kirche:

Raiba Bregenz
IBAN: AT77 3700 0000 0380 2675
BIC: RVVGAT2B

 

Renovierung

pater-bruno-02Unsere St. Antoniuskirche hat eine bedeutsame Geschichte: Im Jahre 1603 bemühten sich die Bregenzer um die Ansiedlung des damals noch jungen Zweiges der franziskanischen Ordensfamilie, der Kapuziner. Reichliche Spenden aus Stadt und Land ermöglichten in den Jahren 1635/36 die Errichtung des Klosters. 1639 wurde die Kirche eingeweiht. Sie war von Anfang an bis in unsere Zeit vor allem als Beichtkirche ein seelsorgliches Zentrum.

Im Lauf der Jahrhunderte erfuhr die Innenausstattung manche Veränderungen. Seine jetzige Gestaltung erhielt das Gotteshaus in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts. 2002 konnte die Kirche dank der großzügigen Hilfe der Kirchenbesucher und vieler Wohltäter in einer ersten Etappe innen gründlich renoviert werden. In den folgenden Jahren wurde der Boden erneuert und eine Bankheizung eingebaut. Durch die nun notwendig gewordenen Renovierungsarbeiten soll sie wieder in neuem Glanz erstrahlen.